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Mit dem Gefährt kann Maler Wolfgang Metsch direkt zur Baustelle fahren. 

Klimaschutz

Mit dem elektrischen Lastenrad: Maler strampelt von Auftrag zu Auftrag

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Mit dem Fahrrad zur Baustelle: Das heißt es immer öfter beim Adelshofener Malermeister Wolfgang Metsch. Der Handwerker reagiert auf den Klimawandel und hat sich ein elektrisches Lastenrad angeschafft.

Adelshofen „Wir müssen kurzfristig etwas für die Umwelt tun“, sagt Metsch. Deshalb will er nicht mehr für jeden Auftrag ins Auto steigen müssen. Und auch der Kostenaspekt sei nicht zu vernachlässigen. „Wenn ich mir zum Beispiel 50 Autofahrten im Jahr spare, habe ich schon gewonnen.“ Wie viele es am Jahresende tatsächlich sein werden, weiß Metsch noch nicht. „Da fehlen einfach die Erfahrungswerte.“ Denn er ist einer der ersten Handwerker in der Region, der auf ein Lastenrad setzt.

So entstand die Idee mit dem elektrischen Lastenrad

Die Idee dazu entwickelte sich stufenweise. „Ich wollte mir auch privat ein E-Bike anschaffen“, erzählt der 46-jährige Adelshofener. Als ihm ein Werbeflyer ins Haus flatterte, folgte der nächste gedankliche Schritt. „Dort wurden Teilnehmer für einen Pilotversuch gesucht, mit Lastenrädern die Innenstädte zu entlasten“, berichtet Metsch. Er bewarb sich, wurde aber abgelehnt. „Wir sind in Adelshofen einfach zu weit draußen.“

Aber auch auf dem Land sei Verkehrsentlastung und Klimaschutz wichtig. Und so fiel schließlich die Entscheidung: Metsch schaffte sich kein privates E-Bike an, sondern gleich ein Lastenrad für seinen Betrieb. Rund 7000 Euro investierte er in das Gefährt, das seit Mitte August seinen Fuhrpark komplettiert. Es erleichtert unter anderem auch den Transport von Material vom etwas 300 Meter entfernten Lager zum Ausstellungsraum.

Elektrisches Lastenrad nicht immer geeignet

Natürlich kann das Radl nicht bei allen Aufträgen zum Einsatz kommen. „Bei Großbaustellen müssen wir viele Teile, Leitern, Farbeimer und Werkzeuge zum Kunden bringen“, sagt Metsch. Es gibt aber auch Kleinaufträge, wenn zum Beispiel nur eine Tür neu gestrichen, in einem Zimmer Stuck angebracht oder ein Treppenhaus eine neue Farbe bekommen soll. Dann schwingt sich Metsch oder einer seiner vier Mitarbeiter auf den elektrischen Lastenesel.

240 Kilo kann der Maler auf das Gefährt zuladen – inklusive Fahrer. Dazu hat sich Metsch noch einen Anhänger zugelegt, der weitere 80 Kilo trägt. Für kleinere Aufträge ist das völlig ausreichend, wie er betont: „Da bleibt im Lastenraum sogar noch Platz frei.“ Ein weiterer großer Vorteil des E-Bikes: „Man kann damit bis vor die Haustür fahren und muss sein Material nicht vom Parkplatz zur Baustelle schleppen.“

Haupteinsatzgebiet mit dem elektrischen Lastenrad abgedeckt

Im Umkreis von zehn bis 15 Kilometer kann Wolfgang Metsch regelmäßig auf das Lastenrad setzen. Damit ist sein Haupteinsatzgebiet – von Adelshofen bis Fürstenfeldbruck, Mammendorf, Jesenwang und Moorenweis – abgedeckt.

80 Kilometer schafft das Rad ohne Beladung mit einer Batterieladung. „Mit Farbeimern, die schon ganz ordentlich was wiegen, ist es entsprechend weniger.“ Bei weiteren Fahrten kann Metsch deshalb auch nicht auf Autos verzichten.

Seinen Mitarbeitern hat Metsch vorab nichts vom Kauf des neuen Vehikels erzählt. „Sie waren deshalb schon ein wenig überrascht und am Anfang auch skeptisch“, erzählt der Malermeister und schmunzelt dabei. Angesichts der derzeitigen Diskussionen um die Umweltpolitik seien sie dem Lastenradl dann aber doch offen gegenüber gestanden. „Es wird vielleicht noch ein oder zwei Jahre dauern, bis es endgültig voll akzeptiert ist“, vermutet Metsch. „Aber es ist einfach ein Schritt in die richtige Richtung.“

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