Die Natur holt sich das Abseits zurück. Ob die ehemalig e Kultkneipe jemals wieder ihre Pforten öffnen wird? Lehmann

Finanzausschuss beschließt

Zu viele offene Fragen: Abseits-Entscheidung erneut vertagt

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Die Hängepartie für das Abseits geht weiter. Gestern wurde im Finanzausschuss abermals die Entscheidung vertagt, ob und wie die Stadt beim Erhalt der Kulturstätte mitwirken will. Denn ein Gutachten hatte neue Fragen aufgeworfen.

Freising – Das sei „eine monumentale Angelegenheit“, sagte Birgit Mooser-Niefanger (FSM). Acht Monate, nachdem im Stadtrat eine Entscheidung darüber, ob und wie die Stadt den Abseits-Verein bei der Rettung der Kneipe in Neustift unterstützen will, verschoben wurde, hat man gestern Abend wieder keinen Beschluss gefasst. Die Causa Abseits geht in die nächste Runde.

Ein von der Firma Hogarat & Partner erstelltes Gutachten hatte eindeutig ausgesagt, dass ein Kauf des Gebäudes durch die Stadt mit anschließender Erbaurecht-Lösung ein viel zu hohes Risiko für die Stadt beinhalte. Die Stadt würde im schlimmsten Fall auf 600 000 Euro sitzenbleiben – nämlich dann, wenn der Verein scheitere und ein Darlehen in welcher Höhe auch immer (von 600 000 Euro ist die Rede) nicht mehr zurückzahlen könne. Sebastian Habermeyer (Grüne) kritisierte allerdings, dass das Gutachten von einer Generalsanierung des Gebäudes ausgehe (drei bis vier Millionen Euro), der Verein aber nur an eine Renovierung und Instandsetzung denke. Kein Wunder also, dass bei falschen Voraussetzungen „ein relativ vernichtendes Urteil“ herauskomme. Manche Annahmen im Gutachten seien ja geradezu eine „Frechheit“.

OB Tobias Eschenbacher sprach von einer sehr schwierigen Entscheidung. Dass die gestern nicht getroffen wurde, hat man Reinhard Fiedler (FSM) zu verdanken: Der hatte – in Absprache mit dem Verein – eine Vertagung beantragt, damit auch der Verein die Finanzierung noch detaillierter und fundierter darlegen könne. Peter Geiger und Rudolf Schwaiger (CSU) stimmten gegen den Vertagungsantrag. Geiger sagte, es gehe nicht um Sympathien, sondern um Fakten. Und da frage er schon, ob nicht ein Ende mit Schrecken besser sei als ein Schrecken ohne Ende. Für Schwaiger war klar: So lange der Verein es nicht schaffe, ein Bankdarlehen ohne Bürgschaft der Stadt oder einen Grundbucheintrag durch die Stadt zu bekommen, sei das Risiko zu hoch, dürften die Stadträte aus rechtlichen Gründen einem Kauf mit anschließender Erbpacht-Lösung gar nicht zustimmen. „Das wäre mehr als fahrlässig.“ Und das Risiko sei groß, denn im finanziellen Konzept des Vereins gebe es „keinen Spielraum“.

Knapp eine Stunde wurde diskutiert, dann votierte man mit 12:2 Stimmen für die Vertagung. Damit ist das Abseits auch nicht mehr Thema im Stadtrat am Donnerstag.

Das Minuten-Protokoll zum Nachlesen.

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