Landkreis Fürstenfeldbruck

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Die Wappen im Landkreis Fürstenfeldbruck

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Wappen nutzten früher Rittern, in einem Kampf Freund von Feind zu unterscheiden. Heute dienen sie als Symbole für Gemeinden und Städte. Die Wappen im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck - Wappen mussten in der Vergangenheit klar erkennbar und auch über weite Entfernungen hin unterscheidbar sein. Wappen verwenden deswegen kontrastreiche Farben und klare Symbole. In der Wappenkunde, der Heraldik, kennt man sechs Abstufungen: die Farben Rot, Grün, Blau und Schwarz sowie die Metalle Silber und Gold. Metalle und Farben müssen immer abwechselnd verwendet werden. Ein blaues Symbol auf silbernem Grund entspricht den Regeln; ein blaues Symbol auf rotem Grund nicht.

Die genaue Form eines Wappens wird in einer Beschreibung bestimmt, der Blasonierung. Dort können nur die sechs gültigen Wappenfarben verwendet werden. In Zeichnungen ersetzen Gold und Silber oft durch Gelb und Weiß. Ursprünglich diente das der Kostenersparnis. Auch im digitalen Zeitalter behält man die inzwischen eingebürgerte Praxis bei. Weiße und Gelbe Wappen im Sinne Silberner und Goldener abzuschaffen würde unserem ästhetischen Empfinden widersprechen. Dieser Artikel verwendet die Metallbegriffe synonym.

Was Neulinge der Wappenkunde oft verwirrt: Wappenkundler verwenden die Begriffe links und rechts aus der Sicht des schildtragenden Ritters. Für den Betrachter scheinen sie daher spiegelverkehrt. Um Verwirrung zu vermeiden, nutzt dieser Artikel die Begriffe aus der Sicht des Betrachters. Hier sind die Wappen der Gemeinden im Landkreis Fürstenfeldbruck

Das Wappen von Adelshofen:

Als einziges Gemeindewappen des Landkreises Fürstenfeldbruck ist das Wappen Adelshofens auch auf dem höchsten Berg Afrikas zu sehen. Am 22. Februar 2006 stellte es Hans Erhard aus Adelshofen auf dem Kilimandscharo auf. Das Adelshofener Wappen ist auch eines der ältesten im Landkreis. Als es der damalige Reichsstatthalter Bayerns am 26. März 1938 verlieh, besaß sonst nur der Markt Fürstenfeldbruck ein eigenes Wappen.

Adelshofen

Das Wappen zeigt zwei Richterbeile in schwarz und weiß. Diese beziehen sich auf das ortsansässige Adelsgeschlecht der Adelshofener, die diese in ähnlicher Form in ihrem Familien-Emblem verwendeten. Heute wirkt das Adelshofener Wappen trotz seines Alters modern schlicht. Kenner sehen dem Adelshofener Wappen sein Alter dennoch an. Wie alle Erscheinungen, unterliegen auch Wappen Modeeinflüssen. Beim Adelshofener Abzeichen macht das die Schildform deutlich. Das obere Ende besitzt vier Ecken, verbunden durch geschwungene Bögen. Das untere Ende des Schildes läuft spitz zu. Diese harten Kanten sind typisch für ältere Wappen. Neuere Abzeichen verwenden fast ausschließlich ein einfaches Halbrundschild ohne Ecken. Die offizielle Beschreibung des Adelshofener Wappens lautet: „Gespalten von Schwarz und Silber, darin zwei einander abgewandte Richterparten in gewechselten Farben.“ Eine weitere Besonderheit Adelshofens: Die Gemeinde besitzt keine offiziell bestätigte Gemeindefahne. Diese besteht nach den in Bayern üblichen Regeln aus zwei oder drei gleich breiten Streifen in den Hauptfarben des Wappens und dem Wappen der Gemeinde oder Stadt. Im Falle Adelshofens wäre eine Fahne mit zwei Streifen in Schwarz und Weiß die einzig mögliche Lösung. Die Gemeinde legte diese aber nie offiziell fest.

Das Wappen von Alling:

Alling

Das Allinger Gemeindewappen zeigt auf einem schlichten, weißen Schild, zwei Figuren: unten einen roten Adler, oben zwei gekreuzte Hellebarden in blau. Mit diesen Motiven erinnert das Abzeichen an eine Schlacht und das namensgebende Adelsgeschlecht der Gemeinde. Die offizielle Genehmigung erhielt das Wappen am 12. Oktober 1970. Der Adlerkopf bezieht sich auf das Ortsadelsgeschlecht der Allo. „Allo“ bedeutet „der Tapfere“, kann aber auch für „der Adler“ stehen. Die Allinger entschieden sich bei ihrem Wappen für die leichter darzustellende Option und übernahmen mit dem Adler einen leicht versteckten Verweis auf die Familie Allo, der gleichzeitig auch den heutigen Ortsnamen hervorbrachte.

Die Hellebarden stehen für die Schlacht am Hoflacher Berg bei Alling, die 1422 ausgetragen wurde. Die Herzöge Ernst und Wilhelm von Bayern-München besiegten in diesem wittelsbachischen Bruderzwist ihren Vetter Ludwig den Bärtigen von Bayern-Ingolstadt. Aus Dankbarkeit für den errungenen Sieg stiftete der Münchner Herzog Ernst die Votivkirche in Hoflach, in der ein Fresko, die mittelalterliche Schlacht darstellt. Eine genehmigte Gemeindeflagge hat Alling nicht. Der inoffizielle Entwurf, der bis heute verwendet wird, zeigt im weißen Kopf das Allinger Stadtwappen. Darunter verlaufen zwei Streifen in Blau und Weiß. Damit entspricht die Allinger Gemeindeflagge der des Freistaats Bayern, was nicht erlaubt ist. Für eine Flagge mit Chance auf offizielle Genehmigung müsste Alling einen roten Streifen hinzufügen. Nach den Regeln der Wappenkunde soll die Flagge die Farbgebung des Wappen fortsetzen. Im Falle Allings wäre Rot die einzige verbleibende Farbe, die noch hinzugefügt werden könnte.

Das Wappen von Althegnenberg: 

Das Wappen der Gemeinde Althegnenberg zeigt auf einem schlichten halbrunden Schild zwei Hälften. Die obere in Weiß, die untere in Blau, der Trennstrich schräg von links oben nach rechts unten. Damit orientiert sich die Farbgebung an den bayerischen Landesfarben. Das oberen Feld des Althegnenberger Wappens zeigt eine rote Schafschere, das unteren einen weißen Pferdekopf mit goldener Mähne. Die rote Schafschere stellt das Symbol der Herren von Hegnenberg dar, einem Ministerialengeschlecht, das in der Hofmark Hofhegnenberg die Niedergerichtsbarkeit ausübte. 

Althegnenberg

Die Familie errichtete im 12. und 13. Jahrhundert eine Burg auf dem Burgberg in Althegnenberg. Später verlegte das Geschlecht den Stammsitz nach Hofhegnenberg. Der Pferdekopf symbolisiert streng genommen ein Fohlen, auch Füllen genannt. Damit verweist er auf den Namen der Freiherren von Füll aus Windach im Kreis Landsberg. Die oberbayerische Regierung genehmigte das Althegnenberger Wappen am 22. Januar 1971. Die offizielle Beschreibung lautet: „Schräg geteilt von Silber und Blau; oben eine schräg gestellte rote Schafschere, unten ein wachsender silberner Pferdekopf mit goldener Mähne.“ Althegnenberg verfügt über keine offizielle Gemeindefahne. Diese müsste auch eine Schwierigkeit bedenken. In Bayern sollen Gemeinde- und Stadtfahnen das Wappen mit Streifen in Hauptfarben des Wappens hinterlegen. Im Falle Althegnenbergs also Blau und Weiß. Gleichzeitig verbietet das Land, das Blau und Weiß der Landesfahne zu kopieren. Althegnenberg müsste für eine offizielle Gemeindefahne also das Rot der Schafschere oder das gelb der Pferdemähne als dritten Streifen hinzufügen.

