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Blühstreifen sind passé: Vor einigen Wochen war das Grün am Zollinger Werkskanal noch ein Paradies für Schmetterlinge und Libellen. Doch dann wurde radikal gemäht – das ärgert die Anwohner.

Aufregung um Beschnitt

Zollinger ärgern sich über abrasierte Wildblumen am Werkskanal - das sagt die Firma

Noch vor ein paar Monaten waren die Dämme entlang des Werkskanals in Zolling mit blühenden Wildblumen und -kräutern übersät – ein Paradies für Insekten aller Art. Aber: Wer jetzt die Strecke abfährt, findet rasierte Flächen vor. Das ärgert die Anwohner der Mathias-Mayr-Straße in Oberzolling, deren Grundstücke an den Kanal angrenzen.

Zolling – Wie jeden Morgen schweift Elisabeth Forsters Blick aus dem Küchenfenster über die blühenden Flächen am Werkskanal. Doch an diesem Donnerstagvormittag, dem 9. August, unterbricht ein Traktor die morgendliche Stille: die Blumen und Kräuter entlang des Kanals werden abgemäht. Forster ärgert das: „Man spricht so viel vom Insektensterben“, sagt sie: „Warum können die Flächen nicht erst im Herbst gemäht werden?“ Die Blühstreifen seien doch Potenzial für mehr Artenvielfalt.

Aber mit ihrer Meinung stößt sie auf Unverständnis „Das muss so sein“, erklärt Theodoros Reumschüssel, Pressesprecher der Firma Uniper, Amperkanal und Dämme sind in deren Eigentum und Verkehrssicherungspflicht. Reumschüssel sagt, dass die Einsehbarkeit zum Kanal zu jedem Zeitpunkt gegeben sein müsse, um Schäden an den Dämmen sofort erkennen zu können. Die Schnitt-Zeitpunkte seien mit der Unteren Naturschutzbehörde im Freisinger Landratsamt abgestimmt.

Firma darf in Zolling alles abmähen

Das bestätigte Robert Winkler von der Pressestelle des Landratsamts auf Anfrage. Wann die Wildblumen geschnitten werden, bestimme ein landschaftspflegerischer Begleitplan aus dem Jahr 2010 – er gelte für den Abschnitt zwischen dem Haager Ortsteil Weihrinnen und dem Wasserkraftwerk in Haag. Demzufolge dürfe die untere Dammsohle von der Straße weg in einem Streifen von sieben Metern zweimal jährlich gemäht werden: jeweils im Juli und Oktober. 

In der weiter oben liegenden Dammhälfte dürfe der Beschnitt nur im Oktober erfolgen. Für den Damm im Gemeindebereich Zolling gelte die Regelung nicht, so Winkler: „In dem Bereich gibt es keinen landschaftspflegerischen Begleitplan. Da kann die beauftragte Firma machen, was sie will“ – zum Missfallen vieler Zollinger, die sich mehr Engagement für den Lebensraum von Insekten wünschen.

Maria Martin

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