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Die Smartphones der Schüler werden auf einem Tisch gesammelt, sie dürfen in der Prüfung nicht verwendet werden. Nach den Tests darf wieder gedaddelt werden.  

926 junge Leute gehen an den Start

Vor der Abi-Prüfung heißt es: Handy weg!

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An die Stifte, fertig, los: Derzeit schwitzen die bayerischen Abiturienten über ihren Abschlussprüfungen. Im Landkreis gehen heuer 926 Gymnasiasten an den Start. Handys – mittlerweile ja praktisch wie Kleincomputer – werden vor den Tests eingesammelt, sie sind strikt verboten.

Landkreis – Fein säuberlich in Reih und Glied und mit Namen beschriftet – so lagen die Handys der Abiturienten des Brucker Viscardi-Gymnasiums am Mittwoch auf einem Tisch in der Dreifachturnhalle. Für 128 Schüler stand das Mathematik-Abitur an und wie alle anderen Prüflinge durften sie die Telefone nicht als Hilfsmittel benutzen. „Wird bei einem Schüler ein Handy entdeckt, gilt das als Unterschleif und die Prüfung als nicht bestanden“, erklärt Schulleiter Walter Zellmeier.

Entweder mussten die Abiturienten ihre Handys daheim lassen oder vor dem Test abgeben. Das gilt auch für das schriftliche Deutsch-Abi am 9., den dritten schriftlichen Test am 12. Mai und die späteren mündlichen Prüfungen, das sogenannte Kolloquium.

Landkreis-Schüler bevorzugen Kunst beim Abitur 2017

Beim dritten schriftlichen Abi konnten die Schüler zwischen einem natur- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fach und einer Fremdsprache wählen. Beliebt sind meistens Sprachen wie Englisch, Französisch oder Latein – nicht nur am Viscardi-Gymasium, sondern auch in Gröbenzell oder am Max-Born-Gymnasium in Germering.

Ein gemeinsamer Trend bei den Abiturienten im Landkreis zeigt sich in diesem Jahr auch beim Kolloquium. Auffallend viele legen die mündliche Prüfung in Kunst ab. „Beliebt ist das bei uns immer, aber mit etwa 50 Prüflingen ist es 2017 erstmals die größte Gruppe“, sagt Boris Hackl, Leiter des Gröbenzeller Gymnasiums. Insgesamt drückt er 140 Schülern die Daumen.

Der Trend zum Kunst-Kolloquium zeigt sich auch am Germeringer Max-Born-Gymnasium. Von den 123 Abiturienten und 22 externen Prüflingen der Waldorfschule Gröbenzell absolvieren rund 50 Schüler das mündliche Kunst-Abi. „Das ist ordentlich“, sagt Oberstufenkoordinatorin Sylvia Bay. Am Gymnasium Olching treten laut Schulleiter René Horak auch einige Schüler zum schriftlichen Test an.

Lehrer müssen das Abitur 2017 vor Pfingsten korrigieren 

Die meisten Prüflinge im Landkreis gibt es in diesem Jahr am Carl-Spitzweg-Gymnasium in Germering, nämlich 157. Dicht gefolgt von Olching: „Mit 151 Schülern haben wir einen größeren Jahrgang“, sagt René Horak. Am Graf-Rasso-Gymnasium in Bruck gehen 114 Jugendliche ins Rennen um das allgemeine Abitur – und damit einer mehr als in Puchheim. Das Schlusslicht mit 79 Prüflingen bildet das Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien.

Rauchende Köpfe wird es aber wohl nicht nur bei den Abiturienten geben, auch die Lehrer sind im Stress. Sie haben heuer nämlich nur drei Wochen Zeit, die Prüfungen zu korrigieren. In einer Petition haben Bayerns Gymnasiasten erkämpft, dass sie ihre Noten schon am 2. Juni bekommen – also vor statt nach den Pfingstferien.

Längere Vorbereitungszeit auf die mündliche Abi-Nachprüfung

Susanne Styrsky, Oberstufenbetreuerin am Puchheimer Gymnasium, ist nicht sehr begeistert davon. Sie weiß, welche Herausforderung auf sie und ihre Kollegen zukommt. „Aber für die Abiturienten ist das sehr praktisch“, sagt Styrsky. Denn wenn ein Schüler früher wisse, dass er ein Fach nicht bestanden hat, könne er sich länger auf die mündliche Nachprüfung nach den Ferien vorbereiten.

„Damit alles schneller korrigiert ist, arbeiten wir sehr effektiv“, sagt Susanne Styrsky. Die Schüler bearbeiten jede Aufgabe auf einem extra Papier. So könne der Erstprüfer die Blätter schneller an den Zweitkorrektor weitergeben. „Wir tun das gerne, denn wir freuen uns über jeden, der das Abitur schafft“, sagt sie. Georg Gebhard, Leiter des Germeringer Carl-Spitzweg-Gymnasiums, sieht in der Blitz-Korrektur keinen Vorteil für die Schüler. „Wer den Stoff in den Jahren zuvor nicht gelernt hat, tut es niemals in den zwei Ferienwochen“, sagt er.

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