Das Rathaus in Adelshofen.
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Adelshofen

Mariensäule wird zum Zankapfel im Gemeinderat

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Position der Mariensäule in Adelshofen wird zu einem Zankapfel im Gemeinderat. Nun setzte sich die Mehrheit der Wählergemeinschaft (WG ANL) gegen die CSU/BfANL durch und lässt eine Versetzung der prägenden Statue noch einmal prüfen. Dass die Maria tatsächlich einen neuen Standort bekommt, steht damit aber noch nicht fest.

Adelshofen - Schon vor der jüngsten Sitzung hatte ein Vorstoß von Bürgermeister Robert Bals (WG ANL) für Vorwürfe im Gremium gesorgt. Bals hatte öffentlich Überlegungen geäußert, die früher schon einmal abgelehnte Versetzung der Säule innerhalb des Kreuzungsbereichs noch einmal zu überdenken. Dies wurde ihm vom 3. Bürgermeister Stefan Heitler (CSU/BfANL) als Beeinflussung des Gemeinderats ausgelegt.

Nun wurde das Thema noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt – und erneut kontrovers diskutiert. Als heftigster Gegner erwies sich einmal mehr Heitler, der auf ein Schreiben des Landratsamtes vom Oktober 2019 verwies: „Darin steht die klare Aussage des Denkmalamtes, dass eine Versetzung nicht möglich ist.“ Zudem seien Teile der Bürgerschaft dagegen, den angestammten Platz der Maria aufzugeben.

Bals möchte prüfen lassen, ob die Säule, die derzeit in Richtung Pfarrer-Lampert-Straße schaut, so versetzt werden kann, dass ihre Front in Richtung Pfaffenhofener Straße blickt. Nach Ansicht des Rathauschefs lässt sich so der geplante Umbau der Kreuzung besser realisieren. „Ansonsten wäre ein normgerechter Ausbau mit Gehweg nicht möglich“, sagte Bals. Damit sei auch eine staatliche Förderung der Baumaßnahme in Höhe von 50 bis 60 Prozent vergeben. Nicht zuletzt müsste die Gemeinde weniger Grund erwerben.

Dass damit das Gemeindesäckel entlastet wird, ist für Heitler aber noch nicht klar. „Für die Versetzung eines solchen Denkmals braucht man eine Fachfirma“, sagte er. Dies würde hohe Kosten verursachen. Seine Fraktionskollegin Alexandra Kral bezeichnete sich selbst als keinen großen Fan von Veränderungen. „Wir sollten den Charakter der Kreuzung bewahren“, sagte sie.

In ein ähnliches Horn stieß auch Vize-Bürgermeisterin Margit Pesch (WG ANL), die den jetzigen Standort als absolut ortsbildprägend bezeichnete. Bals erklärte, dass der Verbleib der Säule an dieser Stelle mit dem Prüfbeschluss noch nicht vom Tisch sei. „Ich will einfach, dass wir uns diese Option noch einmal eröffnen, damit wir mehr Varianten für den Ausbau erhalten.“ Auch Frank Bischoff (WG ANL) hielt es für zu früh, sich diese Option zu verbauen.

Robert Hartl (WG ANL) wollte alleine schon deshalb beide Varianten mit und ohne Versetzung verfolgen, um die jeweilige Wirtschaftlichkeit prüfen zu können. Letztlich beschloss die 8:5-Mehrheit der WG ANL, dass Bals noch einmal einen Vorstoß beim Denkmalamt wagen soll.

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