Bekommen eine neue Aufgabe (v.l.): Pater Timotheus, Pater Otto, Bruder Coelestin und Pater Rudolf.
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Bekommen eine neue Aufgabe (v.l.): Pater Timotheus, Pater Otto, Bruder Coelestin und Pater Rudolf.

Vier Brüder sollen am Jakobsberg in Rheinhessen neue Impulse setzen

Abschied aus St. Ottilien

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Einigen bekannten Gesichtern unter den Mönchen wird man ab sofort im Klosterdorf nicht mehr oft begegnen. Pater Timotheus Bosch, bisher Prior sowie Mathe- und Physiklehrer am Rhabanus-Maurus-Gymnasium, und Pater Otto Betler, Psychologe und Kursleiter im Exerzitienhaus, sind nach Rheinhessen auf den Jakobsberg geschickt worden. Klosterfotograf Cassian Jakobs wurde nach Spanien entsandt.

St. Ottilien – Bosch und Betler sollen gemeinsam mit ihren Mitbrüdern Cölestin Rapp und Rudolf Stenglein im Kloster Jakobsberg neue Impulse setzen. Das Haus gehört seit 60 Jahren zu St. Ottilien. Es umfasst ein Bildungs-, ein Jugend- und ein Gästehaus und ist dank seiner Lage am rheinhessischen Teil des Jakobswegs auch Anlaufstelle für Pilger.

Die vier Ottilianer haben den Auftrag, aus dem Kloster einen modernen benediktinischen Kraftort zu machen. Unterstützt werden sie dabei von vier Mönchen, die bereits länger auf dem Jakobsberg leben, und einer Gruppe philippinischer Schwestern. Besucher sollen Seelsorge- und Bildungsangebote bekommen, Gottesdienste mitfeiern können und benediktinische Gastfreundschaft erleben.

Bosch sieht den Jakobsberg auch als „Lern- und Experimentierort für St. Ottilien“. Ihn reize die Aufgabe sehr, berichtet der 46-Jährige. Im Gegensatz zum „großen Tanker“ Erzabtei könne man in einer kleinen Gemeinschaft mehr Dinge ausprobieren und schneller Entscheidungen treffen – darauf freut er sich, zumal der Jakobsberg selbst „ein wunderschöner Ort“ sei.

Der Alpenblick von St. Ottilien werde ihm allerdings fehlen, räumt Bosch ein. Ganz zu schweigen von den vielen Freunden unter seinen Mitbrüdern. „Es ist das klassische lachende und weinende Auge. Ich hoffe, dass die Freundschaften die Distanz überdauern.“

Auch werde es darum gehen, in der neuen, nur achtköpfigen Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Während man sich in St. Ottilien auch mal aus dem Weg gehen könne, müssen auf dem Jakobsberg Konflikte anders gelöst werden, so der 46-Jährige. Das Rüstzeug dafür bringt er mit. „Ich habe mich schon als Prior viel mit Gruppendynamik beschäftigt.“

Unterdessen ist sein Mitbruder Cassian ans andere Ende des Jakobswegs entsandt worden – in das spanische Kloster Rabanal etwa 250 Kilometer vor Santiago di Compostella. Dort büffelt der 60-Jährige Spanisch und hat die Aufgabe, sich ebenfalls um Pilger zu kümmern – sie kommen täglich in Scharen hier vorbei. Der ehemalige Klosterfotograf ersetzt einen spanischen Mitbruder, der als Missionsprokurator nach St. Ottilien gewechselt ist. os

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