41 Jahre alt, gefeiert wird aber das 20-Jährige

Akkordeonorchester hat zwei Geburtstage

Seit 20 Jahren ist das Akkordeonorchester Ampertal (AOA) fester Bestandteil des Grafrather Kulturlebens. Die Ursprünge des Ensembles reichen jedoch doppelt so lange zurück. Es ging aus dem Brucker Akkordeonorchester hervor.

GrafrathAcht ehemalige Schüler des Musikstudios von Irene Häuslmayr hatten sich 1976 zusammengetan, um das Akkordeonorchester Fürstenfeldbruck zu gründen. Nach einer erfolgreichen Zeit kam kurz vor dem zehnjährigen Bestehen der Absturz. „Das Orchester hat viele Mitglieder verloren, weil sie aus schulischen und beruflichen Gründen weggezogen sind“, erzählt Ewald Menzinger, der schon dem Brucker Orchester angehörte. Mühsam hielt ein kleiner, harter Kern um Menzinger, Georg Schamberger, Klaus Gillmeyer und Doris Knobloch den Verein am Leben. Und so wurden die Brucker Musiker zur Wiege für das Akkordeonorchester Ampertal.

Denn vor genau zwei Jahrzehnten hatte der Grafrather Eugen Mang eine Akkordeongruppe in seinem Heimatort etabliert. Die 15 Musiker hatten im Herbst 1997 ihr erstes Konzert gegeben und aufgrund des großen Erfolgs beschlossen, ein Orchester zu gründen. Ein Kontakt zum Brucker Ensemble lag nahe, schließlich wohnt Menzinger selbst in Grafrath. Und so verstärkten die fünf verbliebenen Akkordeonspieler aus der Kreisstadt die Grafrather Gruppe.

Damit sich das Ensemble musikalisch weiterentwickelt, holte Mang schließlich den Dirigenten Rolf Mayer an Bord, der das Akkordeonorchester noch heute leitet. 1998 gab das nun 23-köpfige Ensemble sein erstes Konzert. Noch im gleichen Jahr wurde auch ein Jugendorchester gegründet.

Auch wenn das Akkordeonorchester Ampertal damit faktisch bereits existierte, so war doch der alte Name „Akkordeonorchester Fürstenfeldbruck“ zunächst geblieben. Erst als im Herbst 1999 auch die Mitglieder des Akkordeonorchesters des Musikvereins Grafrath-Kottgeisering aufgenommen wurden, gab sich der Verein mit neuem Sitz in Grafrath den heutigen Namen.

1999 wurde auch das neue Vereinsheim in Grafrath gebaut, das im Mai 2000 eingeweiht wurde. Seitdem dient das zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Musikverein genutzte Gebäude dem Orchester als Übungsraum.

Als erstes Konzert unter neuem Namen taucht in der Vereinschronik ein gemeinsamer Auftritt mit dem Akkordeonorchester der Volkshochschule Kaufering in Grafrath auf. Von da an war das Ensemble stark gefragt. Es folgten gemeinsame Konzerte mit mehreren Chören und Orchestern aus der Region sowie Kirchenkonzerte in der Rassokirche und der evangelischen Kirche in Grafrath sowie der Brucker Erlöserkirche.

Einige Male packten die Musiker auch ihre Koffer für Auftritte in weiter entfernten Städten. 2001 ging es zum Beispiel an die Mosel, 2009 nach Südtirol. 2007, 2009 und 2016 reiste das Ensemble außerdem in die ungarische Partnerstadt Polgardi.

Auch bei den Grafrather Rassofesten, der Türkenfelder Bergweihnacht und bei den Huosigau-Heimattagen im Jahr 2012 unterhielt das Akkordeonorchester bereits die Besucher. Sogar ins Radio hat es das Ensemble schon geschafft: 1999 spielten sie im Rahmen der Live-Sendung „Bayern 1 unterwegs“. Die bislang größten Erfolge waren aber der erste Platz bei den Bayerischen Akkordeon-Meisterschaften 2003 in Hof sowie diverse Auszeichnungen bei anderen Festivals, Wertungsspielen und Meisterschaften. (ad)

Jubiläumskonzert

Das Akkordeonorchester Ampertal feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am Samstag, 13. Mai, um 19.30 Uhr im Grafrather Bürgerstadl. Es spielen zunächst das Projektensemble und das Quintett des Vereins, schließlich das gesamte Orchester. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird aber gebeten.

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