Das Wappen von Egenhofen:

Egenhofen

Die Gemeinde Egenhofen besitzt eines der kompliziertesten Wappen im Landkreis. Das zentrale Gestaltungselement bildet der dreistreifige, gewellte Streifen, der das Abzeichen von links oben nach rechts unten in zwei Hälften teilt. In der offiziellen Beschreibung ist von einem silbernen Schrägwellenbalken die Rede, belegt mit einer blauen Schrägwellenleiste. Die meisten Darstellungen ersetzen, wie bei Wappen üblich, das Silber durch Weiß. Die Balken symbolisieren die Lage Egenhofens zwischen Maisach und Glonn. Auch der gelbe Stern in der unteren Wappenhälfte ist in der offiziellen Beschreibung eigentlich Gold. Zwar ist diese Farbabwandlung bei Wappen ebenfalls üblich, der Stern des Egenhofener Wappens bleibt aber dennoch etwas besonderes. 

Er besitzt acht Strahlen, statt wie bei deutschen Wappen üblich sechs. In Nationalflaggen sind Sterne in der Regel fünfstrahlig. Das prominenteste Beispiel ist hier die Fahne der Vereinigten Staaten, der 50 Sterne allesamt fünf Strahlen besitzen. Der Egenhofener Stern verdankt seine besondere Form dem Wappen der Freiherren von Ruffini, den Besitzern der Freimark Weihern-Egenhofen im 18. Jahrhundert. In diesem waren ebenfalls zwei achtstrahlige Sterne zu sehen. Im Wappen Egenhofens unterliegt dem Stern ein roter Hintergrund. Die oberen Hälfte des Egenhofener Wappens zeigt vor blauem Hintergrund einen silberner Flügel, den ein schwarzer Balken ziert. Diese ungewöhnliche Figur erinnert an das Geschlecht der Hundt zu Lauterbach.

Das ursprünglich aus dem Pinzgau stammende Geschlecht schaffte es seit der ersten urkundlichen Erwähnung Anfang des 13. Jahrhunderts, in der Adelshierarchie immer weiter aufzusteigen: 1681 erhob Kurfürst Maximilian I. die Hundt zu Lauterbach zu landständischen Freiherren , 1701 avancierten sie zu Reichsgrafen, 1809 zu Grafen. Einer der bekanntesten Vertreter des Geschlechts ist Wiguleus Hundt (1514–1588). Er war als Hofratspräsident einer der wichtigsten Berater Herzog Albrechts V. Er verfasste auch das für die Geschichtswissenschaft und die Wappenkunde wichtige Werk „Bayerische Stammenbuch“, eine Aufzählung aller Adelsgeschlechter in Bayern. Durch den doppelten Bezug der Hundts zur Region und zur Wappenkunde, macht die Verewigung auf dem Egenhofener Wappen Sinn. Die oberbayerische Regierung genehmigte das Wappen am 30. November 1980, nachdem der Zusammenschluss von fünf vorher eigenständigen Gemeinden zur Gemeinde Egenhofen abgeschlossen war. Keine der Gemeinden besaß ein eigenes Wappen, weshalb das neue Gemeindewappen, im Gegensatz zu zum Beispiel Germering, keine Vorlagen beachten musste und völlig neu erschaffen wurde.

Das Wappen von Eichenau: 

Das Wappen der Gemeinde Eichenau erstrahlt komplett in Grün und Weiß. Auf weißem Grund symbolisieren drei Blätter und zwei Eicheln die für die Gemeinde namensgebende Eiche. Zu ihrem Fuß schließt ein kleiner Hügel, ebenfalls in Grün, das Wappen ab. Dieses Wappen wurde am 14. August 1959 eingeführt. Die Eichenauer Gemeindeflagge hinterlegt das Wappen mit einer zweistreifigen Fahne in Grün und Weiß. 

Eichenau

Damit folgt sie den in Bayern für Gemeinde- und Stadtflaggen üblichen Regeln. Diese besagen, dass sich die Farben der Gemeindeflagge aus dem Wappen ableiten müssen, wobei die Farbe der Figur Vorrang über die Farbe des Feldes genießt. Bei der Darstellung des Eichenauer Wappens geschehen häufig zwei Fehler. Zum einen versieht man der Boden oft mit einer schwarzen Schraffur. Das ist unzulässig. Zwar symbolisiert eine schräge schwarze Schraffur bei schwarz-weiß Darstellungen die Farbe grün. Bei Farbdarstellungen gelten aber die für Wappen festgelegten Farbregeln. Diese besagen, dass sich die vier erlaubten Farben Rot, Grün, Blau und Schwarz immer mit den zwei festgelegten Metallen Gold und Silber abwechseln müssen. Einzig zulässige Abweichung ist die Darstellung der Metalle Silber und Gold als Weiß und Gelb. Das diente vor dem digitalen Zeitalter vor allem der Kostenersparnis, setzt sich aber auch heute noch fort. Eine schwarze Schraffierung auf grünem Grund, wie im Eichenauer Wappen häufig angewendet, widerspricht dieser Regel und ist daher unzulässig.

Das führt zur paradoxen Situation, dass der Boden des Wappens in schwarz-weiß mit Schraffur korrekt dargestellt wird, in Farbe ohne. Verständlicherweise führt diese Regel zu einiger Verwirrung und Falschdarstellungen. Der zweite häufige Fehler betrifft den Hintergrund. Schilder zeigen diesen manchmal ebenfalls in leichtem Grün dargestellt. Auch das widerspricht den Farbregeln. Wegen der grünen Eiche muss der Hintergrund entweder Silber oder Gold bzw. Weiß oder Gelb sein. Im Falle des Wappens der Gemeinde Eichenau ist die weiße Farbe klar definiert. Die offizielle Wappenbeschreibung: „In Silber auf grünem Boden eine stilisierte grüne Eiche.“

Das Wappen von Emmering: 

Emmering

Das Wappen der Gemeinde Emmering stellt bildhaft den Übergang der Grundherrschaft von den Gegenpointnern an das Kloster Fürstenfeld dar. Auf einem halbrunden schwarzen Schild stellt das Wappen zwei Wurfbeile und einen Zisterzienserstreifen dar. Bis ins 14. Jahrhundert hinein übten die Ritter von Gegenpoint die Grundherrschaft in Emmering aus. Eine Kaufurkunde aus dem Jahr 1306 belegt sie erstmals. 

Die Ritter von Gegenpoint waren eine der reichsten Familien der Dachauer Gegend. Ihre Burg stand auf einer Anhöhe bei Emmering, wurde aber inzwischen abgerissen. Zur Erinnerung an das Rittergeschlecht übernahm das Emmeringer Gemeindewappen zwei gekreuzte Wurfbeile aus dem Familienabzeichen der Ritter. Die Klinge der Beile ist silber, der Schaft gelb. Im Laufe des 14. Jahrhunderts verloren die Ritter von Gegenpoint ihre Besitzansprüche an das Kloster Fürstenfeld. Wiederholt teilten die Ritter ihr Gebiet unter mehreren Erben auf, Erblinien ohne Nachfolger erloschen. 1395 starb die Familie aus. Nach dem Ende der Ritter von Gegenpoint blieb das Kloster Fürstenfeld der größte Grundherrscher der Gegend. Daran erinnert der im rot-silbernen Schachbrettmuster gehaltene Querstreifen im unteren Drittel des Emmeringer Wappens.

Der sogenannte Zisterzienserbalken leitet sich aus dem Wappen des Zisterziensersordens ab, das auch die Abtei Fürstenfeld ziert. Die Gemeindefahne Emmerings hinterlegt das Wappen gemäß den in Bayern üblichen Richtlinien mit drei gleich breiten Streifen in den Farben Gelb, Schwarz und Weiß, den Hauptfarben des Wappens. Am 2. November 1963 genehmigte das Bayerische Staatsministerium des Innern das Emmeringer Wappen offiziell.

