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Große Ausdruckskraft besitzen die Baum-Bilder von Heide Kunze-Lysek und ihrem Bruder Gernot Lysek. Die beiden stellen derzeit im Freisinger Caritas-Zentrum aus.

Gernot Lysek und Heide Kunze-Lysek zeigen ihre Baum-Interpretationen

Zwischen Detailtreue und kreativer Freiheit

Gemessen an der langen Zeit, die Bäume zum Wachsen brauchen, ist ein Künstlerleben eher kurz. Der Faszination der Gewächse hat sich das Geschwisterpaar Heide Kunze-Lysek und Gernot Lysek ihr ganzes Leben lang nicht entziehen können. Unter dem Titel „Bäume? – Bäume!“ zeigen sie derzeit im Caritas-Zentrum ihre Werke.

Freising – Der Zeitpunkt für die sehenswerte Ausstellung ist wohl nicht zufällig gewählt. Der Botaniker und Mikrobiologe Gernot Lysek, der viele Jahre als treibende Kraft beim Kunstverein Freisinger Mohr gewirkt hat und dessen Ehrenvorsitzender ist, feierte dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Neben seinem Wirken als Wissenschaftler habe Lysek „auch die Kunst durch das Leben begleitet“, betonte Kulturreferent Hubert Hierl bei der Vernissage. Was liege da näher, auch als „Geburtstagskind“ in die Materie einzutauchen? Die Bäume, die Gernot Lysek auf seinen Reisen durch viele Mittelmeer- und Wüstenländer skizziert hat, gibt er lebensnah wieder. Er zeichnet sie mit der Hingabe eines Botanikers und verbindet damit berufliche Kenntnisse und kreative Fähigkeiten.

Wie vom Wind geformt steht die imposante südfranzösische Korkeiche in der Landschaft. Das Bild, das deren feingliedriges Geäst zeigt, hängt im Eingangsbereich des Caritas-Zentrums. Lysek stellt solche botanischen Raritäten auch gerne in Schwarz-Weiß dar, gestaltet dabei mittels Graphit- oder Tuschestift. Ziel seiner Tätigkeit sei es, sagt der 80-Jährige, „die Augen für die Schönheit und Einzigartigkeit zu öffnen, die in jedem Baum steckt“.

Auch seine Schwester, die Architektin Heide Kunze-Lysek, hat ihr Leben lang gezeichnet. Allerdings lasse sie – im Gegensatz zum Bruder, der detailgetreu arbeitet – die Farben auf der Leinwand fließen. Kraftvolle farbintensive Aquarelle sind es, die sie mit kräftigem Pinselstrich und großer Ausdruckskraft schafft. Sie verbinde „das Zeichnerische mit der Farbe“. „Dabei geht es ihr nicht um die Erkennbarkeit eines Baumes oder einer Wurzel, sondern vielmehr um das gestalterische Element“, betonte die Laudatorin des Abends, Barbara Birke.

Maria Martin

Gut zu wissen

  • Die Ausstellung im Caritas-Zentrum ist bis Mittwoch, 29. März, zu besichtigen.
  • Geöffnet ist: montags bis donnerstags, 8.30 bis 16, und freitags 8.30 bis 14 Uhr.

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