In Germering

30-Meter Baum in Rekordzeit aufgestellt

Germering – Das war rekordverdächtig: In etwas mehr als einer Stunde haben die Germeringer Burschen den Maibaum gestern aufgestellt.

Der Beifall der vielen Besucher war entsprechend laut. Einer der Gründe, warum’s so schnell ging: Der Baum war erheblich leichter als vor zwei Jahren.

Um 9 Uhr wurde der Baum von Kaplan Alois Emslander gesegnet. Eine gute halbe Stunden später begannen die Burschen unter tatkräftiger Mithilfe von OB Andreas Haas mit dem Hochwuchten des traditionell blau-weiß gestrichenen 30-Meter-Stammes. Und schon um 10.38 Uhr intonierten die Luitpold Musikanten aus Germerswang die Bayernhymne zum Zeichen dafür, dass der Baum steht. Das war zwar zwei Minuten zu früh. Ein letztes Anschieben war noch notwendig, ehe Kommandogeber Helmut Westermair rufen konnte: „Guat is!“

Aber zufrieden waren die Burschen und ihre Helfer natürlich dennoch: „Eine super Zeit. Und keine Verletzten“, bilanzierte Herbert Sepp. Er war Burschenvorsitzender in den 1970er-Jahren und ist wie viele der aus dem Burschen-Alter Herausgewachsenen auch beim Maibaumaufstellen nach wie vor mit Rat und Tat zur Stelle. Sepp überwachte quasi als Wasserwaage das Hochstemmen mit den so genannten Schwaibeln, die an je zwei Stangen befestigt sind: Er war jedes Mal mit lauten Zurufen an den Kommandogeber zu hören, wenn der Baum zu einseitig nach oben gewuchtet wurde und es deswegen in der fest im Boden verankerten Befestigung laut zu knarzen anfing. Kommandogeber Westermair orderte dann die entsprechende Seite der kräftigen Burschen zur Korrektur.

Herbert Sepp hatte eine relativ einfache Erklärung, dass das Aufstellen heuer so zügig über die Bühne ging: „Der Baum ist in der ersten Mondphase geschnitten und sofort geschält worden. Es hat dann wenig geregnet, der Baum war sehr trocken.“ Das habe auch dazu geführt, dass der Stamm um etliches leichter war als der Vorgänger-Baum.

Ein weiterer Altbursche, der immer um Mithilfe gebeten wird, ist Stadtrat Franz Hermansdorfer. Seit 50 Jahren, damals stellten die Burschen den ersten gestrichenen Maibam auf, sei er schon mit dabei. Dass so viele der Ehemaligen immer wieder helfen, ist Hermansdorfer zufolge Garant dafür, dass es Traditionen wie das Maibaum-Aufstellen noch gibt.

Wenn es sie nicht mehr gäbe, dann müsste man sie zumindest für OB Haas wieder aufleben lassen: Der packt bei jedem Aufstellen mit an und macht dies gerne, wie er sagt: „Das ist eine Gaudi. Außerdem ist es was, was Gemeinschaft schafft.“

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