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Auf ein gutes Saisonfinale 2016 der Münchner Löwen und ihren letzten Spieltag 1966 (v.l.): Vizepräsident Peter Helfer, Meisterspieler Peter Grosser, Autor Manfred Fock, Präsident Peter Cassalette, Sportchef Oliver Kreuzer und Vizepräsident Hans Sitzberger (v.l.) hoffen für den TSV 1860 vor dem Heimspiel gegen Paderborn am Sonntag in der 2. Bundesliga auf ähnlich viel Glück wie bei der einzigen Meisterschaft des Vereins vor 50 Jahren.

Vor dem Anti-Abstiegsspiel in der 2. Bundesliga

Löwen-Bosse in Olching: Kult-Autor spricht 1860-Präsidium Mut zu

Olching - Am Sonntag geht es für die Münchner Löwen gegen Paderborn um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Am Freitag machte ein Kult-Autor das Präsidium schon mal Mut, als er an alte Glanzzeiten erinnerte.

Der Himmel weint bisweilen, wenn die Löwen siegen. Am Sonntag, wenn der TSV 1860 gegen Paderborn um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga kämpft, wird laut Wetterprognosen die Sonne lachen. Im Juni 1991, als nach acht Jahren Bayernliga die Rückkehr ins Profitum gelingt, regnete es in Strömen. Noch mehr himmlische und irdische Freudentränen wurden am 28. Mai 1966 vergossen. „Der Wetterbericht meldet ein verregnetes Pfingsten“, beschreibt Manfred Fock in der Neuauflage seines Buchs „Der letzte Spieltag“ jenen Tag, der 1860 zum deutschen Fußballmeister machte. Zwei Tage vor dem allesentscheidenden Zweitliga-Match hat der Autor aus Adelshofen alte Meister-Löwen und aktuelles Präsidium bei Weißwürscht und Weißbier eingeschworen Fock liest im Olchinger Daxerhof – eine blaue Hochburg nicht erst seit Löwen-Vize Peter Helfer die Wirtschaft übernommen hat. „Ein geschichtsträchtiger Ort“, sagt Fock deshalb. Denn aus Olching kam mit dem 2003 verstorbenen Rudi Brunnenmeier der Stürmer, der an jenem verregneten Maisamstag gegen den Hamburger SV das Tor erzielte, das letztlich die Meisterschaft bedeutete.

In Focks Buch geht es auch um die alte Stehhalle im Grünwalder Stadion. Und den Kampf ums Pfand für die Bierflaschen, den der damals Elfjährige genauso verbissen führte wie seine Idole in den blauen Trikots auf dem Rasen um den Titel rangen. „Die Tagesform entscheidet, bei den Flaschen und auf dem Platz“, heißt es dazu an einer Stelle des Buches. Löwen-Präsident Peter Cassalette hat diesen Kampf um die zehn Pfennig Pfand damals hautnah mitgeerlebt. „Da waren wir ja Konkurrenten“, lächelt der Ober-Löwe in Richtung Fock. Gekannt haben sich beide damals nicht. Aber beide haben auch noch 50 Jahre später die elf Namen drauf, die Meister wurden. „So stimmt’s mit der Aufstellung“, lobt Meister-Löwe Peter Grosser. Er war derjenige, der die Ideen hatte, die zu vielen Toren führten. „Die braucht es jetzt genauso“, sagt Grosser und meint die Zweitliga-Mannschaft. Auch grundsätzliche Dinge im Leben eines Profis hätten sich nicht verändert. Als ein Fan bei der Lesung fragt, ob die Spieler damals in der Saison nach dem Titel gegen Trainer Max Merkel gespielt hätten, wird Grosser so temperamentvoll wie vor 50 Jahren als Regisseur: „Kein Profi verliert absichtlich.“ Den Ball nimmt Sportchef Oliver Kreuzer auf. „Unter ,Biero’ ist der Spaß wieder da“, sagt der Sportdirektor über den Coach auf Zeit, Daniel Bierofka. Dessen Vater Willi kickte Anfang der 1970er-Jahre beim SC Fürstenfeldbruck und sorgte 1977 ebenfalls für Freudentränen, als der TSV 1860 in die Bundesliga aufstieg. Davon sind die Löwen momentan weit entfernt. Umso bedeutender sind für Helfer die Erinnerungen an 1966. „Tradition ist wichtig. Sie gibt Kraft für die Zukunft.“ Damit einer wie Fock vielleicht mal auch über den letzten Spieltag 2016 schreiben kann: „So ein Tag, so wunderschön wie heute.“

Hans Kürzl

 

Das Buch ist unter dem Titel „Der letzte Spieltag“ im Fangorn-Verlag, Adelshofen, erschienen. Die Neuauflage Mai 2016 als Taschenbuch: ISBN 978-3-941518-08-7. Preis: 8 Euro. Das Paket zusammen mit dem Hörbuch zu 18,60 Euro Paket ist nur über den Verlag bestellbar.

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