Temperamentvoll: Mit seiner energiegeladenen Art spornte Bob Ross die Zollinger zu Höchstleistungen an. Foto: Martin

Zollinger Musikverein probt mit Bob Ross

Zollinger - Einen ganz besonderen Gast durfte der Musikverein in Zolling am Dienstagabend begrüßen. Der Hornist der Münchner Philharmoniker, Bob Ross, hatte zu einer humorigen Orchesterprobe geladen Die Zuhörer waren von „Bob’s interaktiver Spaßprobe“ hellauf begeistert.

Schon beim Betreten der Bühne im Zollinger Bürgerhaus wurde es deutlich: Hier ist ein sympathischer, ungekünstelter Zeitgenosse am Werk. Es gehe nicht darum, soviel als möglich zu üben, sondern darum, mit Freude zu spielen, erklärte der schottische „Wahlbayer“ Bob Ross den jungen Musikern.

„Der Mensch ist das erste Instrument.“ Diese Theorie unterstrich der Gastdirigent mit Geschichten aus dem musikalischen Leben seines Ensembles. „Windstärke neun“ herrsche bei den Auftritten der Münchner Philharmoniker. Denn die „Luft“ sei für die Bläser „Benzin“. Und die Lippen der „Motor“. „Spielt aus euch heraus“, legte Ross den Zollingern nahe. Und wer das berücksichtige, der spiele aus dem Herzen.

Der Gründer und Leiter des bekannten Bläser-Ensembles „Blechschaden“ sparte auch nicht mit humorigen Exkursen in seine eigene Vergangenheit. Aus der Herkunft seiner Vorfahren, die keine „Großverdiener“ gewesen seien, machte er keinen Hehl. In der schottischen Bergarbeiterstadt sei Geld knapp gewesen. Und wenn da mal die Miete bezahlt worden sei, sei sofort die Polizei da gestanden, die wissen wollte, woher das Geld kam.

Mit seiner energiegeladenen Art spornte Ross die jungen Musiker zu Höchstleistungen an. Die Leidenschaft sei wichtig, betonte er. Das Leben solle man nicht „viereckig“ sehen. Sprach es und wirbelte den Dirigentenstab durch die Luft, als wolle er damit alle Anwesenden verzaubern. Und irgendwie gelang dies dem temperamentvollen Schotten auch: Märsche und Polkas, die die Zollinger für ihren Gast einstudiert hatten, waren plötzlich voll innigem Ausdruck. Das war mehr als die Zollinger Fangemeinde erwartet hatte. Auch der Maestro war beeindruckt: „Das ist Musik vom Feinsten“.

Zum Schluss der dreistündigen Veranstaltung brachte das bestens gelaunte Orchester sogar noch den bayerischen Defiliermarsch zur Aufführung. Und das, obwohl sich Ross sogar schon einmal geweigert hatte, diesen zu spielen. Zu Markus Söder habe er einmal„Nein“ gesagt, als dieser ihn gebeten hatte, den Marsch auf dem CSU-Parteitag zu spielen. Auf dessen erstaunte Frage „Warum?“ habe er geantwortet: „ Weil er in der Regel schlecht gespielt wird.“ Der legendäre Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker, Sergiu Celibidache, habe immer gesagt, der Marsch werde nicht richtig phrasiert. Mit den Leistungen der Zollinger Freunde war Ross indes mehr als zufrieden. Und auch die Musiker waren sich einig, dass von diesem Abend eine Menge „hängen geblieben“ sei. (mam)

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