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Begeisterten beim Neujahrskonzert: die Chorgemeinschaft und das Westböhmische Symphonieorchester Marienbad. 

Stadtsaal

2017 beginnt mit operettenhaftem Schwung

Fürstenfeldbruck – Der Stadtsaal im Operettenhimmel: Beim Neujahrskonzert der Chorgemeinschaft ließen die Sänger gemeinsam mit dem Westböhmischen Symphonieorchester Marienbad und vier Solisten ein Feuerwerk an musikalischer Seligkeit aufsteigen.

Am Dirigentenpult stand gewohnt souverän Chorleiter Klaus Linkel. Es war das zweite Mal, das der 69-Jährige seit seiner Genesung von einem Hörsturz wieder in Bruck auf der Bühne stand. Im vergangenen Jahr musste das Neujahrskonzert kurzfristig abgesagt werden, doch darüber verlor an diesem Abend niemand mehr ein Wort – nicht einmal eine Anspielung kam Moderatorin Lilli Linkel über die Lippen. Sie beschränkte sich darauf, in ihrer charmanten Art die Geschichten rund um die Operetten-Auszüge zu erzählen und sich augenzwinkernd kleine Wortgefechte mit Ehemann Klaus zu liefern.

„Das fängt ja gut an“, war der erste Teil des Programms überschrieben, und damit hatte die Chorgemeinschaft nicht zu viel versprochen. Johann Strauß’ „Kaiserwalzer“ – vom Orchester makellos intoniert – bildete den rauschenden Auftakt zu fast einer Stunde Operetten-Hits von allen, die auf diesem Gebiet Rang und Namen haben, darunter Emerich Kalmán, Franz Lehár, Franz von Suppé, Arthur Sullivan und Carl Millöcker. Die Solisten Christina Gerstberger und Laura Faig (beide Sopran), Christian Bauer (Tenor) und Torsten Frisch (Bariton) durften sich nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch austoben, was ihnen sichtlichen Spaß machte.

Gerstberger gab unter anderem mit einer Adaption des „Schwipslieds“ aus der Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ eine amüsante Vorstellung als Angeheiterte. Bauer ließ den Herzschmerz des Prinzen Sou-Chong („Immer nur lächeln“) greifbar werden, und Laura Faig becircte den ewigen Schwerenöter Torsten Frisch („Ich bin verliebt“). Dass sowohl Bauer als auch Frisch erkältet und deshalb nicht hundertprozentig bei Stimme waren, merkte man höchstens an seltenen Kieksern.

Der knapp 40-köpfige Chor unterstützte die Solisten mit Leidenschaft und nach offensichtlich perfekter Vorbereitung. Das Zusammenspiel von Orchester, Chor und Solo-Stimmen wirkte mühelos unter Linkels raumgreifendem, fast tänzerischem Dirigat – und das, obwohl alle Mitwirkenden normalerweise nur am Tag des Auftritts gemeinsam proben.

Nach der Pause fokussierte sich das musikalische Geschehen auf eine einzige Operette, nämlich Franz Lehárs „Graf von Luxemburg“. Dieses Werk hätte bereits bei dem ausgefallenen Konzert vor einem Jahr auf dem Programm stehen sollen.

Die herrlich unrealistische Story um einen verarmten Adligen, der für Geld eine Schein-Ehe eingeht und sich dann prompt in die Angetraute verliebt, führt nach einigen Wirrungen – natürlich – zum Happy End. Das Finale vom unverhofften großen Glück setzte dann einen optimistischen Schlusspunkt – kein schlechter Start für ein neues Jahr. (os)

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