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Zwei echte Pfundskerle (v.l.): Der urige Hias und der Stoaheba-Hans. Das Bild wurde im September aufgenommen. Ein Vierteljahr später ist Hans Posch gestorben. 

Uriger Hias führt Lebenswerk des verstorbenen Stoaheba-Hans fort

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Nassenhausen/Hofhegnenberg – Als hätte er eine Vorahnung gehabt: Wenige Wochen vor seinem Tod hat der Stoaheba-Hans aus Nassenhausen sein kraftstrotzendes Lebenswerk übergeben und den „urigen Hias“ als Nachfolger vorgestellt.

Passiert ist das im September bei einer Veranstaltung in Schmiechen (Kreis Aichach-Friedberg). Ein Vierteljahr später ist Hans Posch gestorben. Er wurde nur 65 Jahre alt.

Hans Posch war ebenso ein Pracht- wie Mords- und vor allem ein Pfundskerl. In Lederhosn und Trachtenhemd lupfte er in seinen besten Tagen mit einem Kampfgewicht von 107 Kilo bei 1,80 Metern Körpergröße den mehr als doppelt so schweren Zementblock gewaltige 80 Zentimeter hoch. Vor drei Jahren erlitt er seinen ersten Herzinfarkt, einen zweiten im März überlebte er nicht mehr. Dabei wollte er doch seinen erst kürzlich so richtig begonnenen Ruhestand in aller boarischer G’miatlichkeit auskosten.

1995 hatte der aus der Kraftschmiede der Sportschule Fürstenfeldbruck-Puch stammende Posch eine Marktlücke entdeckt und das Stoahebn zunächst auf kleiner Bühne bei Firmenfeiern, dann als Hauptattraktion bei den Sportlerwahl-Präsentationen und schließlich auf Großveranstaltungen populär gemacht. Er beeindruckte nicht nur Box-Weltmeister Vitali Klitschko, sondern holte auch Bergsteiger-Ikone Reinhold Messner auf das von ihm konstruierte Heber-Podium, wo sich am selbst geschweißten Gestell die Promis der muskulären Herausforderung stellten. Sicherheitshalber ließ sich Posch vor dem Kraftakt von allen Kandidaten eine Erklärung unterschreiben, mit der sie die volle Verantwortung für ihr Tun übernahmen. Dann wurden sie in die Geheimnisse des Stoahebens eingeweiht: Es ist ebenso Kopf- wie Kraftsache, erfordert die richtige Fußstellung, die Spannung im Oberkörper muss stimmen – „und bloß kein Hohlkreuz machen, sonst’s verreißt’s dich“.

Der Stoaheba hatte eine steile Karriere

Es ging rasant bergauf mit der Karriere des gelernten Automechanikers. Mit seiner bayerischen Olympiade – zum Stoahebn kam noch Masskrugstemmen, Baumsägen, Kuhmelken und Fingerhackln – tourte Hans Posch in seinem VW-Bus durch ganz Europa. Auf die größte Begeisterung im Publikum stieß er just dort, wo keiner seinen Dialekt verstand: Ruhrpottler und spröde Hamburger rasteten regelrecht aus, wenn der Hans in seiner Krachledernen das Podium betrat. Auch das Brucker Altstadtfest, wo „da Stoaheba“ jedes Jahr seine Bühne an der Augsburger Straße aufgebaut hat, wird nun um eine Attraktion ärmer. Im September hatte sich Posch bei einer Veranstaltung in Schmiechen (Kreis Aichach-Friedberg) offiziell von seinen Fans verabschiedet und mit Mathias Hill („Der urige Hias“) seinen offiziellen Nachfolger vorgestellt. Hill ist Metzgermeister in Hofhegnenberg und hat die Heberbühne seines legendären Vorgängers bereits übernommen.

Hans Posch wurde in seinem Nassenhausener Heimatort zu Grabe getragen. Er hinterlässt Gattin, zwei Kinder und zwei Enkel. 

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