Rudi Stiebing (†): Der beliebte Kirchdorfer starb im Alter von 69 Jahren.

Zum Tod von Rudi Stiebing

Einer, der Spuren hinterlassen hat

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Kirchdorf - „Rudi, wir werden dich vermissen!“ So steht es auf der Homepage der Amperthaler Sängerrunde. Rudi Stiebing ist tot. Und sein Freund und gleichzeitig der Vorsitzende des Kirchdorfer Männergesangsvereins, Albert Reichart, spricht mit seinen Worten unzähligen Menschen aus der Seele.

Er führte ein klangvolles Leben: als Mitglied, Gestalter und Verwalter bei der Amperthaler Sängerrunde prägte Rudi Stiebing den Verein wie kaum ein anderer. Sein Vater hatte den Gesangverein 1961 gegründet, und schon damals war Rudi als kleiner Bub immer bei den Proben und Auftritten mit dabei, bis er mit 18 Jahren selbst als aktiver Sänger unverzichtbar wurde. Stiebing kümmerte sich um die Kasse, begann, eine Sängerchronik zu erstellen, die zwischenzeitlich auf stolze 30 Bände angewachsen ist. Nie war der Rudi ohne seinen Fotoapparat unterwegs, unzählige unvergessliche Momente hielt er mit seiner Kamera fest. Unzählige Seiten der Vereinschronik füllte er mit seinen Bildern. Als Notenwart war er der Herr über 150 Partituren, hat diese akribisch genau verwaltet, ergänzt und dafür gesorgt, dass die Noten nach Proben und Auftritten stets komplett wieder zu ihm zurückkamen. So manch ein Sänger wurde dabei auf seine charmant-bayerische Art liebevoll-streng ermahnt.

Sein Platz bei Gesangsproben und Auftritten blieb jedoch schon seit längerem leer: Rudi Stiebings Krankheit ließ es nicht mehr zu, dass er seine große Leidenschaft, das Singen, pflegte. Kraft schöpfte er durch seine zuversichtliche, unerschütterliche Art: Noch bei den Neuwahlen im Verein Anfang des Jahres war er sich sicher, seinen Männern bald wieder aktiv zur Seite stehen zu können. Doch es kam ganz anders, die heimtückische Krankheit war stärker und am vergangenen Samstag verlor Rudi Stiebing seinen tapferen Kampf.

In seiner Familie hinterlässt er eine Lücke, die zu schließen nie möglich sein wird: Als treu sorgender Ehemann seiner geliebten Renate, die er 1976 heiratete; als herzensguter, liebevoller Vater seiner Tochter Elisabeth, seinem Liserl; als Vertrauter seines Schwiegersohnes Florian, dem er sehr nahe stand und vor allem auch als stolzer Opa seines „Weibi“, der Enkeltochter Florentina, die ihm noch so viele glückliche Momente schenkte, als er von der Krankheit schon schwer gezeichnet war. Es war sein Herzenswunsch, seiner Enkelin etwas zu hinterlassen: Und so investierte er viel Zeit und Kraft, baute für Florentina eine Kinderküche und ein kleines Radl zusammen, damit sie noch was „von ihrem Opa hat, falls er irgendwann mal nicht mehr ist“, wie er sagte.

Für immer unvergessen wird auch Rudi Stiebings Interesse an der Vergangenheit in der Gemeinde Kirchdorf sein: Viele Jahre trug er in ganz Kirchdorf Bilder, Zeitungsartikel und anderes Material aus der „guten alten Zeit“ bis heute zusammen, so dass er dem Bürgermeister eine über Jahre hinweg lückenlose Sammlung übergeben konnte. Rudi Stiebing hat in den 69 Jahren seines Lebens in seiner geliebten Heimat Spuren hinterlassen. Unvergängliche Spuren. Ein Trost für alle, die er zurücklässt.

Beerdigung

Beisetzung ist am Freitag, 31. März, um 18 Uhr. Der Seelengottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am Samstag, 1. April, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin. 

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