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„Eine Sensation in Volksmusik-Kreisen!“ (v. l.) Nandlstadts Kulturreferent Rainer Klier, Waldemar Schranner (Nachkomme von Anderl Schranner in dritter Generation) und Bürgermeister Jakob Hartl präsentierten ein musikalisches Erbe aus längst vergangenen Zeiten. Foto: Martin

Eine besondere Buchpräsentation  

Das zwiefache Vermächtnis des Anderl Schranner

„Habervogel“, „s’Gsottloch“ oder „der Lattial“. Was diese Mundartwörter aus der Hallertau bedeuten, wissen heute nur noch wenige. Der Nandlstädter Musiker Andreas Schranner hat sie als Titel für seine Zwiefachen der Nachwelt erhalten.

Nandlstadt – Ein ganz seltenes Stück seiner musikalischen Überlieferungen wurde am Dienstagabend im Sitzungssaal des Nandlstädter Rathauses vorgestellt: das Faksimile einer Notenhandschrift mit 73 Zwiefachen, das lange Jahre auf dem Dachboden seiner Nachkommen vor sich hin schlummerte.

Musikmeister, Tanzmusikant und Musiklehrer war er, der Schranner Anderl, der 1881 in Nandlstadt das Licht der Welt erblickte. Die musikalischen Grundlagen erlernte er im Elternhaus, den Feinschliff später beim Musikzug des Königlich Bayerischen 2. Chevaulegers-Regiments „Taxis“ in Regensburg. Dort absolvierte Andreas Schranner von 1901 bis 1905 seinen Militärdienst und wurde an mehreren Instrumenten und in Harmonielehre ausgebildet. In die Hallertau zurückgekehrt, hat es sich auch bald herumgesprochen, dass der Anderl sein Handwerk versteht. Mit seinen Landlern und Zwiefachen riss er die Zuhörer stets aufs Neue mit.

Der gebürtige Nandlstädter Musiker Georg Reindl hat bereits in jungen Jahren die Rundtanzmelodien des Anderl Schranner geschätzt. Eigentlich sei es ihm zu verdanken, dass man in der Verwaltung im Nandlstädter Rathaus Wind davon bekommen habe, wie wichtig das Bewahren dieser Musik für die Nachwelt sei, sagte Nandlstadts Kulturreferent Rainer Klier bei der Feierstunde am Dienstagabend. Reindl, der mittlerweile in Moosburg lebt und als Musiklehrer an der Kreismusikschule Erding wirkt, hatte das Original des Notenheftes nämlich schon Ende der 60er Jahre von einem Neffen Anderls zur Verfügung gestellt bekommen. Lange galt dieses jedoch in den Folgejahren als verschollen – bis ein Nachkomme des Schranner Anderl in dritter Generation, Waldemar Schranner, die handschriftlichen Notenblätter auf seinem Dachboden anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Marktgemeinde entdeckte. „Das ist eine Sensation in Volksmusik-Kreisen“, betonte Klier. Für die Volksmusikforschung sei die Publikation wichtig. Notenhefte mit einer so großen Anzahl an Zweifachen seien sehr selten.

Für den Markt Nandlstadt sei es eine große Freude, mit der Herausgabe des Hefts die lokale Volksmusik-Kultur zu fördern, sagte Bürgermeister Jakob Hartl. Gelegenheit, den schneidigen Melodien zu lauschen, hatten die Zuhörer, die zur Präsentation des Büchleins gekommen waren, darunter auch der frühere Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge. Die Geschwister Laschinger mit der Ampertaler Kirtamusi gaben einige der Tanzmusikstücke zum Besten.

Gut zu wissen

„Bayerische Tänze – Historische Notenhandschrift von Andreas Schranner (1881 bis 1947)“. Herausgeber ist der Markt Nandlstadt, Tel: (0 87 56) 9 61 00.

Maria Martin

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