1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Adelshofen

160 Seiten voll schräger Heimatgeschichten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Loder

Kommentare

null

Er hat’s wieder getan. Und das schon in zweiter Auflage. Manfred Fock sperrt seine Lauscher mit Vorliebe in heimatlicher Umgebung auf.

Adelshofen  Und macht bei seinem im eigenen Fangorn-Verlag erschienenen 13-Episoden-Buch „Heimatlauschen“ trotz eindrücklicher Hinweise darauf, dass Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig seien, kein Hehl daraus, dass er seinen Spaß hat, mit scharfer Zunge das Treiben der unmittelbaren Nachbarn zu beschreiben.

Manchmal sehr schräg und diesmal sogar zwischen einigen Zeilen etwas schlüpfrig-delikat, nimmt der 63-jährige Autor aus Adelshofen in seinem 160 Seiten schweren Werk so ziemlich alles aufs Korn, was ihm zwischen „Beiselbullach und Bürstenfeldbruck“ ins Auge sticht. Den mysteriösen Kornkreis von Mammendorf etwa, der vor mehr als einem Jahr die Esoteriker scharenweise raus aufs Land gezogen hat. Ein Schelm, der Böses denkt, wenn für jeden leicht nachvollziehbar die Rolle der darin involvierten Bauernfamilie mit ihrem Klohäusl beschrieben wird.

Noch skurriler ist die Story von einem verschwundenen Mädel, das nach einer durchtanzten Nacht von Schamanen verzaubert im Ahornbaum eines älteren Ehepaares aufwacht. Klingt verrückt, ist es auch. Doch Fock hat ein feines Gefühl, um Spott und schwarzen Humor auf die Spitze zu treiben.

Schon in seinen voran gegangenen Werken wie der Gartenzwerg-Trilogie oder „Wildschwein ante portas“ hat der Autor kein großes Federlesen mit seinen Mitmenschen gemacht. Begonnen hat der leidenschaftliche Löwen-Fan mit Jahreskarte für die Grünwalder Haupttribüne seine Schriftsteller-Karriere als Verfasser etlicher Fußballbücher, die sich um den TSV 1860, Schiedsrichter und Jugendkicker drehten.

Mittlerweile hat sich der 63-Jährige, der hauptberuflich in seinem Brucker Büro straffällig gewordene Jugendliche zurück in die richtige Spur führt, auf bayerische Heimatgeschichten spezialisiert. Und für die haben sich sogar die im hohen Norden erscheinenden „Lübecker Nachrichten“ interessiert. „Heimat ist für Fock eine rein persönliche Empfindung, die er fern von Idyll und Kruzifix wieder zum Leuchten bringen will,“ heißt es in ihrem Urteil übers „Heimatlauschen“. 

Im Weihnachtspaket

gibt es „Heimatlauschen“ und „Wildschwein ante portas“ für 12,80 Euro auf www.Fangorn-Verlag.de.

Auch interessant

Kommentare