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Bei der Enthüllung der Stele (v.l.): Bürgermeister Michael Raith, sein Stellvertreter Johann Siebenhütter und Künstler Franz Hämmerle. Er schliff den Stein, auf dem Maria mit dem Jesuskind zu sehen ist, das eine Traube zum Mund führt. Viele Bürger ließen sich das Event nicht entgehen.

Heilige Maria wacht wieder über Luttenwang

Adelshofen/Luttenwang - Luttenwang und die Heilige Maria – das war schon immer eine ganz besondere Beziehung. Das zeigt nun auch ein neues Denkmal, das im Zuge der Dorferneuerung aufgestellt wurde: Eine Stele auf dem Weg zur Marienkirche.

Dass die Heilige Maria die Schutzpatronin der Luttenwanger Kirche ist, ist kein Zufall. Schließlich steht in dem Gotteshaus die wahrscheinlich älteste Madonnen-Statue des Landkreises. Und diese Devotionalie hat im 18. Jahrhundert zahlreiche Wallfahrer in den kleinen Ort gelockt. Da passt es nur, dass eine neue Marien-stele auf dem Weg zur Kirche über die Gläubigen wacht.

„Die Kirchengeschichte beginnt mit Luttenwang.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Michael Raith am Montag die Feierlichkeiten zur Einweihung der Stele und verwies auf die Weihe der Kirche vor mittlerweile 1261 Jahren. Ein runder Geburtstag des Adelshofener Ortsteils war es schließlich, der den Anstoß zur Stele gab. „Anlässlich der 1250-Jahrfeier Luttenwangs beauftragte der Gemeinderat den Künstler Franz Hämmerle, ein identifikationsstiftendes und bleibendes Denkmal zu schaffen“, berichtete Raith.

Auch Pfarrer Wojciech Halys kam nicht umhin, die Mariengeschichte im Ort zu thematisieren. Angesichts der Statue hätten „die verschiedensten Anlässe die Menschen dazu bewegt, die Heilige Maria um Hilfe zu bitten“. Offenbar mit Erfolg, wie das Luttenwanger Mirakelbuch belegt. Von 941 Gebetserhörungen seit dem Jahr 1776 wird dort berichtet. Die älteste bekannte Überlieferung, der zufolge sich die Madonna als besonders gnadenreich erwies, stammt gar aus dem Jahr 1721 aus den Aufzeichnungen des Johann Bapt. Lachmyr, der als Pfarrer von „Grainertshofen“ von 1677 bis 1722 auch die Filialkirche in Luttenwang betreute. Pfarrer Wojciech sieht in der neuen Stele nun die Möglichkeit einer Fortsetzung dieser Madonnen-Geschichte: „Die Stele lädt dazu ein, dass sich die Menschen an Maria wenden, in der Hoffnung und dem Vertrauen erhört zu werden.“

Denkmal soll Bewohner zusammenschweißen

Der Künstler und Theologe Hämmerle empfindet es als „wichtig, dass wir Bilder und Inhalte haben, mit denen wir uns identifizieren“ und hat damit auch den Gedanken des Gemeinderats aufgegriffen, ein identitätsstiftendes Denkmal zu schaffen. „Das besondere an dem Wallfahrtsbild ist das Kind mit den Trauben“, sagte er bei der Einweihung. Das Bild der Traube und des Weinstocks tauche an verschiedenen Stellen der Heiligen Schrift auf und stehe sinnbildlich zum einen für die Kirche, aber auch für Liebe und Fürsorge.

Ein besonderes Bild ergibt sich für den Betrachter übrigens, wenn die Sonne hinter der Stele scheint. Hämmerle hat den Stein an einer Stelle so dünn geschliffen, dass über dem Kopf der Maria dann ein Herz mit Flammen sichtbar wird.

Rund 7000 Euro kostet die neue Stele. Weil diese im Zuge der Dorferneuerung realisiert wurde, darf sich die Gemeinde über 50 Prozent Zuschuss vom Amt für ländliche Entwicklung freuen. Gemeinsam mit der Stele wurde außerdem das frisch renovierte und nur wenige Meter von der Stele entfernt stehende Kriegerdenkmal geweiht.

Die Endabrechnung ist noch nicht erfolgt, die Kosten bewegen sich aber voraussichtlich im Rahmen des Haushaltsansatzes von insgesamt knapp 15 000 Euro. Auch hier gab’s 50 Prozent Zuschuss für die Gemeinde. „Das Denkmal soll als Mahnmal und als stetige Herausforderung zur Erhaltung des Friedens dienen“, sagte Bürgermeister Raith.

Andreas Daschner

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