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Ein Vater hat in Freising seinen 5 jährigen Sohn und sich selbst getötet.

Zwei Tote bei Familiendrama

Freising - Kurz nach Mitternacht ging bei der Polizei ein dramatischer Notruf ein. Die junge Frau am Telefon konnte mit letzter Kraft von einer Schießerei in ihrer Wohnung erzählen.

Ein Familiendrama überschattet das Osterfest in der Domstadt: In einer Wohnung an der Egilbertstraße schoss ein 40-Jähriger aus dem Landkreis wild um sich, tötete dabei seinen fünfeinhalbjährigen Buben, verletzte seine 32-jährige Frau lebensgefährlich und richtete sich dann selbst.

Bilder vom Tatort

Familiendrama: Zwei Tote in Freising

Familiendrama: Zwei Tote in Freising

In der Nacht zum Samstag schrillte das Telefon in der Einsatzzentrale der Polizei: Die schwerst verwundete 32-Jährige hatte es mit letzter Kraft geschafft, die Einsatzkräfte davon zu informieren, dass ihr 40-jähriger, getrennt von ihr lebender Ehemann in ihrer Wohnung in Vötting wild mit einer Pistole um sich schieße. Die Frau war bereits mehrmals von ihm in den Oberkörper getroffen worden. Außerdem in der Wohnung: die beiden gemeinsamen Buben fünfeinhalb und zweieinhalb Jahre alt.

Als die Polizei schließlich die Wohnung öffnete, bot sich den Beamten ein schreckliches Bild: Die 32-Jährige lag blutüberströmt auf dem Boden und hatte noch den Telefonhörer in der Hand. Der größere Bub war tot, ebenso der Vater. Der Zweieinhalbjährige überstand das Drama unverletzt und wurde anschließend vom Kriseninterventionsteam Erding/Freising betreut.

Notoperation im Klinikum Freising

Die schwerst verletzte Mutter wurde noch in der Nacht im Klinikum Freising operiert und, so war zu erfahren, wird überleben. Ansprechbar war sie am Wochenende noch nicht. In dem Wohnblock, in dem sich das Drama abgespielt hatte, waren wohl wegen der Osterferien zum Tatzeitpunkt kaum Mieter zu Hause. Eine Anwohnerin, die die 32-Jährige kannte, berichtete, dass die Frau sehr einsam und isoliert gelebt habe – allein schon deshalb, weil sie als Ausländerin kaum der deutschen Sprache mächtig war. Und das, obwohl sie sich sehr bemüht und auch einen Sprachkurs absolviert hatte.

"Nur auf seine Depression durfte man ihn nicht ansprechen"

Von ihrem Mann lebte sie nach mehr als zehn Jahren Ehe seit geraumer Zeit getrennt. Arbeitsstelle hatte sie keine. Der Ehemann, ebenfalls kein Deutscher, wohnte im Westen des Landkreises. Grund für die entsetzliche Tat dürfte wohl eine tiefe Depression des 40-jährigen Busfahrers gewesen sein. In seinem näheren Umfeld war das bekannt. Ein Kollege und enger Freund: „Wir hatten das beste Verhältnis mit ihm. Ich selbst kannte ihn seit 20 Jahren. Nur auf seine Depression durfte man ihn nicht ansprechen. Das wollte er nicht hören.“

Die Polizei vermutet konkret, dass der Mann die Bluttat verübte, weil die Frau sich von ihm getrennt hatte. Der genaue Tathergang laut Polizeibericht konnte bis Samstagnachmittag nicht rekonstruiert werden, "da noch mehrere Nachbarn befragt werden müssen und vor allem die 32-jährige Frau vernommen werden soll." Sie schebte am Nachmittag noch in Lebensgefahr und war nicht vernehmungsfähig.

Bevor der 40-Jährige Busfahrer wurde, arbeitet er auf dem Bau. Vor zirka fünf Jahren wechselte er dann den Job. Woher der Mann die Waffe hatte, ist bislang noch unklar. Ebenso wenig weiß man, was sich vor de Schießerei in der Wohnung abgespielt hatte. Die Spurensicherung war am Samstag bis in den Nachmittag hinhein vor Ort. Außerdem suchten die Ermittler noch nach dem Pkw des 40-Jährigen.

von Wolfgang Schnetz und Yvonne Henninger

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