Die neu gegründete AH-Mannschaft: In ihrem ersten Spiel verlor sie gegen die 2. Mannschaft am 31. August 1975 mit 1:7. 
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Die neu gegründete AH-Mannschaft: In ihrem ersten Spiel verlor sie gegen die 2. Mannschaft am 31. August 1975 mit 1:7. 

Adelshofen

Seit 50 Jahren bewegt dieser Verein das Dorf

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Fußballbegeisterung in Adelshofen und Nassenhausen war die Triebfeder zur Gründung des Sportvereins. Allerdings brauchte es zwei Anläufe, ehe der SV Adelshofen-Nassenhausen tatsächlich aus der Taufe gehoben war. Das ganze geschah im Jahr 1971 – also vor genau 50 Jahren.

Adelshofen – Ledige gegen verheiratete Nassenhausener: So hießen die Duelle, die vor der Gründung des Sportvereins gespielt wurden. Aber auch in Freundschaftsspielen gegen Nachbarorte zeigte sich, dass es genügend Fußballbegeisterte gab, um eine Vereinsmannschaft ins Leben zu rufen.

Bereits im Februar 1971 berief der damalige Bürgermeister Benedikt Schwarz eine Versammlung im Gasthaus Högenauer ein. Auf eine Vereinsgründung konnte man sich damals noch nicht einigen. Doch der heutige Altbürgermeister ließ nicht locker. Am 23. März des gleichen Jahres rief er erneut die Sportbegeisterten zusammen. Sie kamen – und 37 von ihnen beschlossen dieses Mal, den Verein zu gründen. Durch die Flurbereinigung wurde auch ein Sportplatz geschaffen, der den Anforderungen des Fußballverbands entsprach.

Als erster Vereinschef ging Peter Schilling aus Nassenhausen in die Annalen ein. Weitere Mitglieder des Gründungsvorstands waren Anton Ried (2. Vorsitzender), Alois Staffler (Kasse) und Josef Raith (Schriftführer). Schwarz selbst wurde zusammen mit Josef Trinkl zum Beisitzer gewählt, Lorenz Leitmeier wurde der erste Jugendleiter.

Nun brauchte das Kind nur noch einen Namen. Der wurde bei der ersten ordentlichen Versammlung der Mitglieder festgelegt. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, den Verein SV Adelshofen-Nassenhausen zu taufen. Die Vereinsfarben: Schwarz und Weiß.

Wie wichtig der Verein für das Gemeindeleben ist, betont der heutige Vorsitzende Klaus Trinkl: „Zuvor war es in den 1950er- und 60er-Jahren für einen fußballnarrischen Buben alles andere als einfach, seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.“ Spielgerät und passende Schuhe seien in der Regel nicht zur Verfügung gestanden. Als Fußball diente deshalb oft die sogenannte Soachblosn, also die Urinblase einer geschlachteten Sau, die sofort nach der Schlachtung aufgepumpt wurde und maximal vier Tage lang zu gebrauchen war.

„Mit dem offiziellen Eintritt des SV in den Bayerischen Fußballverband im Jahr 1971 standen zwei Mannschaften im Senioren- und eine im Jugendbereich für den Spielbetrieb zur Verfügung“, berichtet Trinkl. Von älteren Vereinsmitgliedern habe er erfahren, dass das Drumherum beim Ligafußball damals aber noch ganz anders aussah als heute. Die Duschen bestanden zum Beispiel aus einer Zehn- oder 20-Liter-Milchkanne, an der ein Schlauch befestigt war. Dieses Konstrukt brachten die Spieler meist selbst von Zuhause mit.

Doch seitdem hat sich der Club rasch entwickelt und konnte bereits mehrere Meilensteine in seiner noch gar nicht so langen Vereinsgeschichte feiern: 1977 wurde die Mehrzweckhalle in Adelshofen eingeweiht, wodurch beim SV vor allem die Hallensportarten wie Karate, Volleyball oder Gymnastik einen enormen Aufschwung erlebten. Heute beheimatet der Club immerhin 15 Abteilungen.

Freuen sich auf das Klosterwiesenfest: Vorsitzender ´Klaus Trinkl (4.v.l.) und sein Team. Am 21. August findet dort ein Festival statt.

1990 folgte die Eröffnung des neuen Sportgeländes, das nicht nur einen großen Fußballplatz, sondern auch zwei Tennisplätze umfasst. Außerdem wurden die Stockbahnen erweitert. Entscheidend vorangetrieben hatte das Projekt Schwarz, der auch die nötigen 3000 Quadratmeter Grund für den Bau des Geländes erwerben konnte. Vier Jahre später folgte eine Erweiterung des Areals um einen dritten Sportplatz. 2010 konnten außerdem neue Umkleidekabinen und weitere Räume für den SV eingeweiht werden.

Konstanz herrscht beim Verein in all den Jahren in der Vereinsführung. Das wird auch daran deutlich, dass in fünf Jahrzehnten lediglich fünf verschiedene Vorsitzende den Klub leiteten. Auf den Gründungsvorsitzenden Schilling folgten Peter Schöberl (1982 bis 1991), Fritz Pfleger (1991 bis 2000), Leonhard Klaß (2000 bis 2018) und nun Trinkl. Schwarz war außerdem nicht der einzige heutige Altbürgermeister, der ein Amt beim SV inne hatte. Auch Michael Raith, selbst Gründungsmitglied, beerbte 1972 seinen Bruder Josef und war bis 1975 Schriftführer.

In diesem Jahr feiert der SV Adelshofen-Nassenhausen sein 50-jähriges Bestehen mit einer ganzen Veranstaltungsreihe. Bereits stattgefunden hat ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl der Münchner Löwen, bei der Altbürgermeister Michael Raith ein Löwentrikot versteigerte.

Mit einem Gebot von 205 Euro sicherte sich Klaus Trinkls 85-jährige Schwiegermutter das begehrte Stück. Der Verein stockte den Betrag auf 500 Euro auf und spendete ihn für die Flutopfer in Deutschland.

Von Klosterwiesenfest bis Festabend: So wird der runde Geburtstag gefeiert

Die 50-Jahr-Feier des SV Adelshofen-Nassenhausen geht am 21. August mit dem Klosterwiesenfest weiter. Die örtliche Blaskapelle, die Heischneida und die Keller Steff Big Band spielen ab 16.30 Uhr auf dem Klosterareal auf, Einlass ist bereits ab 16 Uhr. Die Planung war laut Vereinschef Klaus Trinkl coronabedingt nicht so einfach, weil unklar war, wie viele Zuschauer kommen dürfen. „Erst waren es 200, dann 500 und jetzt 1500“, sagt der Vorsitzende.

Verschoben wurde außerdem die Jahreshauptversammlung, die bereits im März stattfinden sollte. Nun ist sie am 24. September um 19 Uhr vorgesehen. Dabei wird auch ein neuer Vorstand gewählt.

Am 15. Oktober gibt es im Rahmen des Jubiläumsjahres Bayerisches Kabarett mit Hans Well und den Wellbappn in der Mehrzweckhalle in Adelshofen. Einen Tag später steigt schließlich der große Festabend zum 50. Geburtstag des Sportvereins – mit einem Gottesdienst, einem Festzug und einer großen Feier. ad

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