Standort am Klostergarten

Landrat sagt: Asyl-Unterkunft in Adelshofen unumgänglich 

Adelshofen – Die Gemeinde wird laut Landrat Thomas Karmasin nicht um einen Standort für eine Asylbewerber-Unterkunft herumkommen. Der geeignetste Standort sei der Klostergarten – doch der ist höchst umstritten.

Am 24. April werden die Adelshofener im Bürgerentscheid darüber abstimmen.

Obwohl dem Landkreis im April keine neuen Flüchtlinge zugewiesen werden, werden weiter Standorte für Unterkünfte benötigt. „Keiner weiß, wie es ab Mai aussehen wird“, sagt Asylkoordinator Andreas Buchner. „Die Akquise von Flächen einzustellen, wäre fatal.“ Karmasin verweist zudem auf die Erstunterkünfte in den Turnhallen Puchheim, Maisach und Germering, die demnächst aufgelöst werden. „Die Flüchtlinge, die da rauskommen, müssen irgendwo hin.“

Adelshofen hat derzeit als eine von drei Gemeinden im Kreis noch keine Flüchtlinge aufgenommen. Adelshofen wird laut Karmasin deshalb Hilfesuchende aufnehmen müssen. „Die Bürger sollten vor dem Entscheid noch einmal tief in sich hineinhören, ob sie wirklich gegen denStandort sind, oder ob sie nicht vielmehr hoffen, dass man in Adelshofen um die Aufnahme von Flüchtlingen herumkommt.“ Letzteres werde nicht passieren. „Wenn der Klostergarten abgelehnt wird, brauchen wir einen anderen Standort.“

Die Suche nach einem solchen verlief bislang ergebnislos. Wie Axel Schuhn vom kreiseigenen Hoch-Tiefbau erklärte, seien alle anderen geprüften Flächen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen durchgefallen. Die von den Initiatoren des Begehrens vorgeschlagene rekultivierte Mülldeponie lehnt Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz nicht nur wegen der fehlenden Erschließung ab. „Der Boden ist belastet, außerdem ist es menschenunwürdig, Flüchtlinge auf einer ehemaligen Deponie unterzubringen.“

Das ehemalige Mischgebiet in Luttenwang ist laut Schuhn zu klein für eine wirtschaftliche Unterkunft. Am Waldrand beim alten Sportplatz und auf dem Grundstück der Kirchenstiftung an der Nassenhausener Straße würden radikale Baumfällungen nötig werden. Das ist im Klostergarten nicht der Fall. „Alle Bäume können erhalten werden“, sagt Schuhn. Und auch eventuell vorhandene Bodendenkmäler werden entsprechend geschützt.

Die Flüchtlinge auf alle drei Ortsteile Adelshofen, Nassenhausen und Luttenwang aufzuteilen, mache nur bei dezentraler Unterbringung in Wohnungen Sinn, sagt Karmasin. Bei Containerunterkünften sei das nicht wirtschaftlich.

Initiatoren wehren sich gegen Vorwürfe

Im Streit um die Herausgabe von Informationen wehren sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Aussagen der Bürgermeister Michael Raith und Johann Siebenhütter, sie hätten die Gemeinde hingehalten. Raith hatte in der jüngsten Ratssitzung gesagt, die Gemeinde habe ihren Bürgerbrief zurückgehalten, weil er von der Interessengemeinschaft (IG) hingehalten wurde. Das sei falsch, sagt IG-Sprecher Ronald Vaida. Vielmehr habe er Raith sogar mitgeteilt, dass die Gemeinde mit ihrem Bürgerbrief nicht auf die IG warten solle.

„Außerdem habe ich zu Herrn Raith nicht gesagt, dass wir eine Veröffentlichung seitens der Interessengemeinschaft generell gar nicht mehr für nötig erachten“, so Vaida. Zur Debatte um die Unterkunft betont er: „Es ist für mich im Speziellen und auch für alle Vertreter der Interessengemeinschaft völlig klar, daß Menschen in Not in gegenseitigem Respekt und in Würde geholfen werden sollte.“ Zu den Zielen der IG gehöre es, dass die Menschen in Adelshofen in Frieden und gegenseitigem Respekt zusammenleben können. Vaida: „Ich habe keine generelle Ablehnung gegenüber Flüchtlingen als Menschen, denn auch ich bin Christ.“

von Andreas Daschner

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