Polizei stellt Autofahrer

Wilde Verfolgungsjagd auf der A 99 zwischen Polizei und Augsburger

Germering - Diese Nachtschicht werden die Germeringer Polizisten wohl so schnell nicht wieder vergessen.

Nachdem die Beamten bereits mehrere Alkoholsünder aus dem Verkehr gezogen hatten, mussten sie sich mit einem jungen Augsburger eine wilde Verfolgungsjagd liefern. 

In der Nacht auf Donnerstag ging es rund auf Germerings Straßen: Autofahrer, die entweder unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen, hielten die Beamten vor Ort stundenlang auf Trab. Den spektakulärsten Einsatz dieser Nacht bot ein 26-jähriger Augsburger, der sich unter Einfluss von Drogen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte.

Die Beamten entdeckten den Toyotafahrer gegen 1.20 Uhr. Drei der Gesetzeshüter waren gerade dabei, eine Laser-Kontroll-Station an der Landsberger Straße aufzubauen. Das Messgerät stand noch nicht, da bog der Autofahrer von der Streiflacherstraße in die Landsberger Straße ein. Der Pkw-Fahrer sollte kontrolliert werden. Doch als der Polizist die rote Kelle ausstreckte, dachte der Augsburger gar nicht daran, stehen zu bleiben. Jetzt trat er erst richtig in die Pedale.

Die Streifenbeamten reagierten blitzschnell: In Windeseile bauten sie die Messstation wieder zusammen und klemmten sich hinters Lenkrad. „Der Toyota hatte zum Glück nicht viel PS“, erklärt Germerings Polizei-Vize Andreas Ruch. Deshalb konnte das Trio noch sehen, dass der Flüchtende auf die Spange abbog.

Seine Route führte die Polizisten über die A99 in Richtung Stuttgart bis zum Autobahnkreuz München West. Sämtliche Überholversuche der Polizisten blockte der Raser ab. Nicht nur das: Zuweilen schaltete er sogar das Licht ab, um für die Verfolger nicht mehr sichtbar zu sein.

Das half aber alles nichts, die Polizei blieb dran. Nach einem etwa 15-minütigen Rennen verlangsamte er seinen Wagen und ließ sich einholen. Die Männer dirigierten den Augsburger unter Vorbehalt ihrer Schusswaffen aus dem Auto. Unterstützung erhielten sie von einer Streife aus Gröbenzell und einer von der Autobahnpolizei.

Auf der Wache gab der Augsburger dann zu, früher am Abend zwei Marihuana-Joints geraucht und eine Ritalin-Tablette geschluckt zu haben. Ein Drogenschnelltest bestätigte die Aussage des 26-Jährigen. Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr infolge berauschender Mittel. Zudem kommt noch eine Anzeige wegen Illegalen Handels mit Cannabisprodukten obendrauf – in seiner Wohnung wurden weitere Betäubungsmittel sichergestellt.

Nicht ganz so heftig verliefen weitere Einsätze früher am Abend. Bei einer Kontrolle gegen 22.30 Uhr in der Josef-Kistler-Straße erwischten die Polizeibeamten einen 67-jährigen Germeringer. Er hatte sich mit knapp 1,4 Promille hinters Steuer gesetzt. Für den Audi-Fahrer bedeutete das den sofortigen Entzug des Führerscheins. Außerdem muss er sich wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten.

Ärgern dürfte sich auch ein 45-jähriger Germeringer. Sein Alkoholwert lag nur knapp über der 0,5-Promille-Grenze. Die Beamten stoppten den Fiat-Fahrer in der Kerschensteinerstraße. Als er das Fenster runterkurbelte, wehte den Polizisten schon der Alkoholgeruch entgegen. Ein anschließender freiwilliger Test brachte dann Gewissheit: 0,64 Promille. Er muss nun einen Monat seinen Führerschein abdrücken und zudem 500 Euro Bußgeld zahlen. Polizei-Vize Andreas Ruch jedenfalls wird sich wohl noch einige Zeit an diese Nacht erinnern. Verfolgungsjagden in dieser Form sind für auch für die Germeringer Polizisten nicht alltäglich. „So etwas passiert bei uns vielleicht zwei Mal im Jahr.“

Elena Wlacil

Rubriklistenbild: © dpa

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