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Rund 30 Aktive hat der Erwachsenenchor. Zum Liederhort Adelshofen gehören aber auch ein Kinder- sowie ein Jugendchor.

Seit 100 Jahren zum Lied bereit

Der Liederhort Adelshofen feiert sein großes Vereinsjubiläum

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„In Freud und Leid zum Lied bereit“ steht auf die Fahne des Liederhorts Adelshofen gestickt. In der Tat hat die Gemeinschaft in guten wie schlechten Tagen den Verein durch die Jahrzehnte getragen. Heuer feiert der Liederhort sein 100-jähriges Bestehen.

Adelshofen„Wenn die Gemeinschaft nicht wäre, könnte man auch das Lied nicht pflegen“, sagt die Vorsitzende Ruth Schmitz. Gemeinschaftsgefühl wird beim Liederhort großgeschrieben und ist einer der Gründe, dass der Verein keine Nachwuchssorgen hat. „Wir stehen gut da“, sagt Schmitz angesichts von rund 200 Mitgliedern, darunter 30 Aktive im Erwachsenenchor und je 20 beim Kinder- sowie beim Jugendchor.

Die Gemeinschaft wurde und wird dabei nicht nur im Lied gepflegt. So gibt es in mehrjährigen Abständen Vereinsausflüge. Im vergangenen Jahr ging es für die Sänger samt Jugendchor im komplett gefüllten Bus Richtung Kempten. Zeitweise gab es auch eine Theatergruppe im Verein, die damals sogar die Haupteinnahmequelle für den Liederhort war.

Arthur Zuber rief zur Gründung eines Gesangsvereins auf

Es war ein Hauptlehrer namens Arthur Zuber, der den Grundstein für die 100-jährige Geschichte des Liederhorts im Winter des Jahres 1919 legte. Seinem Ruf zur Gründung eines Gesangvereins folgte laut Vereinschronik „sofort eine Anzahl von Burschen und Männern“. Am Ende waren es 22 Gründungsmitglieder. Der Start war dabei wohl wenig vielversprechend: „Völlige Notenunkenntnis und furchtbar raue Stimmen waren jedem Sänger Eigentum“, heißt es in der Chronik weiter.

Aber mit Fleiß und gutem Willen stellte Zuber mit seinen Sängern ein Programm auf die Beine. So konnte man bald mit einem vierstimmigen Männerchor an die Öffentlichkeit treten. Bis zu seinem Wegzug am 1. Oktober 1924 prägte Zuber den Verein. Auch ohne ihn wurde der Liederhort zu einem festen Bestandteil Adelshofens, der aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken ist.

Geburtsstunde: Das sind die Gründungsmitglieder. Sie folgten dem Ruf des damaligen Hauptlehrers Arthur Zuber.

Zum reinen Männerclub sind jetzt auch Mädchen dazugestoßen

Während der Liederhort laut Chronik also als Männerclub begann, sind es heute die Mädels, die vor allem die Jugendchöre prägen. „Wir haben aber auch vier Burschen dabei“, sagt Ruth Schmitz. Weiterer männlicher Nachwuchs ist dank „Deutschland sucht den Superstar“ und „The Voice of Germany“ nicht auszuschließen. „Durch die Singshows im Fernsehen ist das Singen auch bei den Buben wieder cool geworden.“

Ob nun zur Einweihung des renovierten Rathauses, zum Abschied der Klosterschwestern oder nach der erfolgreichen Kirchenrenovierung: In der Vergangenheit gab es zahlreiche Momente, bei denen der Liederhort seine Gesänge erklingen ließ. Beim Adventskonzert erklingen seit den 1970er-Jahren im Wechsel entweder pompöse Werke in der Nassenhausener Kirche oder alpenländische Lieder im Adelshofener Gotteshaus. Unter wechselndem Motto steht das Sommerkonzert. Dabei darf es auch gerne mal eine eher ungewöhnliche Liedauswahl sein. „Wir haben auch schon Operetten aufgeführt“, berichtet Ruth Schmitz. Und nicht zuletzt übernimmt der Chor die Aufgaben des Ende der 1960er-Jahre abgeschafften Kirchenchors.

So feiert der Liederhort sein 100-jähriges Bestehen

Gefeiert wird schon seit einiger Zeit: Eingeläutet wurden die Feierlichkeiten nämlich bereits beim Adventssingen im Dezember, das erstmals mit der Blaskapelle gestaltet wurde. Die hatte 2018 ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. „So ist ein Jubiläum ins nächste übergegangen“, sagt die Vorsitzende Ruth Schmitz. Der Kinderchor beteiligte sich mit dem Musical „Villa Spooky“ ebenso am Jubiläumsjahr, wie es der Jugendchor noch tun wird: Der lädt am Samstag, 13. Juli, um 20 Uhr zum Konzert bei einem Sommer-Picknick in den Kreislehrgarten ein. Außerdem hat der Liederhort die Tradition des Faschingsballs in Adelshofen wieder aufleben lassen: „Der Ball der Bälle“ fand im Februar in der Mehrzweckhalle statt.

Ein altes Foto mit der Fahne. Zum Jubiläum ist das gute Stück renoviert worden.

Höhepunkt des Festjahres ist aber die „Nacht der Nächte“ am 1. Juni – der große Festabend zum 100-jährigen Bestehen. Nach einem Festgottesdienst um 17.30 Uhr in St. Michael, bei dem auch die frisch renovierte Fahne des Liederhorts geweiht wird, zieht der Festzug mit den Fahnenabordnungen der Vereine zu Blasmusik in die Mehrzweckhalle, wo der Geburtstag des Liederhorts gebührend gefeiert wird. Dabei wird es auch ein besonderes Schmankerl geben: Eine CD mit zwölf Liedern, die der Chor eigens zum Jubiläum produziert hat.

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