Bäcker 60 Jahre Fürstenfeldbruck FFB Wimmer Drexler Fritz
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Hugo Fritz packte 63 Jahre lang in der Backstube mit an. In der Kriegs- und Nachkriegszeit war die Arbeit oft hart.
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Lukas Drexler war Faschingsprinz in Bruck.
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Wegen der Überschwemmungen zog die Bäckerei Wimmer vom Leonhardsplatz weg.
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Max Wimmer marschierte 1936 als Bub für die Bäcker beim Stadterhebungszug mit.
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Bei der Ehrung: Obermeister Werner Nau (2.v.l.) zeichnet (v.l.) Drexler, Fritz und Wimmer für jeweils 60 Jahre Bäckermeister aus. Gratulanten waren Kreishandwerksmeister Harald Volkwein (4.v.l.) und Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer (r.).
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Die ganze Belegschaft posierte stolz vor der Bäckerei Drexler in Bruck.
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Das alte Gebäude der Bäckerei Fritz in Eichenau.
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Innungsversammlung mit (v.l.) Höfelsauer, Hoch, Reichel, Sellin und Nau.

Dreimal 60 Jahre Berufserfahrung auf einen Streich

Als die Altmeister der Backstuben jung waren

60 Jahre Bäckermeister: In Bruck sind nun drei alte Freunde auf einen Streich für so viele Berufsjahre ausgezeichnet wurden. Fürs Tagblatt kramten alle in ihren Erinnerungen – und in ihren Fotoalben.

Landkreis Lukas Drexler ist82 Jahre alt, Max Wimmer 84 und Hugo Fritz 87. Der Obermeister der Bäckerinnung, Werner Nau, hat sie jetzt für ihr Berufsjubiläum geehrt. Drexler ist heute Ehrenobermeister der Innung. 1957 stieg der Brucker den elterlichen Betrieb in der Pucher Straße 1957 ein – zunächst als Teilhaber. Lange Zeit belieferte Drexler auch den Fliegerhorst mit Frühstückssemmeln.

Eines Morgens passierte es. Als Vertragslieferant hatte er natürlich einen Schlüssel. „Als ich in aller Herrgottsfrüh die Tür zum Wirtschaftsgebäude aufsperrte, war ich plötzlich von Soldaten mit Gewehren im Anschlag umringt.“ Sie forderten den Bäcker auf, sich an die Wand zu stellen. „Erst wurde ich gefilzt, dann mein Lieferfahrzeug.“ Zum Glück klärte sich alles auf. „Aber mir fuhr schon ein gehöriger Schreck in die Glieder.“

Bei der Ehrung: Obermeister Werner Nau (2.v.l.) zeichnet (v.l.) Drexler, Fritz und Wimmer für jeweils 60 Jahre Bäckermeister aus. Gratulanten waren Kreishandwerksmeister Harald Volkwein (4.v.l.) und Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer (r.).

Ihren Ursprung hat die Bäcker-Dynastie Drexler in Jesenwang. Vor 175 Jahren wurde Urgroßvater Augustin vom Gewerbsverein der Müller, Bäcker und Lebzelter (Honigmacher) aufgenommen. 1926 zog der Vater von Lukas nach Bruck. „Für mich war relativ früh klar, dass auch ich Bäcker werde“, erzählt Drexler. Schon als Dreikäsehoch lief er in der Backstube umher. Nach seiner Lehre hängte Lukas eine Ausbildung zum Konditor dran. Dann begannen seine Wanderjahre: München, Köln, Düsseldorf, Hamburg.

Max Wimmer marschierte als Bub beim Stadterhebungszug mit

Irgendwann wollte Drexler wieder heim. Zurück in Bruck verkroch er sich nicht in seiner Bachstube. Er engagierte er sich bei der Innung und saß im Stadtrat, war mit dem Brucker-Land-Brot Pionier bei der Vermarktung regionaler Produkte, 20 Jahre Gildemeister der Heimatgilde, einmal Faschingsprinz und Mitbegründer diverser Vereine. Nach einem Herzinfarkt musste er 1996 kürzer treten. Der Vater von zwei Töchtern vermietete sein Geschäft an der Pucher Straße an seinen Cousin aus Jesenwang.

