Erstes großes Fest seit Ausbruch der Pandemie: Im Pschorrstadl in Adelshofen kamen zahlreiche Menschen zusammen, um die Ernennung von Michael Raith und Johann Siebenhütter zu Ehrenbürgern zu feiern. Die niedrige Inzidenz und ein ausgefeiltes Hygienekonzept machten es möglich. 
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Erstes großes Fest seit Ausbruch der Pandemie: Im Pschorrstadl in Adelshofen kamen zahlreiche Menschen zusammen, um die Ernennung von Michael Raith und Johann Siebenhütter zu Ehrenbürgern zu feiern. Die niedrige Inzidenz und ein ausgefeiltes Hygienekonzept machten es möglich. 

Auszeichnung

Adelshofen feiert ein Fest für Ehrenbürger

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Es war die erste Veranstaltung dieser Art im Landkreis seit Ausbruch der Pandemie: In Adelshofen wurde in größerem Rahmen die Ernennung des langjährigen Bürgermeisters Michael Raith und seines letzten Stellvertreters Johann Siebenhütter zu Ehrenbürgern gefeiert.

Adelshofen – „Wir eifern nicht dem Bauamt des Landkreises nach“, feixte Bürgermeister Robert Bals angesichts der langen Wartezeit auf die Feier in Richtung des ebenfalls anwesenden Landrats Thomas Karmasin – der den Seitenhieb mit Humor nahm. Dem Fest sei die Pandemie dazwischen gekommen, so Bals. Der Gemeinderat hatte nämlich schon im Februar 2020 beschlossen, dass Raith und Siebenhütter zu Ehrenbürgern ernannt werden.

Auch Feuerwehrleute wurden ausgezeichnet: (v.l): Feuerwehrreferent Matthias Stangl, Kreisbrandrat Hubert Stefan, Alois Gamsreiter, Josef Nadler (beide 40 Jahre FFW Luttenwang), Helmut Hofmann (40 Jahre FFW Adelshofen), Landrat Thomas Karmasin und Bürgermeister Robert Bals.

Jetzt konnte das Fest mit einem ausgefeilten Hygienekonzept stattfinden. So musste eine Querlüftung gewährleistet sein – also geöffnete Fenster auf gegenüberliegenden Seiten des Saals. Da kam es recht, dass der Pschorrstadel nach langer Sanierungszeit fertig ist, sodass die Gäste dort zusammenkommen konnten. Neben Raith und Siebenhütter wurden auch die ausgeschiedenen Ratsmitglieder Hans Gistl, Hans Hintersberger, Georg Kleefeld (jeweils 24 Jahre im Gremium), Rosmarie Siebenhütter (18 Jahre) und Thomas Schöpf (sechs Jahre) gewürdigt, zudem die Feuerwehrleute Alois Gamsreiter, Helmut Hofmann und Josef Nadler für 40 Jahre Dienst.

Die geehrten Gemeinderatsmitglieder (v.l.): Thomas Schöpf, Rosmarie Siebenhütter, Hans Gistl, Georg Kleefeld und Hans Hintersberger.

Im Mittelpunkt standen aber die neuen Ehrenbürger, Raith darf sich zudem Altbürgermeister nennen. Die Verleihung dieser Würde hatte der Gemeinderat bereits im Mai 2020 beschlossen.

Die Vita zweier Personen, die so lange ein kommunales Ehrenamt ausgeübt haben, in kurzer Zeit aufzuzählen, hielt Bals für unmöglich. Er beließ es daher bei einigen Schlaglichtern der politischen und gesellschaftlichen Karriere – gewürzt mit launigen Einwürfen. Über Michael Raith und seinen ebenfalls anwesenden Bruder Sepp Raith – beide Träger einer gewissen Haarpracht und eines Vollbarts – sagte er etwa: „Die Raith-Buam, zwei Rebellen beim gleichen Friseur.“ Das unweigerlich folgende Gelächter der Festgäste kommentierte der Rathauschef in Richtung der Raith-Brüder mit den Worten: „Ihr werdet’s schon wegstecken.“

Der aus Nassenhausen stammende Michael Raith war 30 Jahre im Gemeinderat, 24 davon als Bürgermeister. Seit 1984 war Siebenhütter im kommunalen Gremium, seit 2014 war er Vizebürgermeister. Beide waren unter anderem aus gesundheitlichen Gründen bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr angetreten.

Bei der Feier waren viele Weggefährten des Duos anwesend, die Geehrten bekamen Erinnerungsgeschenke. Vom SV Adelshofen, bei dem Raith Gründungsmitglied ist, gab es Wimpel, vom Team des Kindergartens und des Bauhofs sowie von Pfarrer Wolfgang Huber Bilder.

Die Ehrenbürger mit ihren Urkunden: Michael Raith (l.) und Johann Siebenhütter. F

Der aus Luttenwang stammende Siebenhütter, der seinerzeit den Eingemeindungsvertrag als Gemeindesekretär Luttenwangs selbst geschrieben hatte, sagte: „Es macht mich stolz, diese Ehrung zu erhalten.“ Für ihn sei das Engagement immer ein Hobby gewesen, das ihm viel Spaß gemacht habe – trotz manch negativer Erfahrung wie Anfeindungen. „Das Positive hat immer überwogen.“

Raith sagte: „Hier in Adelshofen, dem bayerischen Bozen, aufwachsen und wirken zu dürfen, ist nicht mein Verdienst, sondern Gottes Gnade.“ Auf die Fundamente seines Vorgängers, Altbürgermeister Benedikt Schwarz, habe man gut aufbauen können. Er habe „bewegte Jahre und eine schöne Zeit“ erlebt.

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