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Halten Abstand, arbeiten aber zusammen: (v. l.) Regierungspräsidentin Maria Els, Zollings Bürgermeister Helmut Priller und Stephan Griebel vom Helferkreis.

Unterkunft soll Pilotprojekt werden

Nach Zoff mit Asyl-Koordinatorin: Regierung schreitet in Zolling ein

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Um den Zoff mit der Asyl-Koordinatorin aus dem Weg zu räumen, kam die Regierungspräsidentin nach Zolling. Künftig solle die Kommunikation mit dem Helferkreis verbessert und die Unterkunft ein Pilotprojekt werden.

Zolling – Die Zeichen in der Flüchtlingsunterkunft in Zolling stehen auf Ausgleich. Bei ihrem Termin vor Ort am Mittwoch gab Regierungspräsidentin Maria Els zu, dass „mehr Reden gut gewesen wäre“, damit Missverständnisse zwischen der Regierung von Oberbayern und dem Helferkreis in Zolling erst gar nicht aufgekommen wären. Jetzt aber will man gemeinsam „an einem Strang ziehen“. Wie Els und Regierungsvertreter zur allgemeinen Überraschung verkündeten, sei die Unterkunft in Zolling eine von drei Einrichtungen, in denen die Regierung exemplarisch Maßnahmen prüfen und untersuchen will.

„Da hat sich das ein oder andere aufgestaut“

Über eine Stunde lang wurde im Zollinger Rathaus diskutiert. Anlass des Treffens waren die Maßnahmen, die die Regierung von Oberbayern für die Unterkunft geplant hatte: Ein Zaun sollte um die Einrichtung gezogen werden, Security sollte vor Ort sein. Hinzu kamen Äußerungen der Gewaltschutzkoordinatorin, die die Aktiven des Helferkreises sehr verärgert hatten. Nun fand eine Aussprache statt.

Im Anschluss an das Gespräch berichtete Els, dass man die eigentlich vorgesehene Kommunikation mit den von ihr besonders gelobten ehrenamtlichen Helfern, die wegen der Corona-Krise viel zu kurz gekommen sei, jetzt aufnehmen wolle. Bereits in der kommenden Woche sei ein weiteres Gespräch geplant. „Da hat sich das ein oder andere aufgestaut“, sagte Els. Das solle nicht mehr passieren.

Kommen Security und Zaun? Entscheidung noch nicht gefallen

Die Entscheidung, ob eine Security installiert und ein Zaun gebaut wird, sei laut Els noch nicht gefallen. Sie spreche auch lieber von einer „Grundstückseinfriedung“ als von einem Zaun, denn schließlich habe die Regierung für die Einrichtung eine Verkehrssicherungspflicht. Bei allen weiteren Maßnahmen würden jetzt auch die Erkenntnisse, die man aus den Debatten mit dem Helferkreis gewonnen habe, berücksichtigen. Die Frage, wieso in Zolling nach vier Jahren eine Security – die Els ohnehin eher als Ansprechpartner denn als Wachdienst verstanden haben will – eingesetzt werden soll, beantwortete sie so: Nicht, weil es dort zu besonderen Vorfällen gekommen sei, sondern um an diesem Beispiel zu lernen, wie es in den anderen 87 Gemeinschaftsunterkünften in Oberbayern künftig aussehen könne. Zolling also ein Pilotprojekt? Ja, so könne man das sagen, sagte Els. Dass man das nicht vorab dem Helferkreis kommuniziert habe, sei durchaus nicht optimal gewesen, gab die Regierungspräsidentin zu. Aber jetzt wolle man einen neuen Weg der Kommunikation einschlagen.

Zolling soll Pilotprojekt in Oberbayern werden

Stephan Griebel vom Zollinger Helferkreis sah das ähnlich wie die Regierungspräsidentin: „Wir freuen uns“, sagte er, dass der Zaunbau und das Einsetzen einer Security aufgeschoben worden sei und man künftig vielleicht mit niederschwelligeren Maßnahmen auskomme. Dann könne man auch einvernehmlich für die Geflüchteten arbeiten. Dass Zolling ein Pilotprojekt der Regierung darstellen soll, freute Griebel auch: „Es ist immer gut, wenn der Rest von Oberbayern von Zolling lernen kann.“ Bürgermeister Helmut war ebenfalls über die „Tragweite“ erstaunt, die Zolling als Pilotprojekt für den Regierungsbezirk habe. Schön, wenn man da einen Beitrag leisten könne.

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Ein „Monsterfisch“ hat einer Frau beim Baden im Anglberger Weiher in Zolling in den Fuß gebissen.Nun wurden Warnschilder aufgestellt.

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