Das Wappen von Fürstenfeldbruck: 

Die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck ist die einzige Stadt im Landkreis, die ihr Stadtwappen an prominenter Stelle falsch darstellt. Ausgerechnet am Stadterhebungsdenkmal schlich sich ein Fehler ein. Eigentlich besteht das Fürstenfeldbrucker Wappen aus drei Teilen: oben die bayerische Rauten, darunter eine Brücke mit Kreuz, unten ein Bach in Blau. Der Schild ist Rot. Die namengebende Brücke („Bruck“) weist auf den Amperübergang hin, das Kreuz auf dem Brückengeländer auf das ehemalige Kloster Fürstenfeld, das die Ortsgeschichte Jahrhunderte lang beeinflusste. 

Fürstenfeldbruck

Die Rauten erinnern an die wittelsbachisch-bayerische Landesherrschaft, erhalten ihre spezielle Berechtigung aber durch die Sühnestiftung des Klosters Fürstenfeld durch Bayernherzog Ludwig den Strengen. Das Stadterhebungsdenkmal stellt diese Element korrekt dar, macht aber einen Fehler. Statt wie üblich die bayerischen Rauten von links oben nach rechts unten verlaufen zu lassen neigen sich diese in die falsche Richtung. Ein Kuriosum, das bis heute besteht. Auch die mit weißen Wellen verzierte Amper ist der künstlerischen Freiheit zuzusprechen. Das offizielle Stadtwappen zeigt sie glatt und einfarbig blau. Die Blasonierung vom 4. Juni 1936 bestimmt das Wappen der Stadt so: „Unter Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Rot über blauem Wasser eine gemauerte, einbogige silberne Brücke mit goldenem Geländer und Brückenkreuz.“ Die Stadtfahne hinterlegt das Wappen mit einer rot-weiß gestreiften Flagge. Vor der Verleihung des Stadtrechts enthielt das Stadtwappen drei Kreuze statt eines, der Schild in Blau statt Rot gehalten und die bayerischen Rauten fehlten komplett.

Das Wappen von Germering:

Germering

Bei der Erstellung ihres Wappens musste die damalige Gemeinde und heutige Stadt Germering zwei Einflüsse kombinieren. Die Gemeinde entstand am 1. Mai 1978 als Zusammenschluss der Germerings und Unterpfaffenhoffens. Beide besaßen eigene Wappen. Das neue Stadtwappen musste beide Vorlagen kombinieren. Das gelang, indem man das neue Wappen in zwei Teile spaltete. Links ist auf rotem Grund der spätgothische Kirchtum der Germeringer Kirche St. Martin zu sehen, rechts auf weißem Grund der Löwe aus dem Familienwappen des Unterpfaffenhofener Adelsgeschlechts Hufnagel und Klingensperg.

 Beide Elemente zierten früher die Wappen der nun vereinten Gemeinden. Die Motive des Wappens sind jeweils in der Hintergrundfarbe der anderen Hälfte gehalten, also der Germeringer Kirchturm in Weiß, der Unterpfaffenhofener Löwe in Rot. Diese Farbkombination nennen Experten eine wechselnde Tinktur. Sie findet sich auch in den Wappen der Gemeinden Mammendorf und Adelshofen. Am unteren Ende des Wappens symbolisiert ein grüner Dreiberg den Parsberg. Der Dreiberg aus drei ineinander übergehenden Halbkreisen ist bei Wappen das klassische Symbol für Hügel und Berge. Die Regierung Oberbayerns genehmigte das Germeringer Wappen am 14. August 1981. Die offizielle Beschreibung lautet: „Über grünem Dreiberg, gespalten von Rot und Silber, vorne ein wachsender silberner Kirchturm, hinten ein roter Löwe.“ Die Stadtfahne unterlegt das Wappen mit einer Flagge aus zwei Längsstreifen in Gründ und Weiß. Sie erhielt 1982 die offizielle Genehmigung.

Das Wappen von Grafrath: 

Als sich die Gemeinden Unteralting und Wildenroth am 1. Juli 1972 zu Grafrath vereinigten, übernahm die neue Gemeinde kurzerhand das Wappen Wildenroths. Dieser zweckmäßige Schritt war eigentlich unrechtens. Nach der Auflösung der alten Gemeinden erlosch auch die Anerkennung des Wappens Wildenroths. Grafrath hätte sein neues Wappen eigentlich erneut anerkennen lassen müssen. Dies geschah erst am 27. Juli 1995 mit 23 Jahren Verspätung. Sinnvoll war die Übernahme des Wappens für die neue Gemeinde dennoch. Die Idee hinter dem Wildenrother Gemeindewappen traf auch auf Unteralting zu. Das neue alte Gemeindewappen zeigt auf einem einfachen halbrunden Schild einen Speer, der eine Rodunghsaue kreuzt. 

Grafrath

Die Rodungshaue symbolisiert den zweiten Teil des Ortsnamens Wildenroth, der so viel wie „Wildnisrodung“ bedeutet. Der Speer ist weniger eindeutig definiert. Einerseits könnte man ihn als allgemeines Symbol für die ansässigen Ritter interpretieren. Andererseits soll er möglicherweise an den Heiligen Graf Rasso erinnern, der in der gleichnamigen Kloster- und Wallfahrtskirche in Grafrath begraben sein soll. Rasso wurde auch als Rath oder Grafrath bezeichnet, weshalb die Übernahme eines mit ihm in Verbindung stehenden Symbols in das Wappen der neuen gleichnamigen Gemeinde durchaus sinnvoll erscheint. Zwei Feldern in rot (oben) und weiß (unten) hinterlegen die Figuren. Bei Wappen spricht man im Falle einer horizontalen Aufteilung des Schildes von einer Teilung, bei einer vertikalen Aufteilung von einer Spaltung.

Mit seiner Farbgebung und Teilung erinnert das Wappen Grafraths an das Wappen der Marschälle von Wildenroth, die 1311 durch Verpfändung in Wildenroth Grundbesitz erlangten. Das untere Feld zeigt außerdem einen waagerechten blauen Wellenbalken, ein typisches Symbol für Flüsse und Bäche. In diesem Fall steht der Balken für die durch Grafrath fließende Amper. Die Gemeindeflagge besteht aus zwei Streifen in Blau und Gelb, auf die das Wappen aufgebracht ist. Offiziell definierte Grafrath sein Wappens so: „Geteilt von Rot und Silber, unten ein blauer Wellenbalken; im Ganzen überdeckt mit einem goldenen Speer und einer goldenen Rodungshaue in schräger Kreuzung.“

Das Wappen von Gröbenzell:

Gröbenzell

Das Wappen Gröbenzells ist ein Geburtstagsgeschenk der Gemeinde an sich selbst. Es symbolisiert die Namenbestandteile des Gemeindenamens. In der Mitte des Emblems verläuft aufrecht ein schmaler, geschwungener blauer Streifen. Dieses als Wellenpfahl bekannte Wappenelement erinnert an den Gröbenbach, einen etwa 19 Kilometer langen Amperzufluss, der durch Gröbenzell fließt. Die darüber liegende Zollschranke in Blau und Weiß steht für die Zollstelle, die vom 17. bis 19. Jahrhundert in Gröbenzell bestand. 

