Kommunalwahl 2020

Adelshofens Bürgermeister tritt nicht mehr an

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Die Gemeinde mit ihren drei Ortsteilen Adelshofen, Nassenhausen und Luttenwang wird bei den Kommunalwahlen 2020 einen neuen Bürgermeister wählen müssen.

Adelshofen–  Amtsinhaber Michael Raith wird nicht mehr antreten. Wer sich um seine Nachfolge in Adelshofen bewerben wird, ist noch offen.

Vier Amtszeiten lang war Raith das Oberhaupt der Gemeinde. Nach 24 Jahren ist aber Schluss. Eine fünfte Legislaturperiode mit ihm an der Spitze wird es nicht geben. „Bei der Kommunalwahl 2020 bin ich dann 67 Jahre alt“, sagt der CSU-Politiker. „Da will ich das Amt in jüngere Hände legen.“ Spekulationen, wer in seine Fußstapfen treten wird, sind laut Raith noch zu vage. „Es gibt aber geeignete Leute im Gemeinderat, denen ich es durchaus zutraue.“

Mit ein Grund für seine Entscheidung ist die gesundheitliche Situation bei dem im Ortsteil Nassenhausen lebenden Noch-Rathauschef. Raith hatte zuletzt mit Hüftproblemen zu kämpfen und ein künstliches Gelenk bekommen. Dazu kommt eine Operation an der Halsschlagader. Dass der Rathauschef in dieser Zeit trotzdem nicht allzu lange von seinem Vize und Parteikollegen Johann Siebenhütter vertreten werden musste, spricht für das Engagement und die Freude, mit denen Raith sein Amt ausübt.

Als der 65-Jährige 1996 zum Rathaus-Chef gewählt wurde, war er bereits im Gemeinderat engagiert. Sechs Jahre lang hatte er das Amt des Vizebürgermeisters bekleidet. Es war bei weitem nicht sein einziges gesellschaftliches Engagement. Neun Jahre lang war der Vater zweier mittlerweile erwachsener Kinder Elternbeiratsvorsitzender, 16 Jahre hatte er sich als Pfarrgemeinderat in das Leben der Gemeinde eingebracht. Seit 2002 ist Raith Vorsitzender im Abwasserzweckverband – ebenfalls nach sechs Jahren als Vize. Dazu kommen eine lange Zeit im Vorstandsgremium des Wasserzweckverbandes sowie diverse andere Ämter in mehreren Adelshofener Ortsvereinen. „Die Aufgaben werden in Zukunft nicht weniger.“ Angesichts seiner Krankheitsgeschichte sagt er aber auch: „Mit zunehmendem Alter kann auch immer etwas Unvorhergesehenes passieren.“ Darum hört er nun auf. Nicht aber ohne die Gemeinde in seinen 24 Jahren als Bürgermeister wesentlich geprägt zu haben.

Unter Raith als Gemeindechef haben sich nicht nur Adelshofen, sondern auch die Ortsteile Nassenhausen und Luttenwang entwickelt. „In den Ortsteilen gab es jeweils eine Dorferneuerung, im Hauptort soll demnächst sogar schon die zweite folgen“, sagt Raith. Überhaupt wurde in Sachen Infrastruktur viel getan. „Der Ausbau der Ortsverbindungsstraße nach Jesenwang war eine langwierige Sache“, erinnert sich der Nassenhausener. Gemeinsam mit seinem Jesenwanger Amtskollegen Erwin Fraunhofer wurde das Projekt nach vielen Diskussionen verwirklicht.

Der Bau der Kinderkrippe wurde unter Raith ebenso angestoßen. Und nicht zuletzt wurde 2014 das Klosterareal von der Kongregation der Armen Schulschwestern erworben. Der Kauf prägt nun die Aufgaben, die Raith in seiner Amtszeit noch realisieren oder zumindest anstoßen möchte. In erster Linie ist da nämlich der Bau des neuen Kinderhauses auf diesem Areal zu nennen. „Die Planungen ziehen sich etwas.“ Gleichwohl soll das Gebäude bis zu den Wahlen 2020 zumindest weitgehend fertig sein.

Ähnliches gilt auch für den Neubau des Feuerwehrhauses in seinem Heimatort Nassenhausen. „Das soll zumindest noch begonnen werden.“ Dazu kommen die Planung der neuen Ortsmitte Adelshofen im Rahmen der erwähnten zweiten Dorferneuerung und diverse Sanierungen der teils maroden Straßen im Ort.

Wenn sich Raith in rund 15 Monaten nicht mehr mit solchen Themen auseinandersetzen muss, wird ihm trotzdem nicht langweilig. Zwar ist er 2013 nach insgesamt 43 Jahren als Reha-Berater bei einer Krankenkasse in Ruhestand gegangen und beruflich damit nicht mehr eingebunden. Und auch die Kinder sind mit 32 und 35 Jahren inzwischen erwachsen. „Aber es gibt noch einiges am eigenen Anwesen zu tun.“ Die Arbeit als Bürgermeister bereitet ihm zwar sichtlich noch immer Freude. „Aber jetzt will ich mich dann um mein Privatleben kümmern.“

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