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Als fies-charmanter Herzensbrecher glänzt Tony Borca (Florian Neufeld, stehend) – hier mit (v. l. ) Mama Katja (Elisabeth Dörr), Ann (Laura Neufeld), Julia Borca (U lli Mayer) und Benjamin (Moritz Schneider). Fotos: Martin

S’Zollinger Theater

Liebe, Laster, Mordgelüste – heißer als ein Pizzaofen

Dass es Pizzabäcker Tony Borca nicht so ganz ernst nimmt mit der ehelichen Treue, mag seinem südländischen Temperament geschuldet sein. Nicht nur, dass er von früh morgens bis spät in die Nacht hinein vor dem Pizzaofen steht, er lechzt auch jedem Frauenrock hinterher. Zwischendurch muss er zum „klempnern“ in die Wohnung der schönen Untermieterin. Wie dem notorisch untreuen Gatten der Wind aus den Segeln genommen wird, das zeigten die Schauspieler des s’Zollinger Theater“ am Samstag Abend bei der Premiere ihrer neuen Inszenierung „Liebes Töter“. Eine zauberhafte „schwarze“ Komödie aus der Feder von Alfred Reiser.

Zolling – Bessere Darsteller als das Team um Regisseurin Elisabeth Forster hätte sich der Autor aus Mainburg gar nicht wünschen können. Wer hätte den fies-charmanten Herzensbrecher besser mimen können als Florian Neufeld. Mit geballt südländischem Temperament schleicht er sich an alles heran, was einen Rock trägt. Und das, obwohl er seine Frau Julia (Ulli Mayer) eigentlich über alles liebt. Als diese jedoch von den amourösen Affären ihres Gatten Wind bekommt, ist sie zu allem entschlossen. Unterstützung gibt es von ihrer Mutter Katja, die alsbald ihre Krallen ausfährt. Unverwechselbar in dieser Rolle: Elisabeth Dörr.

Die beiden Damen schmieden ein Komplott. Da gab es kräftigen Szenenapplaus, als sich die resolute Mama wild entschlossen zeigt, den untreuen Gatten vom Leben in den Tod zu befördern. Kein Auge blieb trocken, als sie dazu auch zu unkonventionellen Mitteln greift.

Die beiden Killer Harvey (Martin Schuhladen) und Marvin (Michael Moosreiner, Ludwig Knöckl) sollen den Job mit Unterstützung von Pizzabäcker Divo (Walter Gruber) übernehmen. Doch mit ihrer tollpatschigen Art geht der Schuss quasi nach hinten los. Ganz abgesehen davon, dass Tony sowieso mehrere Leben für sich gepachtet zu haben schien. Als er am vermeintlichen Totenbett wieder die Augen öffnet, ist es mit der Fassung der Damen vorbei. Zum Schluss schwört Tony ewige Treue. Sollte das doch nicht klappen? „So töten wir noch einmal“, meint Mama Katja und schiebt sich genüsslich ein Konfekt in den Mund – das Leben ist eine Pralinenschachtel.

Selten hat man die Zollinger Mimen in so bestechender Form gesehen. Zu danken ist das sicherlich der erfahrenen Regisseurin Elisabeth Forster, die feinfühlig und mit sicherem Gespür die Finessen des Stückes zum Tragen brachte. Auch das Bühnenbild, Licht und Ton waren stimmig. Ein Theatergenuss, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. maria Martin

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