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Stolz präsentierten (v. l.) Holzbauer Hans Heigl, Bauherr Stefan Perwanger und Architekt Robert Kern die neue Wohnanlage für bis zu 150 Flüchtlinge.

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Unterkunft in Zolling: Die ersten Flüchtlinge können bald einziehen

Zolling - In Rekordzeit ist auf dem Perwanger-Gelände in Zolling eine Wohnanlage für bis zu 150 Asylbewerber errichtet worden. Nach gerade einmal acht Wochen neigen sich die Arbeiten für die rund 2,9 Millionen Euro teure Unterkunft dem Ende zu.

„Die Errichtung von Wohneinheiten mit Hilfe von massiven, vorgefertigten Holz-Elementen hat viele signifikante Vorteile gegenüber einer Container-Lösung“, sagte Architekt Robert Kern bei einem Pressegespräch am Mittwochvormittag auf dem Perwanger-Gelände in Zolling. Westlich des Rewe-Markts ist binnen acht Wochen eine dreigeschoßige Unterkunft in Wohnmodul-Bauweise für bis zu 150 Asylbewerber entstanden. Neben den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude spreche auch eine sehr gute Energiebilanz und eine hohe Wohnqualität für den Neubau.

Bei einem Rundgang durch die neuen Gebäude, das rund 2,9 Millionen Euro kosten wird, präsentierten Bauherr Stephan Perwanger, Architekt Robert Kern und Holzbauer Hans Heigl den Pressevertretern die funktional und behaglich eingerichteten Unterkünfte. Ausgestattet ist das Flüchtlingswohnheim mit zahlreichen Zwei- und Vierbett-Zimmern, sanitären Anlagen, Aufenthaltsräumen, verschiedenen Küchen sowie einigen Lagerräumen.

Die Wohngebäude sind anforderungsgerecht und flexibel ausgeführt, sodass die Holzwände jederzeit versetzt werden können, konstatierte der Bauherr. Die schlichten Einrichtungen wurden in Absprache mit der Regierung von Oberbayern fest eingebaut. Später können die Bewohner zusammen mit dem Hausmeister die vorhandene Möblierung erweitern. Als Hauptbaustoffe wurden Holz und Stahl verwendet, die umweltschonend sind und bei einem eventuellen Rückbau wiederverwendet werden können.

Zur guten Energiebilanz trägt eine zweite Dämmebene in vorgesetzten Holzfassadenelementen bei. Laubengänge und ein sogenanntes hinterlüftetes Kaltdach schützen die Bewohner vor sommerlicher Hitze. Die Energieversorgung erfolgt durch ein Blockheizkraftwerk mit Hackschnitzel und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. In allen Wohn- und Aufenthaltsräumen gibt es bodentiefe Fenster, über die man die umlaufenden Rettungslaubengänge gelangt. Diese Balkone aus Metall dienen gleichzeitig für die „soziale Entspannung“, erklärte der Architekt.

Die Verantwortlichen sind froh, dass die Bauarbeiten so zügig über die Bühne gegangen sind. Denn das Projekt war nicht unumstritten. Im Oktober stimmte der Gemeinderat dem Bau am Ortsrand von Zolling zu – obwohl einige Bürgervertreter Bedenken wegen der Größe und Lage (in einem Überschwemmungsgebiet) des Gebäudes hatten. Und mit „Trittbrettfahrer-Aktionen“, wie sie Bürgermeister Max Riegler einst betitelte, wollte die Partei Alternative für Deutschland (AfD) via Flyer und Internet-Blog Stimmung machen. Nun also ist die Unterkunft fast fertig.

Wolfram Riedel & Andrea Hermann

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