Auf diese geht der Namensteil „zell“ zurück. Zum Fuße der Zollschranke verkörpert ein grüner Halbkreis das nahegelegene Dachauer Moos. Zwei rote Rosen symbolisieren die vielen Gartensiedlungen der als „aufblühenden Gartenstadt“ bekannten Gemeinde Gröbenzell. Ein häufiger Fehler stellt das Blüteninnere der Rosen in Weiß dar. Die offizielle Wappenbeschreibung spricht von einfarbigen Rosen. Die Gemeindefahne Gröbenzells unterlegt das Wappen mit einer Grün und Weiß gestreiften Flagge. Der Entwurf des Gröbenzeller Abzeichens stammt von Klemens Stadler, dem Beauftragten für die Beurteilung von Kommunalwappen der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. Ernst Rößner aus Bad Tölz übernahm die grafische Umsetzung. In der offiziellen Beschreibung ist das Gemeindewappen wie folgt definiert: „In Silber auf grünem Boden eine Zollschranke in den Farben Silber und Blau, dahinter ein blauer Wellenpfahl, der beiderseits von je einer roten heraldischen Rose begleitet ist.“ Am 20. Juli 1962 genehmigte das Innenministerium diese Beschreibung.

Das Wappen von Hattenhofen: 

Die Gemeinde Hattenhofen verwendet in ihrem Wappen eines der ältesten Symbole im Landkreis: einen römischen Meilenstein. Der auf das Jahr 201 n. Chr. datierte Fund aus dem 19. Jahrhundert verbrannte im Zweiten Weltkrieg. Verewigt ist er auf blauem Grund im unteren, mittleren Drittel des Hattenhofener Gemeindewappens. Das nach obenhin spitz zulaufende mittlere Drittel umrahmen zwei weiße Felder zur Linken und Rechten.

Hattenhofen

 Die Wappenfarben Blau und Weiß erinnern an die Zugehörigkeit zum landesherrlichen Herrschaftsbereich im Landgericht Dachau. Im linken Feld prangt ein rotes Tatzenkreuz, das Symbol des Birgittinnenordens, offiziell als „Orden des Allerheiligsten Erlösers“ bekannt. Früher verfügten die Birgittinen über bedeutenden Grundbesitz in Hattenhofen. Heute ist der Orden noch in Altomünster ansässig. Das rechte Feld ziert ein durch zwei Latten und einen Querbalken angedeuteter Zaun. Dieser erinnert an die Umzäunung, die das Dorf früher umschloss. Die offizielle Beschreibung des Wappens lautet: „In Silber eine eingeschweifte blaue Spitze, darin ein silberner römischer Meilenstein; vorne ein schwebendes rotes Tatzenkreuz, in der Mitte belegt mit einer kleinen silbernen Scheibe (Hostie), hinten ein roter Zaun.“ In der Gemeindeflagge hinterlegen drei Streifen in der Farbfolge Rot-Weiß-Blau das Wappen.

Das Wappen von Jesenwang:

Jesenwang

 Die Gemeinde Jesenwang geht mit ihrem Wappen vom 25. Mai 1972 völlig eigene Wege. Auf rotem Grund prangt ein goldener Halbmond mit Gesicht unter einem silbernen Schwert, dass einen silbernen Bischofsstab kreuzt. Die Gemeindeflagge in weiß hinterlegt das Logo mit zwei dünnen Längsstreifen in Gold und Rot, umrahmt von zwei breiteren Streifen in Weiß. Trotz des fast exotisch anmutenden Wappens gibt es für seine Bestandteile gute Gründe. Die Farbgebung ist eine Anlehnung an das Kloster Fürstenfeld, das früher die Grundherrschaft in der Gegen ausübte und die Farben Rot und Weiß verwendete. 

Der Mond erinnert an das Geschlecht der Jesenwanger, die Stadtschreiber und Bürger des nahe gelegenen Landsberg am Lech. Der Bischofsstab symbolisiert den Heiligen Willibald, den ersten Bischof Eichstätts. Er kam um das Jahr 700 aus dem britischen Essex als Missionar nach Bayern. Jesenwang ehrt ihn seit 1712 jährlich mit de, Willibald-Ritt und einer Pferdesegnung. Willibalds typisches Attribut in der christlichen Kunst ist der Bischofsstab. Das Schwert steht für die Bodenfunde der Gegend, die bis zu Christi Geburt zurückreichen. Ein Schwert fand man als Beigabe in einem Männergrab aus der Zeit um dem Jahr 700. Wegen des besonderen Aussehens der Jesenwanger Fahne wurde ihr die offizielle Anerkennung verweigert. In Bayern gelten strenge Auflagen für Gemeindefahnen. Vierstreifige Fahnen sind genauso verboten wie Fahnen mit unterschiedlich breiten Streifen. Die Jesenwanger Flagge verletzt beide Regeln.

Das Wappen von Kottgeisering: 

Am Rathaus der Gemeinde Kottgeisering prangt ein Wappen, dass es nicht gibt. Auf einem blauen Schild ist dort ein silberner Fischreiher zu sehen, der, einen ebenfalls silbernen Fisch im Schnabel tragend, auf einem goldenen Dreiberg steht. Hinter dem Wappen liegt ein zweiter Schild, der das kleine bayerische Staatswappen zeigt, die Raute in blau-weiß. Der Freistaat genehmigte diese Wappen nie. Als eine von nur wenigen Gemeinden in Bayern und die einzige im Landkreis besitzt Kottgeisering daher kein offizielles Gemeindewappen. Signiert die Gemeinde offizielle Dokumente, nutzt sie das kleine bayerische Staatswappen. Das Wappen mit Fischreiher kann nur für inoffizielle Anlässe verwendet werden. 

Kottgeisering

Eine weitere Besonderheit des Kottgeiseringer Wappens ist der kleine weiße Stern im rechten oberen Eck des Wappens, neben dem Fischreiher. Er symbolisiert das Abzeichen des Wappendesigners. Georg-Maria Kronenbitter, der das Wappen 1948 entwarf, arbeite hauptberuflich als Architekt und versah alle seiner Pläne mit einem Stern. Die offizielle Anerkennung erhält Kronenbitters Entwurf vermutlich nie. In zu vielen Punkten widerspricht er den Richtlinien für Wappen in Bayern. Doppelwappen sind genauso unzulässig wie die Verwendung der bayerischen Rauten. Kronenbitters Stern fehlt der Bezug zur Gemeinde, ebenfalls ein Unding in bayerischen Wappen. Ein offizieller Genehmigungsversuch aus dem Jahr 1977 blieb entsprechend erfolglos.

Für einen Antrag mit Erfolgsaussicht müssten zumindest der zweite Schild und der Stern entfernt werden. Die, in diesem Fall inoffizielle, Beschreibung des Kottgeiseringer Wappens lautet: „Zwei Schilde, der vordere überdeckt teils den hinteren: 1) In Blau auf goldenem Dreiberg ein die Schwingen ausbreitender, silberner Fischreiher mit silbernem Fisch im Schnabel, oben links von einem achtstrahligen silbernen Stern begleitet; 2) Schräg gerautet von Silber und Blau.“ Die Kottgeisering Gemeindeflagge setzt die Farbgebung des Doppelwappens fort. Mit zwei gleich breiten Streifen in Blau und Weiß entspricht sie der Flagge des Freistaats. Da auch das verboten ist, bräuchte Kottgeisering für eine offizielle Anerkennung auch eine neue Flagge. Die Vorgaben für Gemeinde- und Stadtflaggen bestimmen diesen, sich an den Farben des Wappens zu orientieren. Außer Blau und Weiß bleibt im Falle Kottgeiserings also nur Gelb. Denkbar wären eine dreistreifige Flagge in Weiß-Blau-Gelb oder eine zweistreifige Flagge in Gelb und Weiß oder Blau.

