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Wärme statt Kohle: Zollinger Kraftwerk stellt Betrieb um – und will bis 2035 klimaneutral arbeiten

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Von: Andreas Beschorner

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Der „Energiepark Zolling“ hat schon einige Veränderungen durchgemacht. Nun folgt die nächste: Aus dem Kohle- wird ein Wärmekraftwerk.
Der „Energiepark Zolling“ hat schon einige Veränderungen durchgemacht. Nun folgt die nächste: Aus dem Kohle- wird ein Wärmekraftwerk. © Beschorner

Das Kraftwerk Zolling reagiert auf den geplanten Kohleausstieg - und rüstet um. So will man Standort und Arbeitsplätze sichern.

Zolling – Der Ausstieg aus der Kohle ist beschlossene Sache. Das Kraftwerk Zolling stellt sich darauf ein und plant den Bau eines modernen Wärmekraftwerks. Im Gemeinderat Zolling wurden die Überlegungen zu dem Großprojekt am Dienstagabend vorgestellt. Der Betreiber der Anlage, das Energieerzeugungsunternehmen Onyx Power, rechnet mit Kosten zwischen 75 und 100 Millionen Euro – eine Investition, die den Standort sichern und die Arbeitsplätze vor Ort erhalten soll.

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Der „Energiepark Zolling“ habe in den vergangenen Jahrzehnten schon viele Veränderungen durchgemacht, betonte Kraftwerksleiter Lothar Schreiber. GDF Suez habe der Eigentümer früher geheißen, dann sei es in Engie umbenannt worden, jetzt eben Onyx Power. Auf dem Gelände stehe der weithin sichtbare Kohleblock, in den vergangenen Jahren seien das Biomasseheizkraftwerk, die Klärschlammtrocknung, außerdem zwei Gasturbinenanlagen hinzugekommen.

Inbetriebnahme für 2024 geplant

Jetzt die nächste Veränderung: Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg seien die Tage des Kohlekraftwerks demnächst gezählt, die Lieferung von Fernwärme müsse aber trotzdem weitergehen. Die Lösung: ein modernes Wärmekraftwerk, das zunächst mit Methan, später dann noch CO2-freundlicher mit Biogas und Wasserstoff betrieben werden soll. Das neue Wärmekraftwerk soll auf dem südwestlich gelegenen Kohlelagerplatz entstehen und eine Effizienz von 92 Prozent aufweisen. Die Inbetriebnahme sei für das Jahr 2024 geplant, Biomethan und Wasserstoff sollen ab 2026 verwendet werden, hieß es im Zollinger Gemeinderat. Zwar habe man schon Angebote zum Bau eines solchen neuen Kraftwerks eingeholt, den endgültigen Beschluss zur Errichtung des Kraftwerks habe Onyx Power aber noch nicht gefasst. Auch wenn die Eingabeplanung erst Anfang 2022 erfolgen soll, habe man die „Nachbarn“ schon vorher über die Pläne informieren wollen, betonte Kraftwerksleiter Schreiber.

Wie die Vertreter des Zollinger Kraftwerks am Dienstag auf Nachfrage der Gemeinderäte betonten, werden Gas, Biogas und Wasserstoff „auf keinen Fall“ per Lkw angeliefert. Das neue Wärmekraftwerk werde ausschließlich über das Hochdruckgasleitungsnetz angeschlossen und beliefert, das am Kraftwerk vorbeiführe.

Kohleblock zum Zweck der Notfallversorgung

Und dann war da noch die Frage, was eigentlich mit dem bestehenden Kohleblock passieren wird. Der, so erklärte Schreiber, werde nicht abgerissen, sondern bleibe zum Zweck der Notfallversorgung bestehen. Kommerziell werde er aber dann nicht mehr betrieben.

Ein Datum für die endgültige Stilllegung des Kohlekraftwerks könne man noch nicht nennen, betonte der Kraftwerksleiter. Dafür könne er das Jahr nennen, ab dem der „Energiepark Zolling“ klimaneutral arbeiten wolle: Im Jahr 2035 soll es so weit sein, nachdem man in den vergangenen Jahren den CO2-Ausstoß bereits „massiv“ gesenkt habe.

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