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In Adelshofen soll eine Straße asphaltiert werden.

Adelshofen

Straßenausbau auf den letzten Drücker: Anwohner ärgern sich

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 Seit 25 Jahren gibt es die Straße Am Mitterholz in Adelshofen. Endgültig hergestellt wurde sie aber nie. Sie ist lediglich mit einer Kiesdecke versehen.

Adelshofen – Das will die Gemeinde nun ändern – sehr zum Ärger der Grundeigentümer. Denn die müssen nun Erschließungsbeiträge bezahlen: Das sind 90 Prozent der Kosten.

Der Gemeinderat reagiert damit auf eine Vorgabe der Regierung, dass Erschließungsstraßen nach 25 Jahren abgerechnet werden müssen, weil die Beiträge sonst nicht mehr erhoben werden können. In vielen Kommunen haben die Ortspolitiker darauf verzichtet, die alten Straßen auf den letzten Drücker herzustellen. „Warum müssen wir noch bezahlen, während sonst nirgends in der Verwaltungsgemeinschaft die Straßen noch hergestellt werden?“, wollte ein Anwohner in der Ratssitzung wissen.

Wie Bürgermeister Michael Raith (CSU) erklärte, sei zuvor bereits die eine oder andere Straße in der Gemeinde fertiggestellt worden. Der Rathauschef pocht auf Gleichbehandlung. Außerdem müssten die später fertiggestellten Straßen dann irgendwann von der Allgemeinheit bezahlt werden. Denn Ersatzzahlungen für die Kosten gebe es nicht, sodass das Geld womöglich über Steuern und Abgaben auf alle Bürger zurückfällt.

Dass es die Grundeigner an der Straße Am Mittelholz nun trifft, hat aber noch einen anderen konkreten Hintergrund: Als die Straße gebaut wurde, waren Kanal und Wasserleitungen verlegt worden. Der Kostenanteil der Grundeigner belief sich laut Vizebürgermeister Johann Siebenhütter (CSU) auf 47 300 Euro – und dieses Geld wurde bereits abgerechnet. Wird die Straße nicht bis zur 25-Jahres-Frist hergestellt, muss die Gemeinde diese Summe an die Zahler zurücküberweisen.

Es sei ein Entgegenkommen der Gemeinde gewesen, dass die Straße über 25 Jahre nicht endgültig hergestellt wurde, so Raith – „weil die Anwohner gesagt haben, ihnen reicht die Kiesbefestigung“. Und nicht zuletzt habe man die weitere Entwicklung des Baugebiets abgewartet, um die Straße bei etwaigen später bebauten Grundstücken nicht gleich wieder aufreißen zu müssen.

In einer Anliegerversammlung will Raith den Bürgern erläutern, wie es weitergeht. Einen Vorgeschmack bekamen die Zuhörer der Ratssitzung. Dort wurden nämlich die Ausbaupläne vorgestellt. Rund 282 000 Euro sollen demnach die Arbeiten an der Fahrbahn kosten. Dazu kommt die Straßenbeleuchtung. Über diese Detailplanung will Raith in der Anliegerversammlung nochmals mit den Anwohnern diskutieren. Die Ratsmitglieder segneten die Planung aber schon einmal einstimmig ab.  ad

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