Das Wappen von Landsberied: 

Landsberied

Das Landsberieder Gemeindewappen lehnt sich an die Wappen zweier Klöster an. Das Fürstenfelder Kloster stand, wie bei vielen Wappen im Landkreis, Pate für den Balken mit rot-weißem Schachbrettmuster. Im Landsberieder Wappen ist dieses auch als Zisterzienserbalken bekannte Element allerdings senkrecht gerade dargestellt. Damit weicht das Gemeindeabzeichen von der üblichen schrägen Darstellung ab. Dem Zisterzienser Ordensgründer Bernhard von Clairvaux (1090-1153) wurde ein schwarzes Wappen mit schräg verlaufendem rot-weißem Schabrettbalken zugeschrieben. Auch wenn diese Zuschreibung frei erfunden war, verewigte sie sich im Laufe der Geschichte als Abzeichen der Zisterzienserklöster und findet sich noch heute auf zahlreichen Stadt- und Gemeindewappen. Einen schmalen senkrechten Mittelstreifen bezeichnet man bei Wappen auch als Straße. Damit kann der senkrechte Zisterzienserstreifen als Anspielung auf die nahegelegene ehemalige Römerstraße von Salzburg nach Augsburg interpretiert werden. Flankiert wird das rot-weiße Schachbrett von den beiden Bestandteilen des Wappens des Klosters Weihenstephan. Das linke Feld zeigt einen goldenen Flügel auf blauem Grund, das rechte drei rote Rosen auf silbernem Grund. Der Flügel verweist auf den Erzengel Michael, den Schutzpatron des Klosters, die Rosen auf die Grafen von Moosburg.

Diese trugen in ihrem Wappen ebenfalls drei Rosen, zwei in Rot und eine in Weiß. Das Landsberieder Gemeindewappen erhielt am 24. April 1968 die Genehmigung durch das Staatsministerium des Innern. Die offizielle Beschreibung lautet: „Gespalten durch einen von Silber und Rot in zwei Reihen geschachten Pfahl von Blau und Silber; vorne ein zugewendeter goldener Flügel, hinten übereinander drei rote heraldische Rosen mit goldenen Butzen.“ Die Landsberieder Gemeindeflagge hinterlegt das Wappen mit zwei gleich breiten Streifen in Rot und Weiß.

Das Wappen von Maisach: 

Das Wappen der Gemeinde Maisach kombiniert auf einem einfachen roten Schild die Symbole zweier für die Gemeinde historisch bedeutender Einflüsse. Zum einen zeigt das Wappen drei weiße, horizontal übereinander gestapelte Bögen. Sie stellen einen Regenbogen dar, der an das Wappen der Herren von Weilheim erinnert. Ab 1200 gehörte das Geschlecht zu den größten Grundherren der Gegend. Das Wappen der Herren von Weilheim zeigte einen blau-rot-grünen Regenbogen auf silbernem Feld. 

Maisach

Im Maisacher Abzeichen wird der Regenbogen in weiß dargestellt, was, in Verbindung mit dem roten Grund, an das Zisterzienserkloster Fürstenfeld erinnert, den späteren Grundherrn der Gegend. Von 1746 bis zur Säkularisation 1803 gehörte Maisach zur Hofmark des Klosters Fürstenfeld. Über dem verfremdeten Regenbogen liegt ein goldenes Schwert. In der Wappenkunde ist das Schwert ein traditionelles Gerichtssymbol. Als Schrannenbezirk des Klosters Ettal stellte Maisach eine Sonderform in der altbayerischen Gerichtsorganisation dar. Die offizielle Wappenbeschreibung für Maisach lautet: „In Rot drei gebogene silberne Balken, überdeckt mit einem senkrecht gestellten goldenen Schwert.“ Sie wurde am 23. November 1964 offiziell akzeptiert. In der offiziellen Gemeindefahne ist das Wappen am oberen Ende in einem weißem Quadrat zu sehen. Erst unterhalb dieses in der Fachsprache Kopf genannten Quadrats beginnen die drei Streifen in Gelb, Rot und Weiß. Diese Anordnung ist bei Flaggen besonders, aber erlaubt. Besucher des Maisacher Volksfestes können Wappen und Fahne der Großgemeinde ausgiebig betrachten, da der Zugang zum Festplatz immer reich mit Fahnen geschmückt ist

Das Wappen von Mammendorf:

Mammendorf

Das Wappen der Gemeinde Mammendorf besteht aus drei Hauptelementen. Ein Questreifen mit rot-weißem Schachbrettmuster teilt das Wappen von links unten nach rechts oben. Dieses für den Landkreis und die Gegend häufige Element erinnert an das Zisterzienserkloster Fürstenfeldbruck, dass im Mittelalter zu den bedeutendsten Großgrundbesitzern der Gegend gehörte. Der Balken geht auf den Heiligen Bernhard von Clairvaux aus dem 11. und 12. Jahrhundert zurück, der den rot-weißen Schrägbalken auf schwarzem Grund in seinem persönlichen Wappen geführt haben soll. 

Auch wenn es sich hierbei um eine Erfindung späterer Jahrhunderte handelte, fand der Balken Einzug in viele Wappen von Städten und Gemeinden in der Umgebung von Zisterzienserklöstern. Bernhard von Clairvaux war einer der bedeutendsten Mönche der Zisterzienser und trug entscheidend zur Verbreitung des Ordens bei. Im Feld oben links zeigt das Mammendorfer Wappen einen goldenen Löwen auf schwarzem Grund. Der Löwe erinnert an die Freiherren von Lotzbeck, die 1826 das Schloss Nannhofen erwarben und dort bis heute ansässig sind.

Das Familienwappen der von Lotzbeck enthält ebenfalls einen Löwen in Schwarz und Gold, allerdings wechselt dieser in der Hälfte die Farben. Der obere Teil zeigt einen goldenen Löwen auf schwarzem Grund, der untere einen schwarzen Löwen auf goldenen Grund. Das Wappen der Gemeinde Mammendorf verwendet einen einfarbigen Löwen. Im unteren rechten Feld ziert das Mammendorfer Wappen eine schwarze Schafschere vor goldenem Grund. Auch die Schere erinnert an ein Familiengeschlecht, nämlich die Herren von Haldenberg, die 1357 ihren Besitz an das Kloster Fürstenfeld übergaben. Die Mammendorfer Gemeindefahne zeigt gelb-rot-gelbe Streifen unter dem Gemeindewappen. Die Wappenbeschreibung Mammendorfs lautet wie folgt: „Schräglinks geteilt durch einen von Rot und Silber geschachten Balken; oben in Schwarz ein links gewendeter, wachsender goldener Löwe, unten in Gold eine schräglinks gelegte schwarze Schafschere.“ Da nach bayerischem Recht Verwaltungsgemeinschaften (VG) nicht wappenfähig sind, wurden auf der Tafel am Eingang des Mammendorfer Rathauses, dem Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, die Wappen aller acht Mitgliedsgemeinden angebracht.

Das Wappen von Mittelstetten:

Das Mittelstettener Gemeindewappen zeigt auf einem längs geteilten, grün-weißem Schild gleich fünf weiße Symbole. Die linke ziert ein einzelner Flügel. Dieser erinnert an das Geschlecht der Hundt zu Lauterbach, die in Mittelstetten Ländereien besaßen. Mit gleicher Bedeutung findet sich das Motiv auch im Wappen der Gemeinde Egenhofen. Der Grundbesitz der Hundt zu Lauterbachs erstreckte sich über beide Gemeinden. 

Mittelstetten

Im Gegensatz zu Egenhofen verzichtet Mittelstetten allerdings auf den kleinen schwarzen Balken im Flügel. In der Mitte des Wappens unterstreicht ein nach oben zeigender weißer Pfeil die Teilung des Schildes. Der Pfeil symbolisiert den Heiligen Sebastian, den Schutzpatron der Kirche Mittelstettens. Der Legende nach soll der Heilige Michael gegenüber den Pfeilen von Bogenschützen unverwundbar gewesen sein, was den Pfeil zu seinem für Wappen typischen Symbol werden ließ. Das rechte Feld stellt eine Heugabel und ein Spaten dar. Erstere erinnert an die große Bedeutung der Landwirtschaft für die Gemeinde, zweiterer an die historisch belegte Gewinnung von Raseneisenerz in der Gegend.

