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Frank Bischoff ist mit „Der Landrat und seine Westgemeinden“ vertreten – was der Künstler aussagen will, kann man am Samstag bei einer Führung fragen.

HofmarkART

„Dorfbilder“ erlauben den Durchblick

Adelshofen – Wenn sich das Gelände zwischen Pschorrstadel und dem Adelshofener Rathaus in eine Open-Air-Galerie verwandelt, dann weiß man: Die jährliche Ausstellungsreihe HofmarkArt hat wieder begonnen.

Rote Boxhandschuhe an den Händen, vor sich einen Kinderschlitten, im Gesicht das gewohnt jungenhafte Lächeln: So porträtiert der Adelshofener Maler Frank Bischoff Landrat Thomas Karmasin. Den Titel des Gemäldes – „Der Landrat und seine Westgemeinden“ – kann zumindest Bürgermeister Michael Raith sich nicht erklären. „Ich finde nicht, dass er mit uns Schlitten fährt“.

Wer will, kann den Maler selbst nach der Botschaft des Bildes fragen. Am Samstag um 18 Uhr findet gemeinsam mit den Künstlern eine Führung durch die aktuelle Ausstellung statt. Zum zwölften Mal sind das Rathaus und das Außengelände bis zum Pschorrstadel derzeit Kulisse für die regionale Kunst. Einen Titel hat die Ausstellung diesmal nicht. Organisator Gerd Gruber wollte noch mehr Vielfalt zulassen als sonst und den 15 teilnehmenden Künstlern die Chance geben, ihre Ideen ohne Beschränkung auf ein bestimmtes Thema zu präsentieren. „Ich hoffe, dass die Ausstellung dadurch an Vielfältigkeit und Farbigkeit gewinnt und einfach mal anders ist“, so Gruber.

Staunend standen die Besucher bei der Vernissage vor den Porträts von Lars-Henrik Walther und fragten sich, ob sie Fotos oder Gemälde vor sich hatten. Hans und Sophie Scholl sowie zwei unbekannte Schönheiten hat der 48-Jährige auf die Leinwand gezaubert – und zwar nur so nebenbei am Frühstückstisch, wenn man seinem Vater Veit-Peter Walther glauben darf. Herausgekommen ist fotorealistische Perfektion – „und dabei hatte er mit Kunst bis vor zwei Jahren gar nichts zu tun“. Handball-Fans kennen den gebürtigen Brucker als Profispieler mit nicht weniger als 456 Bundesliga-Einsätzen.

Interaktiv ist das großformatige Werk von Brigitte Altschäffl. Es besteht aus 25 einzelnen Quadraten, die mit Magneten auf einer Metallplatte befestigt sind. Der künftige Besitzer kann jeden Tag ein neues Bild gestalten, indem er die Farbflächen nach Lust und Laune versetzt – deswegen heißt das ganze auch „Movie“. Für Brigitte Altschäffl ist das fröhliche Bild eine Abkehr von ihren sonst eher düsteren Themen. „Normalerweise male ich nicht gefällig.“

Draußen stehen Klaus Kühnleins „Dorfbilder“, die aus nichts weiter bestehen als leeren Holzrahmen, die er mit der Kettensäge hergestellt hat. Wer hindurchschaut, sieht die Umgebung – also ein Dorf, argumentiert der Künstler mit unschlagbarer Logik. Albert Multerer hat aus leeren Plastiksäcken „Ruhekissen“ gemacht.

Gerd Grubers Holzobjekt „Vernetzt“ beschäftigt sich mit dem Thema Briefkastenfirmen in Panama und ihrem Patron, dem „heiligen Korruptus“. Bürgermeister Michael Raith freut sich über die vorübergehende künstlerische Aufwertung seines Arbeitsplatzes und betrachtet sie nicht etwa als Luxus. „Kunst ist kein Genussmittel, sondern ein Lebensmittel, mit dem wir uns stärken.“

Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Rathaus kann diese Woche am Dienstag, 9 bis 12 und 17 bis 19 Uhr, am Donnerstag, 9 bis 12 Uhr, sowie am Samstag und Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr, besichtigt werden. Am Wochenende führt Keramiker Hans Peter außerdem vor, wie Objekte in Raku-Brenntechnik herstellt werden. Am Samstag gibt es um 18 Uhr eine öffentliche Ausstellungsführung.

von Ulrike Osman

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