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Im Adelshofener Klostergarten darf eine Asylunterkunft gebaut werden.

Bürgerentscheid

Ja zum Asyl im Klostergarten

Adelshofen - Die Bürger haben entschieden: Die Asylunterkunft im Klostergarten darf gebaut werden.

Über 68 Prozent der Wähler sprachen sich gegen die Bürgerinitiative aus. Diese wollte das Areal von einer weiteren Bebauung freihalten.

Am Ende war das Ergebnis des ersten Bürgerentscheids in der Geschichte der Gemeinde eindeutig: 595 Wähler sprachen sich gegen das Anliegen der Bürgerinitiative (BI) aus. Dem standen lediglich 269 Ja-Stimmen gegenüber. Drei Bürger hatten einen ungültigen Stimmzettel abgegeben. Die Wahlbeteiligung war mit fast 67 Prozent hoch.

Deutliche Unterschiede ergaben sich in den einzelnen Wahllokalen. In den Ortsteilen Luttenwang und Adelshofen war die Ablehnung des Bürgerbegehrens wesentlich deutlicher als in Adelshofen selbst. In Luttenwang standen 133 Nein- 20 Ja-Stimmen gegenüber. 155 Nassenhausener machten ihr Kreuzerl bei Nein, nur 23 bei Ja. In Adelshofen wurde das Bürgerbegehren zwar auch abgelehnt, mit 179:189 Stimmen aber wesentlich knapper. Bei den Briefwählern stimmten 47 für das Begehren, 118 lehnten es ab.

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Michael Raith (CSU) war froh über das Ergebnis: „Jetzt herrschen klare Verhältnisse.“ Der Bürgerentscheid habe gezeigt, dass der Gemeinderat mit seiner Linie richtig gelegen habe. „Jetzt ist das Landratsamt am Zug, die Planung durchzuführen.“ Aufgabe der Kommune ist es nach Ansicht des Rathauschefs nun, sich auf die Ankunft von Flüchtlingen vorzubereiten und für eine gute Stimmung im Ort zu sorgen. „Es war ein demokratischer Prozess, wir können uns weiter in die Augen schauen“, findet Raith versöhnliche Worte in Richtung der Initiatoren des Bürgerbegehrens.

Das sagt der Sprecher der Bürgerinitiative

Deren Sprecher Ronald Vaida zeigte sich als fairer Verlierer, auch wenn man bei der BI natürlich enttäuscht über das Ergebnis ist. „Wir haben ehrlich gesagt mit einer Niederlage gerechnet“, sagte Vaida. Das unterschiedliche Abstimmungsverhalten in den Ortsteilen habe die Vermutung untermauert, dass die Ablehnung in Luttenwang und Nassenhausen wesentlich größer sei als in Adelshofen-Ort. Vaida hofft, dass alle das Wahlergebnis mittragen, „auch die, die für das Bürgerbegehren waren“.

Das sagt der Landrat

Erleichterung herrschte auch bei Landrat Thomas Karmasin (CSU). Das Ergebnis sei auch im Hinblick auf die Stimmung im Landkreis zum Thema Asyl wichtig – sowohl für etwaige weitere Vorhaben, als auch für bereits bestehende Unterkünfte. „Sonst wären dort vielleicht Stimmen laut geworden, dass man es versäumt hat, sich dagegen zu wehren.“ In Adelshofen wird nun mit den Planungen begonnen. Die Container für den Klostergarten seien bereits bestellt. Die Unterkunft soll auf jeden Fall heuer noch fertiggestellt werden.

von Andreas Daschner

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