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Großprojekt acht kleiner Orte: Rund 20 000 Euro für eine Homepage

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Von: Helga Zagermann

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Auf der Startseite der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf, aufgerufen am Smartphone, begrüßen die acht Bürgermeister (v.l.) Josef Heckl (Mammendorf), Robert Bals (Adelshofen), Rainer Spicker (Althegnenberg), Franz Robeller (Hattenhofen), Erwin Fraunhofer (Jesenwang), Andrea Schweitzer (Landsberied), Franz Ostermeier (Mittelstetten) und Norbert Riepl (Oberschweinbach) die Nutzer.
Auf der Startseite der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf, aufgerufen am Smartphone, begrüßen die acht Bürgermeister (v.l.) Josef Heckl (Mammendorf), Robert Bals (Adelshofen), Rainer Spicker (Althegnenberg), Franz Robeller (Hattenhofen), Erwin Fraunhofer (Jesenwang), Andrea Schweitzer (Landsberied), Franz Ostermeier (Mittelstetten) und Norbert Riepl (Oberschweinbach) die Nutzer. © Screenshot/tb

Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf mit ihren acht Kommunen hat eine neue Homepage. Rund 20 000 Euro kostete es, die überaltete Vorgänger-Seite zu ersetzen. Und es wird weiter viel Arbeit nötig sein: Denn man will mehr und aktuellere Infos bieten – daran arbeiten viele Engagierte in den Gemeinden und im Rathaus.

Mammendorf – „Zwei Monate Vollgas“: So beschreibt Softwareentwickler Joszi Piwak seine Arbeit für das Projekt in Mammendorf. Natürlich gab es Vorarbeiten, und wie immer bei solchen Projekten sind nach wie vor Ergänzungen nötig. Doch damit die neue Homepage kurz vor Jahresende live gehen konnte, sei vor allem zum Schluss wahnsinnig viel zu tun gewesen. „Es ist ein Riesenprojekt wegen der acht Mitgliedsgemeinden.“ Er habe den Aufwand unterschätzt, sagt Piwak – und das, obwohl er sich seit 2004 als Selbstständiger um Online-Auftritte kümmert, spezialisiert auf Kommunen ist und seit 2007 mit dem Mammendorfer Rathaus zusammenarbeitet.

Der Aufwand erklärt sich durch die Ausmaße der 1978 gegründeten VG Mammendorf, eine der größten in Bayern. Die Bürgermeister von Adelshofen, Althegnenberg, Hattenhofen, Jesenwang, Landsberied, Mammendorf, Mittelstetten und Oberschweinbach mussten von der Sache überzeugt werden und ihre jeweiligen Gemeinderäte dafür gewinnen. Dazu musste die Verwaltung in Mammendorf mit ins Boot geholt werden.

Neue Homepage der VG Mammendorf: Sonderweg der beiden Kleinsten

Piwak hatte schon länger vorgeschlagen, den Internet-Auftritt zu modernisieren und zu erweitern. Schließlich bestand die Vorgänger-Homepage praktisch unverändert seit über zehn Jahren. Und die Zuständigkeiten waren klar: In Mammendorf bei der VG kümmerte man sich um den behördlichen Teil, alles andere ging ziemlich unter. Daher hatten zwei Kommunen – Landsberied und Hattenhofen – zusätzlich zur Unterseite bei der VG eine eigene Homepage, quasi aus der Not heraus, weil auf der VG-Seite zu wenig passierte. Auf der eigenen Adresse wurden dann Veranstaltungen ausführlicher angekündigt, Kitas und Vereine verlinkt, mehr Fotos gezeigt.

All das soll künftig unter dem Dach der VG geschehen, verspricht Piwak. Ziel sei, barrierefrei für die Nutzer aller Endgeräte viele aktuelle Informationen zu bieten. „Der Besucher, der auf die VG-Seite kommt, soll nicht lange suchen müssen“, sagt Piwak. „Deswegen werden aktuelle Themen nach oben gesetzt.“ So werden die meisten Nutzer schneller fündig.

Piwak hatte zuletzt viele Informationen ergänzt und Unterkapitel vereinheitlicht. Damit jetzt immer möglichst viel auf dem aktuellen Stand ist, müssen ab sofort sogenannte „Redakteure“ ran: Einige Mitarbeiter im Mammendorfer Rathaus kümmern sich neben ihrer eigentlichen Arbeit vor allem um das, was alle acht Gemeinden betrifft. Das befördern sie auf die Homepage.

Neue Homepage der VG Mammendorf: Gemeindespezifisches direkt von der Quelle

Ortsspezifisches wird dann aus den Gemeinden selbst auf die Seite gepackt. Dafür wurden in allen Kommunen Engagierte geschult. Sie können selbst tätig werden, sich aber auch von VG-Angestellten oder Piwak helfen lassen.

„Es ist noch nicht ganz perfekt“, sagt VG-Geschäftsleiter Robert Köll über die fertige Seite. „Aber wir wollten irgendwann an den Start gehen.“ Er lobt – wie Piwak – das Engagement der „Redakteure“ und der Bürgermeister. Ein Teil der Gemeindechefs sei an die VG herangetreten mit der Bitte, die Homepage zu überarbeiten – das habe den Ausschlag dafür gegeben, das Großprojekt zu starten. Und danach hätten alle an einem Strang gezogen, „das war echt toll“.

Mit dem Ergebnis sind die Bürgermeister laut Köll sehr zufrieden. So zufrieden, dass ein Doppel-Internetauftritt unnötig geworden ist: www.landsberied.de wird demnächst abgeschaltet, der Ort ist dann nur noch unter dem Dach der VG und der Adresse www.gemeinde-landsberied.de zu erreichen.

Das empfiehlt Joszi Piwak auch den Hattenhofenern, die noch ihre eigene Homepage unter der Adresse www.hattenhofen-haspelmoor.de haben. Es mache Sinn, nur eine Seite zu pflegen und alles bei der VG zu veröffentlichen, sagt er. Verbieten wolle und könne man eigene Ortsseiten nicht.

Für die neue Homepage musste jede der acht Kommunen rund 2500 Euro zahlen. Diese Investition deckt nun ein paar Jahre ab. Nach Piwaks Erfahrung gibt es bei Internetseiten in diesem Bereich etwa nach drei Jahren Überarbeitungsbedarf. „Aber Kommunen ticken langsamer. Da sind es rund fünf Jahre.“ Dazu passt, dass die Vorgänger-Homepage von 2016 bis 2021 in Betrieb war, die Inhalte darauf aber schon länger unverändert waren.

Vielleicht habe man in einigen Jahren gar keine Homepage mehr, meint VG-Geschäftsleiter Köll. „Wenn sich das Interesse der Bürger zum Beispiel in Richtung einer App-Nutzung verschiebt, würden wir dieses Medium fördern.“ Das langfristige Ziel müsse aber immer sein, umfassend und aktuell zu informieren – „und das wollen wir jetzt mit der neuen Internetseite besser machen“.

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