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Auf dem Weg vom Gemeindebauhof zum Festplatz vor dem Hörhammer. Die Zollinger Burschen und ihr 30 Meter langer Maibaum (v. l.): Christian Egg, Alex Prusse, Maro Aigner, Louis Kaufmann, Johannes Schlichenmaier, Adrian Kapaun, Felix Wöhrl, Michael Denk, Lukas Wöhrl, Richard Steiger, Josef Kaindl und Florian Höfinger.

Die Zollinger Burschen und ihr Maibaumabenteuer

Mit Leidenschaft und Muskelkraft

Weiß-Blau war der Himmel am frühen Morgen des Maifeiertags zwar noch nicht. Dafür erstrahlte das Schmuckstück, das die Zollinger Burschen gegen 7 Uhr vom Gemeindebauhof in Oberzolling gen Dorfplatz zogen, umso mehr. Das Aufstellen des Baums war der Höhepunkt einer „Mordsarbeit“, die bereits vor Monaten begonnen hatte. Das Tagblatt blickte hinter die Kulissen.

Zolling – Einen Tag vor Heiligabend war es, als die Zollinger Burschen unter fachkundiger Anleitung in den Forst zwischen Flitzing und Thann gezogen sind, um den perfekten Baum zu finden. Ein Nadelbaum sollte es sein, gerade gewachsen, möglichst hoch und robust.

Und die Burschen sind fündig geworden. Heuer ist es wieder einmal ein Prachtexemplar, das unter Federführung von Lukas Wöhrl fachgerecht umgelegt wurde: 30 Meter hoch ist die Fichte und tonnenschwer. „Wir haben sie im Winter umgelegt, weil da am wenigsten Wasser im Stamm ist“, weiß Lukas Wöhrl.

„Ganz vui Schmoiz“ war nötig, um den Baum in einer engen Kurve auf der Straße von Oberzolling ins Herz der Gemeinde wieder auf Spur zu bringen.

Dann gab’s für die jungen Männer eine Menge Arbeit. Denn in Zolling ist das Herrichten des Baums noch ganz Handarbeit. Sorgfalt ist Pflicht: Die Oberfläche muss zuerst „g’scheppt“ werd’n (entrindet) – wie es Vorstandsmitglied Martin Goletz erklärt. Dann müsse der Baum getrocknet und schön glatt gemacht werden. Allein das Schleifen habe Tage gedauert. Grundieren und Bemalen waren dann später angesagt. Das traditionelle Muster wurde aufgetragen und die Taferl wurden befestigt, die an die ortsansässigen Berufsgruppen erinnern.

Dass das die Vorstandschaft natürlich nicht alles alleine stemmen kann, das versteht sich von selbst. In den Wochen bis zum 1. Mai mussten daher auch die anderen Mitglieder anpacken. Jeden Abend oder am Wochenende in verschiedenen Schichten. „Viele haben sich in den Wochen vor dem 1. Mai sogar Urlaub genommen“, erzählt Vorsitzender Florian Höfinger.

Und dann ist da natürlich auch noch die Sache mit dem „Maibaumstehlen“. Viele Burschen aus den Nachbargemeinden warten geradezu auf die richtige Gelegenheit, um sich den unfertigen Maibaum zu holen. Wird der Stamm über die Gemeindegrenze gebracht, gilt die Aktion als erfolgreich. Die Unachtsamen müssen ihn dann gegen Bier und Brotzeit wieder auslösen.

Den Zollingern ist das seit 18 Jahren erspart geblieben ist – auch heuer. „Die Burschen aus Schweitenkirchen haben sich zwar einmal eine Zeitlang auf der anderen Seite vom Amperkanal rumgetrieben“, erzählt Martin Goletz. Doch den Zugriff hätten sie sich dann doch nicht getraut. Das Trumm lag gut bewacht in einer Maschinenhalle: „Den hat keiner rausgekriegt.“

Der 1. Mai rückte näher und bei allen stieg die Vorfreude – und die Spannung natürlich auch. Manch besorgter Blick ging gen Himmel: „Hält das Wetter?“ Doch die Maibaumaufsteller hatten Glück: Kaum war der Baum vor dem Gasthaus Hörhammer in der Ortsmitte per Kran in die Halterung gehievt, lichteten sich die Wolken. Perfekt für das Herrichten des Ausschanks und der Essensausgabe, was gestern von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zolling übernommen wurde.

Auch wenn es „Burschenverein“ heißt: Die Arbeit rund um den Maibaum ist nicht ausschließlich Männersache. Ganz viel Engagement zeigten beim großen Maifest auch die jungen Damen der Katholischen Mädchengruppe Zolling. Denn als sich mittags die Festgemeinde zum Essen und Trinken versammelte, war die aktive Mithilfe der fleißigen Mädels unerlässlich.                                                                              Maria Martin

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