Auch Ziel 21 gratulierte: Gottfried Obermair (l.), Max Keil und Ramona Weiß (r.) überreichten Blumen an die Agenda-Aktivistin Michaela Bock. 

Nachhaltigkeit

Agenda 21 blickt auf zwei Jahrzehnte Arbeit zurück

Vor 20 Jahren hat man in Fürstenfeldbruck und Umgebung begonnen, die Ergebnisse der Weltklimakonferenz von Rio 1992 vor Ort umzusetzen. Der Landkreis wurde in Bayern zum Modelllandkreis erkoren. Der Kreistag bekannte sich 1997 einstimmig zur Nachhaltigkeit und beschloss, die lokale Agenda 21 zu unterstützen.

Fürstenfeldbruck –  Zum 20-jährigen Bestehen hat das Landratsamt nun alle Beteiligten zu einer Feierstunde eingeladen. Ganz oben auf der Agenda steht der Klimaschutz, für den der Landkreis vor fünf Jahren ein Konzept verabschiedet hat. Einige Kommunen haben eigene Klimaschutzbeauftragte. In den Gemeinden Mammendorf und Malching drehen sich zwei Windräder und erzeugen sauberen Strom für 16 000 Menschen.

Die Repair-Cafés in Bruck, Puchheim, Olching, Gröbenzell und Germering haben längst einen festen Platz beim Ressourcenschutz eingenommen. Auch die Zahl der Fair-Trade-Städte und Gemeinden sowie Schulen wächst. Neben Gröbenzell, Puchheim und Fürstenfeldbruck wurde erst vor Kurzem auch Olching zur Fair-Trade-Stadt ernannt.

Faire Schulen sind das Viscardi Gymnasium, das Carl-Spitzweg-Gymnasium und die Realschule in Puchheim.

Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (CSU) dankte den Menschen, die sich seit dem ersten Tag an für eine bessere Lebensqualität in Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen einsetzen. Bei ihrem Rückblick zählte sie einige der vielen Nachhaltigkeitsinitiativen der lokalen Agenda 21 auf. Sie nannte etwa die Brucker Land Sonnenäcker, den Fürstenacker oder den Gröbenzeller Pflanzlgarten. Mitarbeiter des Agenda-Büros würdigten in Anlehnung an die Sendung mit der Maus die wichtige Arbeit von Michaela Bock. Sie leitet das Agenda-Büro im Landratsamt seit 1999.

Thomas Ködelpeter, Sprecher vom Bündnis Nachhaltigkeit Bayern, informierte über die (neue) Agenda 2030, die letztlich an die Agenda 21 anknüpfe und diese als Fundament betrachte. Außerdem gab er eine erste Einschätzung, wie der Landkreis Fürstenfeldbruck hinsichtlich dieser Ziele aufgestellt ist. Hier übte er leichte Kritik am Leitbild, das sich der Fürstenfeldbrucker Landkreis im Jahr 1997 gegegen hatte. Es sei damals so unverbindlich gefasst worden, dass getrost alle Ja sagen können, aber er vermisse präzise Ziele.

Zudem vermisste Ködelppeter im Brucker Landratsamt eine Stabsstelle, die dem Behördenchef direkt unterstellt ist. Es müsse eine Querschnittsaufgabe sein, die durch alle Referate gehe und nicht nur einem Referat zugeordnet sei. (dm)

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