Raseneisenerz ist ein besonders Metallreicher Boden, aus dem in Mittelstetten beim Übergang vom 12. in das 13. Jahrhundert Gebrauchsgegenstände hergestellt wurden. Die Gabel zeigt nach oben, der Spaten nach unten. An der Schnittstelle der beiden verläuft ein schräger Wallenbalken. Dieser steht für die Glonn, einen Amperzufluss, der im Gemeindegebiet entspringt. Die offizielle Definition bestimmt das Mittelstettener Gemeindewappen wie folgt: „Durch einen silbernen Pfeil gespalten von Rot und Grün; vorne ein halber silberner Flug, hinten ein schmaler silberner Wellenbalken, überdeckt von einer aufrechten Heugabel, deren Stiel aus einem silbernen Spatenblatt wächst.“ Diese Beschreibung wurde am 28. September 1982 offiziell genehmigt. Die Mittelstettener Gemeindeflagge hinterlegt das Wappen mit einer Fahne in Grün und Weiß.

Das Wappen von Moorenweis: 

Moorenweis

Das Moorenweiser Gemeindewappen trägt als einziges Abzeichen im Landkreis das Symbol des Papstes. Ein roter Schlüssel liegt über einem Kreuzstab. Diese Schlüssel steht in der christlichen Ikonografie für Petrus, dem Christus die Gewalt gab, zu binden und zu lösen. Wegen der Binde- und Lösegewalt stellte man meist zwei Schlüssel dar, die sich zum ersten und wichtigsten Wappenbild des Papsttums entwickelten. Jedes Papstwappen verwendet die Schlüssel. Die Griffe zeigen nach unten, da der Papst auf Erden weilt, die Bärte nach oben, da seine Binde- und Lösegewalt auch noch im Himmel gilt. Zahlreiche Klöster übernahmen dieses Symbolik, besonders, wenn sie Petrus als Schutzherren verehrten. 

Das galt auch für das Kloster Wessobrunn. Das Kloster hatte schon im 13. Jahrhundert Besitz in Moorenweis inne und blieb bis 1803 der wichtigste Grundherr. Mit der Übernahme des Symbols soll an die entscheidende Bedeutung des Klosters in der Moorenweiser Geschichte erinnert werden. Der Kreuzstab steht für den Heiligen Sixtus, den zweiten Patron der Moorenweiser Pfarrkirche. Mit der Farbgebung - rote Figuren in einem silbernen Feld - erinnert das Abzeichen an die Zugehörigkeit der Pfarrei zum Bistum Augsburg. Dessen Wappen ist ein einfacher, längs in zwei Felder geteilter Schild in den Farben Rot und Silber. Flankiert werden die beiden zentralen Symbole von zwei Rohrkolben, zu deren Füßen blaue Wellen verlaufen. Damit setzt das Abzeichen den Gemeindenamen Moorenweis, der so viel bedeutet wie „Siedlung im Moor“ grafisch um. Weil in der Wappenkunde nur die Farben Rot, Blau, Grün und Schwarz sowie die Metalle silber und Gold und Silber erlaubt sind konnten die Blüten der Kolben nicht in Braun dargestellt werden. Auch wenn man diese Darstellung oft sieht, ist eigentlich die Abbildung mit schwarzen Rohrkolben richtig.

Die am 7. Juni 1977 durch die Regierung von Oberbayern offiziell genehmigte Wappenbeschreibung definiert das Moorenweiser Wappen wie folgt: „In Silber aus blauem Wellenschildfuß wachsend zwei schwarze Mooskolben mit grünen Stängeln und grünen Blättern; dazwischen schräg gekreuzt ein roter Kreuzstab und ein roter Schlüssel.“ Ebenfalls 1977 genehmigte der Freistaat die Gemeindeflagge mit drei gleichmäßigen Längsstreifen in Grün, Weiß und Rot. Übrigens ist der in Bayern auch amtlich verwendete Begriff „Gemeindefahne“ falsch, da es sich nicht um eine Fahne, sondern eine Flagge handelt. Während Fahnen oftmals sehr wertvolle Einzelstücke wie Kirchen-, Vereins- oder Truppenfahnen sind, die dauerhaft an einer Fahnenstange befestigt sind, versteht man unter einer Flagge ein auswechselbares Stück Tuch, das an einem Mast gehisst wird.

Das Wappen von Oberschweinbach:

Das derzeitige Wappen der Gemeinde Oberschweinbach ist bereits das zweite der Gemeindegeschichte. Unter vier roten Rauten auf weißem Grund zeigt das erste Wappen von 1971 eine weiße Lerche auf rotem Grund. Bereits nach der Eingliederung Günzlhofens im Jahr 1972 repräsentierte das alte Wappen jedoch nicht mehr die gesamte Gemeinde. Deswegen stellte Oberschweinbach ein neues Abzeichen vor, dass zum 23. Januar 1981 genehmigt wurde. 

Oberschweinbach

Das neue Wappen übernimmt das oberen Gestaltungselement seines Vorgängers. Auf weißem bzw. silbernem Grund erinnern vier rote Rauten an die Herren von Lerchenfeld, einem altbayerischen Uradelsgeschlecht mit wichtigen Einflüssen auf die bayerische Geschichte. Auch die ehemalige Hofmark Spielberg mit dem Hauptort Oberschweinbach gehörte zum Besitz der Familie, weshalb sie auch die Geschichte der Gemeinde nachhaltig beeinflusste. Das ältere Familienwappen der von Lerchenfelds enthält ebenfalls rote Rauten auf weißem Grund. Diese sollen vermutlich an aufsteigende Lerchen erinnern. Um auch das neu eingegliederte Günzlhofen im Wappen zu repräsentieren, musste die Lerche im unteren Feld des Wappens weichen. Sie ersetze ein silberner Lindwurm auf blauem Grund. Das schlangenähnliche Fabelwesen Lindwurm ähnelt einem flügellosen Drachen. In der Wappenkunde symbolisiert der Lindwurm das Symbol der Heiligen Margareta von Antiochien. Nach der christlichen Legende erschien ihr der Teufel als Drache, sie konnte ihn aber durch ihren festen Glauben abwehren.

Die Günzlhofener Kirche führt die Heiligen Margareta von Antiochien als Schutzheilige. Durch die Kombination der vier Rauten mit dem Lindwurm vereint das Abzeichen Oberschweinbachs die Symbole der beiden Teilgemeinden. Die offizielle Wappenbeschreibung Oberschweinbachs lautet: „Unter silbernem Schildhaupt, darin nebeneinander vier senkrecht stehende, durchgehende rote Rauten, in Blau ein silberner Lindwurm.“ Die Oberschweinbacher Gemeindeflagge verzichtet auf das Wappen. Sie besteht lediglich aus drei Streifen in Weiß, Rot und Weiß.

Das Wappen von Olching:

Olching

Die noch recht junge Stadt Olching besitzt eines der ältesten Wappen im Landkreis. Dieses wurde von der Gemeinde Olching übernommen, die ihr Abzeichen bereits am 10. Juli 1951 offiziell bestätigen ließ. Bei Zusammenschlüssen entwerfen die neuen Gemeinden in der Regel ein neues Wappen. Bei der Verleihung des Stadtrechts ist das unüblich, weshalb das Olchinger Wappen unverändert bestehen blieb. 