Auch Max Wimmers Vater hatte eine Bäckerei. Schon als Bub marschierte der kleine Max beim Stadterhebungs-Festumzug 1936 im Bäckergewand vornweg. Aber als die Berufswahl anstand, wollte der Junior Braumeister werden. „Was willst du denn mit dem Dünnbier, Bub“, lästerte sein Vater. Der Junior lernte doch Bäcker und Konditor – und hat das nie bereut.

1967 übernahm Max Wimmer mit seiner Frau den elterlichen Betrieb. Gerda war eigentlich Juwelierin. „Aber sie konnte Semmeln genauso gut verkaufen wie Juwelen“, erzählt Wimmer. Seine Bäckerei zog damals vom Leonhardplatz in die Schöngeisinger Straße. Dort hatte man mehr Platz und war sicher vor dem Hochwasser der Amper.

Max Wimmer marschierte 1936 als Bub für die Bäcker beim Stadterhebungszug mit.

Polizist versinkt in der Odelgrube

Bei der Erinnerung an eine spezielle Überschwemmung muss der Bäckermeister noch heute schmunzeln. „Es gab in Bruck einen von allen gefürchteten Polizisten“, erzählt er. Der half beim Räumen des Lagers, als Backstube und Laden mal wieder unter Wasser standen. „Als er einen Zwei-Zentner-Sack Mehl heraustrug, versank er samt Sack in einer Odelgrube, deren Deckel das Wasser gehoben hatte.“ Der Ordnungshüter wurde gerettet. Aber eine gewisse Schadenfreude konnten sich die Brucker nicht verkneifen.

Heute führt Max Wimmer junior die Bäckerei in der dritten Generation. Der Betrieb beschäftigt in acht Filialen 170 Mitarbeiter.

Hugo Fritz landete 1944 ziemlich plötzlich – und sehr jung – in der Backstube. Es war kurz vor dem letzten Kriegsweihnachten. Als in der Eichenauer Schule die Zeugnisse verteilt wurden, sagte der Rektor: „Jungs, für euch ist die Schule beendet. Wir haben keine Lehrer mehr.“ Am nächsten Tag stand Hugo im Betrieb seines Vaters und arbeitete mit. Es war eine harte Zeit. Mit 14 Jahren musste er schon mal 100 Kilo schwere Mehlsäcke vom Fuhrwerk in die Backstube schleppen. Aber trotz aller Mühen in den Nachkriegsjahren wurde der heute 87-Jährige Bäcker mit Leib und Seele. Nicht selten fiel damals der Strom aus. „Da standen wir oft um einen Tisch mit einer großen Mulde herum und kneteten den Teig mit der Hand.“

Mit dem Pferdefuhrwerk wurde Brot ausgeliefert

Ursprünglich stammt die Bäckerfamilie aus Alling. Vater Hans Fritz eröffnete dort eine Bäckerei und zog zwei Jahre später nach Eichenau um, wo er mit dem Pferdefuhrwerk täglich Brot auslieferte. „Da hat mein Vater ein freies Grundstück gekauft und 1922 seine Bäckerei eröffnet.“ 1950 übernahmen Hugo und sein sieben Jahre älterer Bruder Hans den Betrieb. 1956 heiratete Hugo seine Rosa. Auch sie arbeitete mit – soweit es ihre fünf Kinder zuließen. Sohn Hugo junior, inzwischen 57 Jahre alt, übernahm den Betrieb in der dritten Generation. 63 Jahre arbeitete Fritz senior in der Bäckerei. Seit 1992 erstrahlen Geschäft und Backstube nach einem Neubau in der Hauptstraße in neuem Glanz. Am Eichenauer Bahnhof gibt es eine Filiale.

Hugo Fritz hatte nach Feierabend eine große Leidenschaft: den Sport. Mit 18 Jahren war er Bayerischer Meister im Leichtgewicht-Boxen, später wurde er Süddeutscher Meister im 1000-Meter-Lauf.

von Dieter Metzler

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