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Der Arbeitskreis Kleiderkammer steht in den Startlöchern Dagmar von Gäßler-Griebel (l.) Bettina Götz.

Flüchtlinge in Zolling

Helferkreis empfängt die ersten Familien

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Zolling - Jetzt sind auch in Zolling die ersten Asylbewerber angekommen. Der Helferkreis stand schon in den Startlöchern, war vorbereitet. Vom Widerstand gegen die Flüchtlingsunterkunft spüren die Helfer derzeit nichts.

Montagabend. Die ersten beiden Familien, beide aus Afghanistan und beide mit jeweils einem Kind, ziehen in die Asylbewerberunterkunft in Zolling ein. Weitere werden folgen, schließlich ist die Unterkunft auf 150 Flüchtlinge ausgelegt. Und man ist vorbereitet: Neben einem Verwalter und einem Hausmeister ist es ein 40köpfiger Helferkreis, der sich der Flüchtlinge annimmt.

Und schon jetzt hat man auch reagiert: Die seit Jahren existierende Kleiderkammer der Nachbarschaftshilfe ist nicht nur innerhalb des Pfarrheims in größere Räume umgezogen, auch die Angebotszeiten wurden jetzt kurzfristig erweitert: Wurden bisher Kleider & Co. nur am Dienstag von 9 bis 10.30 Uhr im Pfarrheim angenommen, so geht das nun im Juli auch an den kommenden vier Donnerstagen zwischen 19 und 20 Uhr. Denn wenn in den kommenden Wochen weitere Flüchtlinge nach Zolling kommen, braucht man Kleider – vor allem Männerkleidung –, benötigt Schuhe, aber auch Hand- und Badetücher, Geschirr, Besteck, Kuscheldecken, Teppiche oder auch Klappboxen. Und noch etwas wird dringend benötigt, wie Oliver Strässle vom Helferkreis weiß: Regale, die er nach vorheriger Absprache (Telefon 0172/8 26 82 26) abholen würde. Diverse Arbeitskreise haben sich in Zolling bereits gefunden, die Helfer kümmern sich um Alltagsbegleitung, um Deutschunterricht oder auch um Sport und Freizeit. So ist geplant, auf dem Areal der Flüchtlingsunterkunft einen Kinderspielplatz zu errichten. Dazu kommt ein Arbeitskreis Mobilität, der den Asylbewerbern den ÖPNV und die Verkehrsregeln erklärt, und für spätere Zeiten ein Arbeitskreis Arbeits- und Wohnungsvermittlung.

Am Anfang, als die Pläne zum Bau eines Flüchtlingsheims in Zolling bekannt wurden, gab es heftige Widerstände von AfD-Seite. Und auch am Tag der offenen Tür wurden von der AfD Flyer verteilt, in denen scharf gegen die Flüchtlingsunterkunft geschossen worden sei, berichtet Strässle. Momentan aber herrsche Ruhe, man höre nichts. Dass sich allerdings nur ein Prozent der Zollinger bisher dem Helferkreis angeschlossen haben, könne man schon als Zeichen dafür werten, dass sich manche hätten abschrecken lassen. Die, die sich nicht abschrecken ließen und den Flüchtlingen helfen wollen, haben nun bei einem Gedankenaustausch von den Kollegen in Moosburg erfahren, auf was man zu achten habe. Wie Strässle berichtete, sei das Patenschaftsmodell – also ein fester Ansprechpartner für jeden der sechs Trakte in der Zollinger Containeranlage – eine gute Variante, auch wenn das Landratsamt dies eher skeptisch sehe. Aber um doppelte Arbeit zu vermeiden, erscheine dieses Modell durchaus geeignet. Und beeindruckend zu hören sei auch gewesen, dass man als Helfer durchaus autoritär auftreten, feste Regeln formulieren und deren Einhaltung auch kontrollieren müsse. Dass die NBH eine engere Zusammenarbeit abgelehnt habe, findet der Helferkreis zwar bedauerlich, lässt sich davon aber nicht bremsen.

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