Interview mit Amazon-Bestseller-Autor Friedrich Kalpenstein

Ein Kalpenstein-Märchen zum Weltkindertag

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Ein Märchenbuch mit einer Auflage von einer Million Exemplaren, eine Liebesgeschichte, die auf einer Hauptfeuerwache spielt und der achte Band der erfolgreichen Herbert-Reihe: Autor Friedrich Kalpenstein hat im Interview viel zu erzählen.

ZollingFriedrich Kalpenstein ist Amazon-Bestseller-Autor. Mit seiner Herbert-Reihe feiert er große Erfolge – unter anderem. Etwas ruhiger lässt es der Zollinger aktuell als Musiker Ben Valdern angehen. Dennoch haben sich bei dem 48-Jährigen in den vergangenen Monaten die Ereignisse überschlagen. So hat er an einem ganz besonderen Buch mitgeschrieben. Auflage: eine Million Exemplare.

Wer hat gerade mehr Stress: Friedrich oder Ben?

Ganz klar Friedrich. Ben sorgt dabei dafür, dass Friedrich ausgeglichen ist und bleibt. Musik mache ich absolut ohne Termindruck und zur Entspannung.

Was hat sich seit dem Profipfuscher, dem sechsten Teil von Herbert, in der Kalpenstein’schen Schreibwerkstatt getan? Wann kommt Herbert Nummer sieben?

Ich hab an zwei Büchern gearbeitet, die jetzt beide gleich in Folge erscheinen: Am Dienstag, 17. September, „Marie“ aus der Hearts-on-Fire-Reihe und am 29. Oktober Herbert Nummer sieben mit „Inselhippies“. Die Herbert-Fans wurden ein bisschen auf die Geduldsprobe gestellt, weil die Hearts-on-Fire-Recherche wahnsinnig viele Ressourcen beansprucht hat. Das war alles umfangreicher als anfangs angenommen.

Was erwartet den Kalpenstein-Fan in der Hearts-on-Fire-Reihe? Was war so zeitintensiv?

In dieser Reihe erscheinen insgesamt fünf Romane von fünf Autoren. Jedes Buch ist eine in sich abgeschlossene Geschichte. Doch alle spielen in der Hauptfeuerwache in Schwabing, jeder Autor hat seine Protagonisten, die dann in den anderen Romanen ebenfalls auftauchen. Deshalb musste der Austausch mit den Kollegen sehr eng erfolgen. Dann gab es natürlich den persönlichen Anspruch, möglichst nah an der Realität zu schreiben, was den Feuerwehralltag betrifft. Vom Funkspruch angefangen bis hin zu den Einsätzen.

Wie haben Sie dafür recherchiert?

Oliver Sturde hat mir einen intensiven Einblick in den Arbeitsalltag der Freiwilligen Feuerwehr Freising ermöglicht. Dafür bin ich sehr dankbar, das war super und wichtig für das Buch. Mein Roman in der Hearts-on-Fire-Reihe heißt Marie und handelt von der einzigen Feuerwehrfrau. Es ist der vierte Teil und erscheint in der kommenden Woche. Dank meiner Recherche weiß ich jetzt, dass eine Feuerwehrfrau genau dasselbe macht wie jeder Feuerwehrmann. Ich hatte schon immer Respekt vor den Freiwilligen in der Feuerwehr. Aber seit ich selbst die schwere Einsatz–Uniform getragen habe, habe ich noch mehr Achtung – vor allem vor den Frauen. Mit so einem Anzug einen Einsatz zu meistern, das ist Höchstleistung. Was die Funksprüche angeht, die bin ich alle mit meinem Sohn durchgegangen. Der ist aktiv bei der FFW in Oppersdorf.

Wie lief und läuft der Austausch in der Praxis ab? Haben Sie sich regelmäßig getroffen?

Das meiste läuft per Mail und über eine geschlossene Facebookgruppe. Dann gibt es eine Writers Bible, in die jeder alle für den anderen relevanten Dinge einträgt.

Und das alles zu Lasten von Herbert 7? Wurden die Fans nicht langsam ungeduldig? Immerhin mussten sie noch nie so lange auf den nächsten Herbert warten.

Es war tatsächlich eine Geduldsprobe, ich habe viele Anfragen bekommen. Und der eingefleischte Herbert-Fan lässt sich natürlich nicht mit einem Liebesroman wie Marie es ist vertrösten. Aber im Oktober ist es nun endlich Zeit für „Inselhippies“.

Neuerdings erzählen Sie auch Märchen: Wie kam es dazu?

