Junges Ehepaar setzt Idee um 

Darum wachsen in Luttenwang Melonen

Insekten flirren, ein süßlicher Duft liegt in der Luft, im strahlenden Grün erstreckt sich das Melonenfeld von Familie Dittert. Wasser- und Honigmelonen bekommen hier, am Hof in Luttenwang, die perfekten Bedingungen und die nötige Zuneigung, um zu großen, leckeren Früchten heranzureifen.

LuttenwangJohannes Dittert (28) und Anna-Sophie Dittert (27) sind die stolzen Besitzer dieser regionalen Melonenzucht. Bereits im zweiten Jahr bauen sie drei verschiedene Arten an: kleine Wassermelonen und zwei Sorten Zuckermelonen, auch Honigmelonen genannt. Johannes Dittert erzählt: „Die kleinen Wasserfrüchte eignen sich für unsere Zwecke viel besser. Denn wer braucht schon acht Kilogramm Melone oder mehr auf einmal?“ So züchten sie nur Früchte, die eine Familie locker alleine aufessen kann.

Fruchtbarer Bodenund genug Platz

Die Idee, subtropische Sommerfrüchte anzubauen, kam über einen alten Schulfreund von Johannes Dittert. Denn dieser ist Melonenzüchter. „Da wir fruchtbaren Boden haben und noch genügend Platz vorhanden war, dachten wir, das können wir auch“, erzählt der junge Vater. Das Projekt war anfangs als Hobby geplant, denn das Ehepaar aus der Gemeinde Adelshofen ist voll berufstätig. Anna-Sophie Dittert, momentan im Mutterschutz, arbeitet im Amt für Landwirtschaft, Johannes Dittert ist Berater für Landwirtschaft.

Trotz der guten Bedingungen merkte das junge Paar schnell, wo Schwierigkeiten liegen können. „Aller Anfang ist schwer – und Erfahrungen gibt es hier so gut wie keine“, sagt das Ehepaar mit einem Lächeln. So konnten heuer im Vorfeld Probleme aus dem Vorjahr behoben werden. Die tropischen Pflanzen brauchen im Idealfall eine konstant warme Temperatur, erklären sie. So bauten sie einen sogenannten Folientunnel, um Hitze und Feuchtigkeit an den Pflanzen zu halten. Dieser Tunnel muss trotzdem immer offen sein, damit Nützlinge wie Käfer, Bienen und Hummeln die Pflanzen bestäuben und mit weiteren Nährstoffen versorgen können. Auf dem Boden mussten Folien verlegt werden, um Schädlinge und Unkraut fern zu halten. Der Untergrund selbst braucht ein gewisses Gefälle, um die stromlose Wasserversorgung zu garantieren.

Das Paar kümmert sich zu zweit um Anbau und Ernte, bekommt aber Hilfe aus der Familie. Insgesamt ergibt sich ein enormer Kosten-, Material- und Zeitaufwand. Doch das nehmen die jungen Eltern gerne in Kauf. Auf Chemikalien, die ihnen die Arbeit erleichtern könnten, verzichtet das Paar komplett: „Uns ist es wichtig, dass die Melonen naturbelassen bleiben“, sagt Johannes Dittert.

Vielleicht gibt esschon bald auch Eis

Mit einem Preis von 1,50 Euro pro Kilo für die Wassermelonen und zwei Euro pro Kilo für die Honigmelonen merkt der Kunde von dem Kostenaufwand der Familie nicht viel. Im Supermarkt sind Melonen meist teurer. Der Züchter sagt: „Uns ist durchaus bewusst, dass Frische und Qualität nicht ausreichen, um Kunden zu locken. Deshalb wollen wir einen fairen Preis bieten und stehen gleichzeitig für regionale Produkte ein.“ Zudem solle der Kunde wissen, dass er einen konstanten Preis erwarten kann – ohne Schwankungen.

Kaufen kann man die Früchte am Hof in Luttenwang, Haspelstraße 6a, täglich ab 18 Uhr. Vorbestellungen sind unter Telefon (0 82 02) 96 15 80 möglich. Zudem werden sie im Apfelhof Nassenhausen sowie im Hofladen Holzmüller in Grunertshofen und im Oswaldhof in Steinbach (beides Gemeinde Moorenweis) verkauft.

Und bald gibt es eine Besonderheit, wie Johannes und Anna-Sophie Dittert erzählen: „Ein Eishersteller aus der Region möchte demnächst Eis aus unseren Melonen produzieren.“ Das kann sich dann nächstes Jahr auch ihr kleiner Sohn Korbinian schmecken lassen. Im Moment locken den sechs Monate alten Buben weder Eis noch Melonen – Letztere höchstens zum Spielen. (cu)

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