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Riesige Investition, die keiner sieht: Zolling muss rund drei Millionen Euro für Kanalsanierung aufbringen

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Von: Andreas Beschorner

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Kanalarbeiten
Für die Sanierung des Kanalnetzes muss die Gemeinde Zolling mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen. Symbolbild © dpa

Leitungen, Schachtbauwerke und Anschlussstellen im Zollinger Kanalnetz müssen dringend saniert werden. Das kostet Zeit - und viel Geld.

Zolling – „Das Gold der Gemeinde liegt unter der Erde.“ Fast schon philosophisch mutete dieser Satz von Zollings Bürgermeister Helmut Priller an. Anlass für den Ausspruch war das wenig philosophische Ergebnis der Kamerabefahrung des Kanalnetzes der Gemeinde und die daraus resultierenden Notwendigkeit, in Leitungen, Schachtbauwerke und Anschlussstellen zu investieren.

Bis 2030 sollen Kanäle & Co. auf Vordermann gebracht werden

Knapp drei Millionen Euro wird man wohl aufbringen müssen, um bis 2030 Kanäle & Co. wieder auf Vordermann zu bringen. Ein ungeliebtes Projekt, weil man so recht nichts herzeigen könne, so Piller. Aber ein wichtiges Projekt für die Infrastruktur einer Gemeinde.

Markus Stummer vom Ingenieurbüro Coplan war am Dienstag in den Gemeinderat gekommen, um Erkenntnisse und erste Konsequenzen der Kamerabefahrung vorzustellen. Ein detailliertes Konzept könne er noch nicht präsentieren, begann Stummer seinen Bericht, aber eine Kostenschätzung und einen „ungefähren Fahrplan“ könne er durchaus vorlegen. Das sah so aus: Was die Kanäle, in der Fachsprache Haltungen genannt, betrifft, befänden sich 54 Prozent in einem Zustand, der keinen Handlungsbedarf auslöse.

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Bei 22 Prozent der Kanäle seien aufgrund der Erkenntnisse der Kamerabefahrung Reparaturen angezeigt – allerdings ohne zeitlichen Druck. Bei zehn Prozent hingegen müsse man an Renovierung, Erneuerung oder noch genauere Inspektionen denken. Die restlichen 14 Prozent habe man bisher noch keiner Untersuchung unterzogen. Setze man für diesen Befund die üblichen Kosten an, so würden für Reparaturen netto 408 000 Euro fällig werden, für Renovierungen rund 175000 Euro, 111 000 Euro für Erneuerungen und nochmal 11 500 Euro für Druckprüfungen. Brutto bedeute das also eine Gesamtsumme von 882 000 Euro. Der Befund bei den Schachtbauwerken stelle sich wie folgt dar, so Stummer: In 67 Prozent der Fälle seien keine Maßnahmen notwendig, bei 30 Prozent seien Reparaturen, bei weiteren drei Prozent Erneuerungen angesagt. Das bedeute, dass sich die Gemeinde auf netto 95 700 Euro für die Sanierungsmaßnahmen und 120 000 Euro für Erneuerungen von Schächten einstellen müsse. Brutto also knapp 257 000 Euro.

Zustimmung ohne Wortmeldung und Diskussion

Dann gibt es noch den Bereich der Anschlussleitungen: Da seien zwar bei 74 Prozent keine Maßnahmen notwendig, allerdings müssten 14 Prozent der Anschlussleitungen repariert, elf Prozent renoviert und ein Prozent erneuert werden. Vorzusehende Kosten hierfür: 945 000 Euro brutto. Nehme man dann noch etwas über 100 000 Euro hinzu, um die noch nicht inspizierten Kanäle mit der Kamera zu befahren, komme man auf zirka 2,18 Millionen Euro. Weil da aber die Nebenkosten und die Planungsleistungen noch nicht enthalten seien, belaufe sich die Summe für das Gesamtpaket auf 2,95 Millionen Euro.

In Absprache mit der Verwaltung sei vorgesehen, alle Maßnahmen bis zum Jahr 2030 umzusetzen. Stummer hatte auch gleich eine Empfehlung dabei: Wolle man alle Maßnahmen, die den schlechten Zustandsklassen 4 und 5 zuzuordnen sind, in den Jahren 2023 bis 2027 anpacken, müsse man 1,75 Millionen Euro dafür vorsehen, sprich: Rund 570 000 Euro pro Jahr müsste die Gemeinde im Schnitt für die Kanalsanierung einplanen. Ohne Wortmeldung und ohne jede Diskussion stimmte der Zollinger Gemeinderat dafür, die Kanalsanierung bis 2030 umzusetzen und dafür knapp drei Millionen Euro einzuplanen.

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