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Kota in Luttenwang

Neue Grillhütte auf dem Erlebnisbauernhof

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Finnisch feiern in Bayern: Das kann man künftig in Luttenwang. Thomas und Karolin Jais wollen ihre Landwirtschaft zum Erlebnisbauernhof machen. Und dafür haben sie eine Grillhütte nach skandinavischem Vorbild gebaut. Kota heißen die achteckigen Hütten, in denen Finnen gerne mal den Grill anwerfen.

LuttenwangThomas Jais nennt sie aber lieber beim deutschen Namen: Grillhütte. Das könnte auch daran liegen, dass der finnische Name bei den Gemeinderäten erst einmal für reichlich Fragezeichen sorgte. Unter anderem deshalb dauerte es auch eine Weile, bis der 40-jährige Landwirt die Baugenehmigung bekam. Die Räte wollten ganz genau wissen, zu was sie da ihre Zustimmung geben sollten.

In Finnland war Thomas Jais noch nie. Auf einer Messe habe er mal eine Kota gesehen, die habe ihm gefallen. „Eine viereckige Hütte sieht immer aus wie eine Almhütte.“ Das sei nichts Besonderes. Dass er die Kota nun baut, hat er einem guten Vorsatz zu verdanken, wie er erzählt. „Als ich vor einiger Zeit das Rauchen aufgehört habe, habe ich das gesparte Geld zur Seite gelegt, um mir selbst eine Hütte zu bauen – allerdings kleiner.“ Mit der Zeit wuchs das Vorhaben aber. Mit ein Auslöser war, dass Jais seinen Hof für Besucher öffnen will. „Meine Frau Karolin macht gerade den Kurs zur Erlebnisbäuerin“, erzählt der Luttenwanger.

Kindergärten und Schulen, aber auch Erwachsene sollen den Hof besuchen und Stallführungen erhalten - und anschließend den Tag beim Grillen ausklingen lassen. „Dabei können die Besucher direkt sehen, wo ihr Fleisch herkommt“, sagt Jais.

Und auch für private Feste soll die Hütte vermietet werden. Dafür musste die Kota aber die entsprechende Größe haben. Was Gescheites für die Zukunft und gleichzeitig behindertengerecht sollte sie sein. Doch da hatte der Landwirt die Rechnung zunächst ohne die Mühlen der Behörden gemacht. „Das Landratsamt wollte erst nicht, dass ich größer baue“, erzählt Jais.

Außerdem sei er von den zahlreichen Auflagen überrumpelt gewesen. Dazu kamen die bereits erwähnten anfänglichen Zweifel beim Gemeinderat. „Insgesamt hat es zweieinhalb Jahre gedauert, bis ich alles durchgesetzt hatte.“ Um eine stabile Hütte zu bekommen, gab Jais sämtliche Bauteile bei einem Schreiner in Auftrag. Außerdem wollte er nicht das bei Kota-Bausätzen meist verwendete Bitumen-, sondern ein Ziegeldach.

Beim Dachdecken legte der Landwirt selbst kräftig Hand an und ist angesichts der Anstrengungen nun um eine Erfahrung reicher: „Das war das erste und gleichzeitig letzte Dach in dieser Art, das ich selbst gemacht habe“, sagt er und lacht. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Zwar ist das Innere der Hütte noch nicht komplett fertig. Aber spätestens im September soll sie für 30 Personen Platz und Komfort bieten – inklusive Toilette, Fernsehanschluss, Wlan und einer Anlage mit Musikauswahl.

Eine Fußbodenheizung sorgt dafür, dass man auch bei Wind, Wetter und Schnee nicht friert. Im achteckigen Hauptraum wird in der Mitte der Grill stehen. Der Rauch zieht durch einen Abzug im Dach nach draußen. Für die Sicherheit ist gesorgt: „Ein Ventilator wird für leichten Unterdruck sorgen.“, sagt Jais.

Um den Grill herum werden im Kreis die Tische angeordnet. „Das trägt zur besonderen Atmosphäre bei.“ Grillen dürfen die Besucher selbst, das Fleisch gibt es von Jais, zumal Karolins Vater Engelbert Jais Obermeister der Metzgerinnung ist. „Mit der Kombination Landwirtschaft und Grillhüte sind wir die einzigen in Oberbayern“, sagt Jais. Das lockt Besucher an.

Obwohl die Hütte erst im Spätsommer fertig wird, gibt es schon die ersten Buchungen – mit den üblichen Schwerpunktterminen: „Silvester war gleich vergeben.“ Das neue Jahr in Bayern wird also mit Grillrauch aus der finnischen Kota begrüßt.

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