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Karolin Jais in der Landmetzgerei Luttenwang.

30 Jahre Landmetzgerei Jais

Metzger müssen Qualität abliefern

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Die Landmetzgerei Jais feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Inhaber Engelbert Jais, Obermeister der Metzgerinnung, hat neben seinem Laden in Luttenwang auch Filialen in Mammendorf und Olching.

Luttenwang – Angefangen hat alles aber ganz klein. Im Gespräch mit dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt blickt Jais zurück.

Engelbert Jais ist Metzgermeister.

Herr Jais, wie ging es mit der Landmetzgerei vor 30 Jahren los?

Mein Vater hat mir 1988 die Landwirtschaft übergeben. Er hatte Kuhvieh, aber das Melken war so gar nicht meins. Es hat sich ergeben, dass im November des gleichen Jahres auch der Bauernmarkt in Fürstenfeldbruck eröffnet hat. Es gab eine Ausschreibung für Direktvermarkter, und so haben wir aus einer Sau Blut- und Leberwürscht und Leberkäs gemacht und sind damit nach Fürstefeldbruck gefahren. Langsam ist das dann immer mehr geworden. Heute haben wir acht Metzger und produzieren alles selbst.

Wie hat sich das Metzgerhandwerk in den vergangenen 30 Jahren geändert?

Klassische Schweinebraten werden heutzutage nicht mehr so sehr verkauft. Der Absatz hat sich halbiert, würde ich sagen. Junge Leute gehen heute eher auf Steaks. In diesem Bereich müssen wir viele Spezialitäten machen. Auch die Bedienung der Kunden hat sich gegenüber früher verändert. Wir müssen mehr Beratung geben, wie das Fleisch zubereitet wird. Die Leute wollen zum Beispiel genau wissen, wie man ein perfektes Steak macht. Mein Junior macht deshalb auch Grillkurse.

Mittlerweile ist die zweite Generation an Bord?

Ja, mein Sohn ist voll in der Metzgerei drin. Ich bin jetzt praktisch schon „der Alte“. Mein Schwiegersohn betreibt eine Grillhütte mit großem Erfolg. Mit Jungen, die Ideen haben, tut man sich leichter.

Welche Auswirkungen hat der fehlende Nachwuchs?

Wenn kein Nachwuchs da ist, stellen sich die Alten natürlich die Frage, warum sie investieren sollen. Da ist eben Schluss, wie zum Beispiel in Grafrath oder Emmering. Es ist heute schon ein Problem, Personal oder Lehrlinge zu finden. Bei der Obermeisterversammlung für Bayern wurde das auch beklagt. Wir brauchen wieder Leute, denen das Metzgerhandwerk Spaß macht.

Schaut die Kundschaft heutzutage mehr auf den Preis, oder die Qualität?

Es gibt sicher Leute, die lieber in den Supermarkt gehen. Aber bei meinem Laden in Olching, der zwischen einem Supermarkt und einem Discounter liegt, brummt das Geschäft. Man muss natürlich Qualität abliefern. Der Kunde muss merken, dass wir etwas anders machen, als die Supermärkte.

Sie feiern am 2. Juni das Jubiläum mit einem Hoffest in Luttenwang. Was ist da geboten?

Von 10 bis 17 Uhr wird es Hofführungen, ein Schauwursten und eine Führung durch die Hofgrillhütte geben. Ich, mein Sohn und mein Schwiegersohn teilen uns das auf. Bei den Hofführungen will ich den Leuten zeigen, wie wir unsere Sauen im offenen Stall halten. Die Tierhaltung ist ein großer Faktor bei den Kunden. Ich veranstalte schon seit 30 Jahren Hoffeste und habe immer propagiert, dass der Kunde wissen muss, wie wir produzieren. Außerdem gibt es natürlich Essen und Trinken und ein Steak-Tasting. Die amtierende Weißwurst-Königin Magdalena Heimann ist außerdem auch da.

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