Diese Geschichte erklärt, warum das Wappen des mit über 27 000 Einwohnern städtisch geprägten Olchings ländliche Symbole verwendet. Auffälligste Elemente sind das Schilfrohr in Grün und Weiß und die links und rechts davon angeordneten Getreidehalme in Grün und Gelb. Das Schilfrohr in der Mitte des Wappens verweist auf das Dachauer Moos, die beiden Getreidehalme auf die früher in der Region wichtige Landwirtschaft. Über das Schilfrohr und die Getreidehalme liegt im unteren Viertel des Wappens ein blauer Wellenbalken. Dieses für Wappen typische Element symbolisiert Wasser und Flüsse, in diesem Fall die Amper. Insofern ähnelt die Symbolik des Olchinger Wappens stark der des Zeichens der Stadt Kolbermoor im Landkreis Rosenheim. Um die beiden Wappen deutlich voneinander abzugrenzen, ergänze Olching in seinem Wappen am oberen Ende die bayerischen Rauten, ähnlich dem Abzeichen der Stadt Fürstenfeldbruck. Sie weißen auf die ehemalige kurfürstliche Schwaige Graßlfing hin und natürlich auf den Freistaat. Das Olchinger Wappen ziert bereits den dritten Ortsverbund.

Die Gebietsreform von 1978 und der Zusammenschluss mit den bis dahin eigenständigen Kommunen Esting und Geiselbullach ließen das Wappen ungültig werden. Aus Kostengründen und weil die Symbolik des Wappen auch für die anderen Gemeinden zutraf, entschloss man sich kurzerhand zur Übernahme des alten Olchinger Wappens für die neue Gemeinde. Die Regierung Oberbayerns bestätigte das neue alte Gemeindewappen am 25. Mai 1982. Leider vergas man damals, auch die blau-weiß-grün gestreifte Gemeindeflagge erneut bestätigen zu lassen. Dies geschah erst mit fast 20 Jahren Verspätung am 2. März 2001. Während der beliebten Speedway-Rennen ist die Olchinger Flagge im ganzen Stadtgebiet häufig zu sehen. Den Entwurf des Olchinger Wappens lieferte der Schleißheimer Otto Hupp (1859-1949), einer der bedeutendsten bayerischen Heraldiker des 20. Jahrhundert. Er zeichnete 1923 auch das erste Wappen des Freistaates, das unter Heraldikern als schönstes Landeswappen gilt.

Das Wappen von Schöngeising: 

Das Schöngeisinger Gemeindewappen geht als eines von wenigen Wappen Bayerns größtenteils auf einen Musiker zurück. Orlando di Lasso gehörte zu den bedeutendsten seiner Zeit. Vermutlich um 1532 in Mons (Hennegau) in den burgundischen Niederlanden geboren, kam Orlando di Lasso 1556 nach München. Von 1562 bis zu seinem Tod im Jahr 1594 übte er das Amt des Hofkapellenmeisters des bayerischen Herzogs aus. Als Dank für seine Dienste bekam er von Herzog Wilhelm V. einen Garten in Schöngeising geschenkt, auf dem er sich ein Haus bauen lies. 

Schöngeising

In Erinnerung an den berühmten Einwohner übernahm die Gemeinde wichtige Gestaltungselemente seines Familienwappens in ihr Ortswappen. Das auffälligste davon sind die sechs Felder, die im Mittelpunkt des Schildes zusammenlaufen. Das obere Feld in blau und das untere in weiß nehmen die doppelte Breite der seitlicheren Felder ein, von denen die oberen beiden in Weiß, die unteren in Grün gehalten sind. Auch die Figuren in den zentralen Feldern sind dem Wappen Orlando di Lassos entlehnt. Dieser führte zwei Balkenkreuze im Schild. Das Schöngeisinger Wappen übernimmt das obere Balkenkreuz, allerdings in Gelb. Im unteren Feld führt die Gemeinde ein rotes Kleeblattkreuz, ein schlichtes Kreuz, dessen Arme in Gestalt eines dreiblättrigen Kleeblattes auslaufen. Das Kleeblattkreuz symbolisiert den Kirchenpatron Johannes der Täufer. Der Ähnlichkeit zum Schild Orlando di Lassos tut diese kleine Änderung keinen Abbruch. In der Mitte des Schöngeisinger Wappens verläuft quer der Zisterzensierbalken im rot-weißen Schachbrettmuster. Dieser erinnert, wie bei so vielen Gemeinden im Landkreis, an das Kloster Fürstenfeld, früher einer der bedeutendsten Grundherren.

Die am 8. Februar 1968 offiziell genehmigte Beschreibung des Schöngeisinger Wappens lautet: „Sechsmal geständert von Blau, Silber, Grün, Silber, Grün und Silber, überdeckt mit einem von Silber und Rot in zwei Reihen geschachten Balken; oben ein goldenes Balkenkreuz, unten ein rotes Kleeblattkreuz.“ Die Gemeindefahne zeigt die Farbfolge weiß-grün mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Das Wappen von Türkenfeld:

Türkenfeld

Das Wappen der Gemeinde Türkenfeld zeigt zwei Felder in Schwarz und Weiß, längs von einem Streifen mit rot-weißem Schachbrettmuster geteilt. Ursprünglich hieß Türkenfeld Duringfeld. Erst im Laufe der Türkenkriege änderte sich der Gemeindenamen. Im linken Feld des Wappens erinnern zwei gekreuzte, goldene Streitkolben an die alten Namensgeber der Gemeinde. Die gekreuzten Streitkolben zierten das Wappen des Adelsgeschlechts der von Duringfeld, dem Adelsgeschlecht und ursprünglichen Namensgeber der Gemeinde. Die keulenartigen Kriegsgeräte dürfen nicht mit Getreideähren verwechselt werden. 

Der Balken mit rot-weißem Schachbrettmuster verweisen, wie bei vielen Wappen im Landkreis, auf das Kloster Fürstenfeld. Der Zisterzienserorden verwendet als Wappen traditionell einen schwarzen Schild mit Schrägstreifen in rot-weißem Schachbrettmuster, der auf den Heiligen Bernhard von Clairvaux zurückgehen soll, einen der wichtigsten Mönche des Ordens. Die Lindenblätter im rechten Feld symbolisieren die anderen Hofmarksherren Türkenfelds. Exemplarisch griff man hier die Familie Staudinger heraus, die die Hofmark 1569 kaufte, sie aber bereits 1598 wieder an die Fugger veräußerte. Das am 5. November 1971 offiziell genehmigte Gemeindewappen definiert sich wie folgt: „Durch einen in zwei Reihen von Silber und Rot geschachten Pfahl gespalten von Schwarz und Silber; vorne schräg gekreuzt zwei goldene Streitkolben, hinten drei blaue Lindenblätter an geschlungenem Stiel.“ Die Gemeindeflagge Schöngeisings hinterlegt das Wappen mit drei Streifen in Blau, Gelb und Rot.

Das Wappen von Puch: 

Als Puch 1978 nach Fürstenfeldbruck eingegliedert wurde, verlor das Wappen der Gemeinde seine Funktion. Weil das Abzeichen des Dorfes aber bis heute häufig zu sehen ist, unter anderem am Pucher Maibaum, verdient es Beachtung. Außerdem ist Puch eine der ältesten Gemeinden des Landkreises. Die Existenz des Ortes „Poah“ ist urkundlich bereits in der Zeit des Agilolfingerherzogs Tassilo III. (748 bis 788) belegt. 

Puch

Auf einem schlichten, halbrunden blauen Schild zeigt das Pucher Gemeindewappen zwei Goldene Buchenblätter über einem weißen Dreiberg. Die Buchenblätter erinnern an die Namensgebenden Buchenwälder, der Dreiberg verweist auf die Lage Puchs auf einer Anhöhe. Auch im Pucher Wappen findet sich der für die Abzeichen der Gegend so typische Zisterzienserbalken mit rot-weißem Schachbrettmuster. Er erinnert an das Zisterzienserkloster Fürstenfeldbruck, früher einer der größten Grundherren der Gegend. Die offizielle Wappenbeschreibung Puchs vom 11. November 1968 lautet: „In Blau, aus einem silbernen Dreiberg wachsend, zwei mit den Stielen schräg gekreuzte goldene Buchenblätter, denen ein von Rot und Silber in zwei Reihen geschachter Balken unterlegt ist.“

Das Wappen von Puchheim:

Puchheim

 Die Stadt Puchheim hat ein Wappen, aber keine Stadtfahne. Beim Treffen der Mitglieder des Amperverbandes wurde das Wappen deswegen kurzerhand der blau-weiß gestreiften bayerischen Landesflagge aufgelegt. Das verbieten allerdings die offiziellen Regeln. Kommunen dürfen die Flagge des Freistaats generell nicht führen, auch wenn diese zur Unterscheidung das Wappen führen. Das Puchheimer Wappen setzt die Bedeutung des Stadtnamens, „Siedlung im Buchenwald“, bildlich um. Im oberen Teil des schlichten, halbrunden Schildes symbolisieren zwei grüne Buchenblätter auf silbernem Grund den ersten Teil des Namens.

