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Gegen den Verkauf von Tieren: Aktivisten der Tierschutz-Organisation PETA demonstrierten gestern vor dem Hagebaumarkt. Auf dem Bild sind „Hase“ Marco (25) und (v.l.) Alena Thielert, Andy, Stefan und Tierheimhund Poldi.

Aktion vor Hagebaumarkt

PETA-Aktivist demonstriert in Badehose gegen Tierverkauf

Fürstenfeldbruck – Bei Hagebaumarkt, auch in Bruck, werden nicht nur Schrauben und Bretter verkauft – sondern auch Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Reptilien und Fische. Das ist der Tierschutzorganisation PETA ein Dorn im Auge.

Gestern demonstrierten einige Aktivisten neben dem Parkplatz gegen das Vorgehen des Marktes. Einer von ihnen machte in Badehose und als Hase geschminkt auf die Umstände aufmerksam.

Die Organisation erhebt schwere Vorwürfe gegen die Baumarktkette. Recherchen ergaben, dass bei Züchtern von Kleintieren, die in einigen Hagebaumärkten verkauft werden, untragbare Zustände in den Zuchtanlagen herrschen. Bilder dazu sind online zu sehen.

Aktivist Marco (25) setzte sich deshalb eine Stunde lang – nur in Badehose – in einen Einkaufswagen. „PETA wird weiter Druck auf Hagebau ausüben und die Verbraucher informieren – so lange, bis das Unternehmen den Verkauf stoppt“, sagte Aktionskoordinatorin Alena Thielert. Auf Druck von PETA verzichten die Ketten Obi und Toom mittlerweile auf den Lebendverkauf von Kleintieren.

Auch bei Hagebau setzt man sich laut der Unternehmensleitung mit dem Thema auseinander. „Wir stehen in Kontakt mit PETA und sind offen für einen Dialog. Im Februar ist ein Treffen bei PETA in Stuttgart geplant“, sagt Pressesprecherin Nina Lemmerz-Sickert auf Tagblatt-Nachfrage. Tatsächlich habe es bei einem Lieferanten schreckliche Haltungsbedingungen gegeben – diese Geschäftsbeziehung habe man nach Kenntnisnahme sofort beendet. „Diese Zuchtbedingungen entsprechen nicht unserer Firmenphilosophie.“

Die PETA-Aktion in Bruck blieb bei den Kunden allerdings fast unbemerkt. Sie musste auf öffentlichem Grund stattfinden, also etwas abseits des Parkplatzes nahe der Bushaltestelle an der Augsburger Straße.

Dennoch äußerten manche Baumarkt-Kunden ihre Bedenken. „Ich würde hier kein Tier kaufen“, sagte etwa Rentner Heinz Hänel aus Emmering. „Wenn ich eines haben wollte, dann würde ich ins Tierheim gehen“, meinte eine Frau aus Fürstenfeldbruck. Genau so sehen das auch die PETA-Aktivisten. „Jedes Jahr werden 300 000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt“, sagen sie. „Zoohandelsindustrie und Züchter produzieren täglich neue Tiere – oft unter unhaltbaren Bedingungen. Doch Tiere sind keine Ware, Tiere sind Lebewesen."

Angi Kiener

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