Ungewöhnlicher Einblick: So sieht die nagelneue Befüllanlage der Brauerei Kaltenberg von oben aus. Foto: weber

Neue Abfüll-Anlage

45 000 Bierflaschen pro Stunde

Fürstenfeldbruck – Noch stehen die braunen Bierflaschen – nackt und ohne Etikett – auf den Fließbändern in der 3200 Quadratmeter großen Halle hinter der Marthabräustraße.

Sie warten darauf, mit dem frisch gebrauten Bier der Kaltenberger Schlossbrauerei befüllt zu werden – von einer der modernsten Anlagen Europas, wie der Hersteller sagt. Zwölf Millionen Euro haben Bierprinz Luitpold und die Leiter der Brauerei in die Maschinen investiert, die nun „mindestens 20 Jahre lang ihren Dienst leisten sollen“, wie Prinz Luitpold bei der offiziellen Einweihung sagt.

Dann drückt er endlich auf den schwarzen Knopf, der zur Inbetriebnahme medienwirksam installiert wurde. Keine zwei Sekunden später ist es in der Halle so laut, dass sich Landrat Thomas Karmasin und der amtierende Brucker Bürgermeister Erich Raff anschreien müssen, wenn sie ihr Gespräch weiterführen wollen. Die sauberen Flaschen rasen auf halb geschlossenen Edelstahlbahnen dorthin, wo der ausschlaggebene Teil der Produktion passiert. In einem Rondell werden sie befüllt – so schnell, dass das Auge kaum folgen kann. Erst, als die Kronkorken auf das Glas kommen, sieht man: Flasche voll. 45 000 Halbe werden in Bruck pro Stunde eingeschenkt.

„Das ist eigentlich weniger als üblich“, erklärt der technische Leiter Helmut Guggeis zur Verwunderung der geladenen Gäste. Normal seien um die 55 000 Flaschen. Doch in Bruck wolle man konstant arbeiten, nahezu stillstandsfrei.

Und die neuen Maschinen (die alten werden jetzt saniert und wieder verkauft) sind laut Guggeis so gut, dass die Brauerei schon jetzt Energie spart. 20 Prozent weniger Wärme werde in der Waschanlage für Flaschen benötigt. Und insgesamt spare man bereits zehn Prozent Strom. Außerdem sei die Bedienung einfacher, vor allem das Austauschen gewisser Verschleißteile. Eine Etikett-Walze wog bisher beispielsweise 15 Kilo. Heute sind es noch zwei. verena usleber

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