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Zum 50-Jährigen pflanzen die Unabhängigen Bürger Zolling den Baum des Jahres 2022

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Von: Andreas Beschorner

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Bei der Baumpflanzaktion Hand angelegt haben (v. l.) Wolfgang Hilz, Karl Toth, Manuela Flohr, Johannes Forster, Helmut Priller, Stephan Griebel und Julia Spengler.
Bei der Baumpflanzaktion Hand angelegt haben (v. l.) Wolfgang Hilz, Karl Toth, Manuela Flohr, Johannes Forster, Helmut Priller, Stephan Griebel und Julia Spengler. © Beschorner

Die Flatterulme auf der Freifläche an der Moosburger Straße in Zolling hat eine Nachbarin bekommen. Die UBZ hat sie zum 50. Geburtstag spendiert.

Zolling – „Mein Freund, der Baum“ sang schon Alexandra 1968. Das war vier Jahre, bevor in Zolling die Gruppierung der Unabhängigen Bürger Zolling (UBZ) unter dem Namen „Arbeitnehmer und Siedler“ gegründet wurde. Zum 50. Geburtstag haben die UBZ nun einen Baum gepflanzt. Die Wahl fiel auf den Baum des Jahres 2022: eine Rotbuche, lateinisch Fagus Sylvatica, und als der am weitesten verbreitete Laubbaum ein guter Freund in Deutschland. An der Moosburger Straße in Zolling in der Nähe des Bahnwegs liegt die kleine Grünfläche, auf der schon vor drei Jahren zum 1275. Geburtstag der Gemeinde Zolling ein Baum gepflanzt wurde: eine Flatterulme. Am Montag hat sie also eine Nachbarin bekommen. UBZ-Vorsitzender Stephan Griebel sagte bei der Aktion mit anschließendem kleinen Umtrunk, dass zwar „die Eiche der Deutschen liebster Baum“ sei, die Buche aber am häufigsten vorkomme.

Die Rotbuche hat das Potenzial, richtig alt zu werden

Die Rotbuche werde, so erläuterte Griebel weiter, zwischen 300 und 350 Jahre alt – es sei denn, sie werde vorher zu „Spielzeug, Nudelholz, Treppenstufen, Parkett oder Grillkohle“ verarbeitet. Das Exemplar, das die UBZ zur Erinnerung an den 50. Geburtstag der Gruppierung pflanzten, ist die Spielart der Blutbuche. Deren Blätter haben eine dunkelrote Farbe und färben sich im Herbst „besonders schön bunt“, so Griebel. Wie die „Arbeitnehmer und Siedler“, die vor rund 50 Jahren in der Gemeinde Zolling „Wurzeln geschlagen“ hätten, so möge auch die jetzt gepflanzte Buche Wurzeln schlagen „und ein Zollinger werden“.

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Den UBZ liege der Dreiklang aus Ökonomie, sozialer Gerechtigkeit und Ökologie am Herzen, betonte Griebel. Und dieser Dreiklang sei auch in den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verankert. Deshalb wünsche man sich, dass nach dem Vorbild der UBZ in Zolling noch viele Bäume gesetzt werden. So sollten Lücken in Alleen geschlossen oder ehemalige Alleen wiederhergestellt werden – beispielsweise entlang der B 301, entlang der Staatsstraße 2054 zwischen Zolling und Palzing oder auch an der Kreisstraße FS 16 zwischen Wimpasing und Unterappersdorf. Und man wünsche sich, dass im Rahmen der Dorfentwicklung und bei der Aufstellung von Bebauungsplänen Räume festgelegt werden, an denen auch große und ausladende Bäume Platz finden können, so Griebel weiter.

Noch ein Wunsch ist es, dass die Idee der UBZ Nachahmer findet und andere Firmen, Vereine oder Bürger bei besonderen Anlässen ebenfalls einen Baum pflanzen. Bürgermeister Helmut Priller sagte, die Teilnehmer an der Aktion hätten zumindest schon einmal die Lebensaufgabe, einen Baum zu pflanzen, erledigt. Wenn die Rotbuche gewachsen sei, könne man beispielsweise mit seiner Geliebten unter ihr sitzen – aber bitte keine Herzerl in den Stamm ritzen. Auch das Klettern auf den Baum sollte man meiden – und wenn schon, dann bitte erst recht nicht den Ast absägen, auf dem man sitze, scherzte Priller.

Und dann wurde es ernst: Priller, Griebel und die UBZ-Gemeinderäte griffen zum Spaten und bedeckten den Wurzelballen der rund zehn Jahre alten Fagus Sylvatica mit Erde.

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