Darunter ist blau hinterlegt ein silbernes Haus zu sehen, dass den zweiten Teil des Stadtnamens darstellt. In den meisten Darstellung wird, wie bei Wappen üblich, das Silber der offiziellen Beschreibung durch das leichter darzustellende Weiß ersetzt. Das Staatsministerium des Innern genehmigte das Puchheimer Wappen am 6. November 1963. Seit Puchheim das Stadtrecht erhielt, wird das Fehlen einer genehmigten Stadtflagge immer auffälliger. Da Stadtflaggen in Bayern die Farbgebung des Wappens übernehmen müssen, käme für Puchheim nur eine grün-weiß oder grün-weiß-blau gestreifte Flagge infrage.

Das Wappen vom Landkreis Fürstenfeldbruck:

Die Entstehung des heutigen Wappens des Landkreises Fürstenfeldbruck zog sich fast ein ganzes Jahrzehnt hin. Bereits am 13. Juni 1958 beschloss der Kreisausschuss die Annahme eines Wappens, erst am 15. November 1967 stand das heutige Abzeichen fest. In der Zwischenzeit, von 1964 bis 1967, trug der Kreis ein anderes, heute fast völlig vergessenes Wappen. Für diese langwierige Findungsphase gab es mehrere Gründe. Zunächst viel es den Politikern schwer, sich auf ein historisch begründbares Motiv zu einigen. Eine naheliegende Lösung, den Zisterzienserbalken als Verweise auf das Kloster Fürstenfeldbruck, der sich auch in vielen Gemeinde- und Stadtwappen des Kreises findet, lehnte der Kreistag ab. Der zuständige Referent der Generaldirektion, Klemens Stadler, merkte an, er stoße auf „ungewöhnlich große Schwierigkeiten“.

Besonders Landrat Ernst Raadts von der Bayernpartei verweigerte sich jeglichen historischen Bezüge im Wappen, was die Motivfindung erschwerte. Auf der Suche nach einem allgemeingültigen Motiv blieb Stadler daher nur das Ausweichen auf die Natur. Er versuchte es mit Entwürfen, die mit einem Wellenbaken auf die Amper oder durch eine Ähre auf die Landwirtschaft verwiesen, doch alle scheiterten an der „Entschlussunfähigkeit des Landratsamtes und des Kreistags“, wie Stadler es beschrieb. 1963 gelang schließlich ein erster Durchbruch. Der Passauer Grafiker Max Reinhart, ein erfahrener Wappenzeichner, überzeugte mit seinem Vorschlag alle Beteiligten. Sein Wappen zeigt „in Blau einen erhöhten, mit einem goldenen Zahnrad überdeckten silbernen Wellenbalken, darunter einen goldenen Pflug“. Damit soll einerseits auf die geografische Lage an der Amper Bezug genommen werden, andererseits auf die landwirtschaftliche Struktur sowie die Industrie- und Handwerksbetriebe. Die Farben Gold und Blau repräsentieren die Grafen von Andechs-Meranien, Silber und Blau den Freistaat Bayern.

Bei der Bestätigung des Wappens im Kreistag am 17. Dezember 1963 entwickelte sich bereits erster Gegenwind. Der Entwurf wurde nur mit vielen Gegenstimmen bestätigt, Kreisrat Lorenz Lampl von der Bayernpartei bezeichnet den Vorschlag als „Allerweltswappen“, das auch jeder andere Kreis führen könnten. Vielleicht litt das Abzeichen nach der langen Findungsphase daran, dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigte und dadurch Identität verlor. Von inneren Streiterein unbeeindruckt genehmigte das Innenministerium das Wappen am 28. Februar 1964. Bereits im gleichen Jahr änderte sich die Ausgangslage grundlegend.

Regierungswechsel begünstigt das Wappen des Landkreises Fürstenfeldbruck

Landkreis Fürstenfeldbruck

Landrat Ernst Raadts, schärfster Kritiker historischer Wappenbezüge, schied aus dem Amt aus. Auf ihn folgte Mathias Duschl von der SPD, der eine völlige andere Einstellung zum Thema Wappen besaß. Duschl befürwortete historische Bezüge im Wappen. Auch in der Bevölkerung wurde das ursprüngliche Wappen nie wirklich angenommen, zu künstlich wirkte sein Bezug zum Landkreis. 1966 fragte Duschl bei Stadler wegen einer Wappenänderung an. Dieser befürwortete die Idee und konnte auch beim Innenministerium Unterstützung für eine Änderung gewinnen. Damit änderte zum ersten Mal in der Geschichte Bayerns ein Landkreis sein Wappen.

Da der Kreis eine Ehrenmedaille für verdiente Bürger plante, die auch das Wappen enthalten sollte, beschloss man die Änderung noch vor der ersten Verleihung zu durchführen. Den Entwurf des neuen Wappens zeichnete wieder Max Reinhart, der bereits das erste Wappen entwarf. Der neue Entwurf enthielt deutliche Verweise auf den Landkreis und seine Geschichte. Der Zisterzienserbalken, der ursprünglich auf so viel Widerstrand traf, teilt das Wappen auf einem einfachen halbrunden Schild prominent von links oben nach rechts unten in zwei Hälften. Damit erinnert auch das Wappen des Landkreises an das Zisterzienserkloster Fürstenfeldbruck, dass in vielen Gemeinden zu den größten Grundbesitzern gehörte. Im unteren Feld ist auf blauem Grund eine weiße Brücke zu sehen. Diese entstammt dem Wappen des Landkreises Fürstenfeldbruck und erinnert an den Namensteil „Bruck“, der Brücke bedeutet. Darüber zeigt das Wappen eine Fürstenkrone. Sie spricht für die Sühnegründung des Klosters durch den bayerischen Fürsten, für den Namensbestandteil „Fürst“, aber auch für den Abt Alexander Pellhammer (1745–1761), unter dem die Klosterkirche vollendet wurde. Am 30. Juni 1967 nahm der Landkreis den zweiten Entwurf an, dieses Mal einstimmig. Das Änderungsverfahren kostete 125 Mark „Staatsgebühr“ zuzüglich zwei Mark Auslagen, wie aus den Archivunterlagen in deutscher Gründlichkeit hervorgeht.

Die offizielle Wappenbeschreibung des Landkreises Fürstenfeldbruck lautet: „Durch einen von Silber und Rot in zwei Reihen geschachten Schrägbalken geteilt von Grün und Blau; oben eine silberne Fürstenkrone, unten eine dreibogige, gemauerte silberne Brücke.“ Auch wenn das Wappen seit 1967 unverändert besteht, wurde am 11. November 1976 eine Neugenehmigung nötig. Die Kreisgebietsreform hob alle Kreise des Landes formal auf und definierte sie neu, auch wenn ihr Gebiet nur geringfügigen Änderungen unterlag. Alle Landkreise mussten auch ihre Wappen neu beantragen, was auch für Fürstenfeldbruck galt. Ebenfalls aus dem Jahre 1967 stammt die Fürstenfeldbrucker Landkreisfahne. Auf weiß-grünem Untergrund zeigt sie in einem quadratischen weißen Feld im Fahnenkopf das aufgelegte Kreiswappen.

Christian Masengarb

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