Das ist ein wahnsinnig tolles Projekt und ich fühle mich richtig geehrt, ein Teil davon sein zu dürfen. Zum Weltkindertag am 20. September verschenken Amazon, die Stiftung Lesen, DHL sowie Thalia, Mayersche und Hugendubel eine Million Märchenbücher für Familien. Hintergrund ist, dass immer weniger Eltern ihren Kindern vorlesen. Mit dieser tollen Aktion wollen die Initiatoren das ändern.

Was ist Ihre Rolle bei diesem Projekt?

Ich bin einer von fünf Autoren, die von den Initiatoren darum gebeten wurden, ein klassisches Märchen umzuschreiben. Von mir gibt es eine Neuauflage der Bremer Stadtmusikanten. Kindgerecht und vorlesbar – das waren die Vorgaben. Ich war, als die Anfrage kam, gerade in Inzell, um Marie fertig zu schreiben. Das Märchenprojekt hat mich so begeistert, dass ich erst mal alles andere zur Seite geschoben habe. Das Schöne bei Amazon ist: Ich habe in meiner Arbeit freie Hand und genieße volles Vertrauen. So wurde auch bei meiner Neuinterpretation der Bremer Stadtmusikanten nichts verändert. Ich freue mich sehr, am Weltkindertag in den Pasing Arcaden bei einer Knusperhäuschenlesung mein Märchen vorlesen zu dürfen. An diesem 20. September werden eine Million Exemplare verschenkt – solange der Vorrat reicht. Das Ganze machen wir Autoren natürlich ohne Tantiemen.

Dann ist da noch die Kurzgeschichte für Audible mit dem vielversprechenden Titel „Wurststullen auf Bali“. Was hat es damit auf sich?

Audible hat seine Hörer aufgerufen, einzelne Schlagwörter und Emojis einzusenden, daraus hat man mir einen kurzen Klappentext gebastelt und ich durfte daraus eine Kurzgeschichte stricken. Das hat irre viel Spaß gemacht. Herausgekommen ist „Wurststullen auf Bali“, für die ich innerhalb nur einer Woche schon 400 Bewertungen hatte – die meisten sehr positiv.

Wie persönlich nehmen Sie negative Bewertungen?

Am Anfang meiner Schriftstellerkarriere habe ich wirklich noch jede gelesen und es mir sehr zu Herzen genommen, wenn ein Buch „zerrissen“ wurde. Mittlerweile habe ich bestimmt schon 10- bis 15 000 Bewertungen – die ich natürlich nicht alle lesen kann. Wenn einer schreibt, wieso er etwas gut oder schlecht gefunden hat, kann ich damit arbeiten und nehme das ernst. Womit ich als Autor absolut nichts anfangen kann, ist, wenn da steht: „Das Buch ist scheiße, auf keinen Fall kaufen!“ Ich werde als Autor immer meinem Stil treu bleiben. Du kannst keine schlechte Bewertung in eine gute verwandeln wollen. Damit würdest du dich nämlich von allen wegbewegen, denen es gefallen hat – und das ist der Großteil. Grundsätzlich sind Bewertungen aber schon ein Gratmesser, wenn ein neues Buch erschienen ist, um zu sehen, ob man den Nerv der Leserschaft getroffen hat.

Sind die Filmrechte für die Herbert-Reihe noch ein Thema?

Aus zeitlichen Gründen hat sich da leider noch nicht viel getan. Wir sind immer noch dran, aber da mein Schreibpensum gerade sehr hoch ist, nehme ich mir seit Monaten vor: „Das mach ich morgen.“ Frei nach dem Motto eines Kneipenschildes, das mich vor kurzem so begeistert hat: „Morgen Freibier!“

Und wie geht’s Ben Valdern?

Dem geht’s sehr gut. Der hat aufgerüstet. Sein Projektstudio wächst und wächst. Ich habe mir zuhause einen professionellen Musiktisch zugelegt.

Was aber nicht das professionelle Tonstudio ersetzt?

Natürlich nicht. Mir ist es wichtig, dass auch alles Musikalische, was ich mache, Hand und Fuß hat. Ich kann in meinem Projektstudio alles soweit fertig machen und gehe dann nach wie vor damit in die Farmstudios zu Yogi Lang. In diesem Jahr sind zwei neue Lieder herausgekommen. Ticket für die Ewigkeit – auch in Englisch und in einer Maxiversion. Immer mit dabei ist „Allzweckwaffe“ Bine Heller.

Die obligatorische Frage nach den nächsten Projekten?

Ich habe für zwei neue Bücher Verträge unterschrieben. Mehr darf ich dazu leider nicht sagen. Dann möchte ich eine Trance-CD herausbringen – allerdings nicht als Ben Valdern, der bleibt bei Schlagerpop.

Und wird es einen Herbert acht geben?

Das entscheidet der Leser.

Lesen Sie auch: Thüringen macht Weltkindertag zum Feiertag.

Rubriklistenbild: © Lehmann

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