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Die Sanierung der Mittelschule wird teuer.

Puchheim

21 Millionen Euro für Schul-Sanierung

Eine böse Überraschung erlebte der Puchheimer Stadtrat in der jüngsten Sitzung: Auch die Mittelschule muss dringend saniert werden, weil der Brandschutz nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Es ist eine weiterere äußerst kostspielige Maßnahme.

Puchheim – Auf Puchheim kommt eine weitere Schulsanierung mit Millionen-Aufwand zu. Wie in der jüngsten Stadtratssitzung bekannt wurde, muss die Mittelschule am Gerner Platz weit umfassender für den Brandschutz ertüchtigt werden als bisher angenommen. Die Kosten sollen laut einem Gutachten bei etwa 21 Millionen Euro liegen. Was genau zu tun ist und wieviel Zeit für die Umbauten bleibt, wurde noch nicht erläutert.

In die Schule aus den 1970er-Jahren war schon in der Vergangenheit immer wieder Geld gesteckt worden. Zuletzt waren neue Aufzuganlagen in Auftrag gegeben worden. Auch, dass es mit dem Brandschutz hapert, war wiederholt aufgefallen. So sind zum Beispiel die Decken nicht dicht genug verfugt. Dass erheblich mehr in dem Schulkomplex zu tun ist, zeigte aber erst die intensivere Untersuchung, die von der Stadt in Auftrag gegeben worden war. Mit dem Thema soll sich zunächst der Planungsausschuss des Stadtrats am 8. Oktober beschäftigen. Dem Vernehmen nach sind auch Abriss und Neubau der Schule als Option nicht ausgeschlossen.

Investitionsplan

Die neue Hiobs-Botschaft wurde im Rahmen der Vorstellung eines mehrjährigen Investitionsplans bekannt, den die Finanzverwaltung – einem Antrag der CSU folgend – vorgelegt hatte. Auf dieser „To-Do-Liste“, wie sie Kämmerer Harald Heitmeir nannte, sind Ausgaben von fast 135 Millionen zusammengefasst. Allen voran die Stadtmitte mit 31 Millionen, eine Zahl, die allerdings bezweifelt wurde. Damit könne man gerade einen Keller und ein Gebäude darüber errichten, meinte Günter Hoiß (CSU). Geplant sind im künftigen Zentrum drei Neubauten plus Umbau von Alter Schule und Grünem Markt.

60 Millionen Darlehen

An zweiter Stelle kommt schon die Mittelschule. Achtstellige Beträge werden außerdem für den Umbau der Grundschule in Puchheim-Ort und die Sanierung des Schwimmbads veranschlagt. Mehrere ins Auge gefasste Vorhaben – Gründer- und Gewerbehof, Rathaus-Erweiterung, eventueller Altenheim-Umbau – waren nicht einmal aufgenommen worden, weil es hier noch an Grundsatz-Beschlüssen fehlt. Sollte alles gebaut werden, müsste die Stadt rund 60 Millionen Euro an Darlehen aufnehmen.

Angesichts der personellen Ressourcen und dem bisherigen Investitionsvolumen rechnet Kämmerer Harald Heitmeir allerdings nur mit jährlichen Ausgaben von rund zehn Millionen Euro. Mehr würde auch die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts gefährden. Sprich: Die To-Do-Liste für die Puchheimer Stadtentwicklung reicht für 13 Jahre.

Über mögliche Konsequenzen aus diesen Zahlen, Abstriche vom Wünschenswerten, wurde eher zurückhaltend diskutiert. Konsens war, dass geliehenes Geld nichts Anstößiges sei, man also viele Projekte auch über Kredite finanzieren könne. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) zog den Schluss, dass man nicht über, aber auch nicht unter seinen Verhältnissen leben sollte. Verschuldung ohne Ende gehe ebenso zu Lasten der nächsten Generation wie schnell und billig zu bauen und dann – siehe Mittelschule – die Folgekosten in die Zukunft abzuwälzen.

Sein Kämmerer hielt es für hilfreich, wenn der Stadtrat tatsächlich Prioritäten setzen würde, das eine oder andere Projekt zu schieben oder eventuell auch zu streichen. Geht es nach dem Rathauschef, soll sich erst der nächste Stadtrat mit dieser Frage beschäftigen. (op)

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