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Der alte Schlachthof gilt als dringend sanierungsbedürftig. 

Podiumsdiskussion

Alle bekennen sich zur Subkultur – aber?

Rosige Zukunft, triste Gegenwart? Quer durch die Parteienlandschaft bekennen sich die Stadträte zum Verbleib des Vereins im Alten Schlachthof. Ob es aber bald zu den nötigen Sanierungsarbeiten kommt, blieb bei der Podiumsdiskussion offen.

FürstenfeldbruckSeit zwei Wochen läuft das Frühjahrsprogramm der Subkultur im Alten Schlachthof – und prompt waren einen Tag vor der ersten Veranstaltung wieder einige Wasserleitungen undicht. Das ist ein Symptom für den seit langem schlechten Zustand des Gebäudes, der jetzt wieder bei einer Podiumsdiskussion besprochen wurde. 

Eingeladen zur Debatte hatte der Stadtjugendrat. 

Vor gut 30 Zuhörern, OB-Kandidat Martin Runge und einigen Stadträten diskutierten Gunter Senf (ÖDP), Georg Stockinger (Freie Wähler), Andreas Lohde (CSU), Philipp Heimerl (SPD), Jan Halbauer (Grüne), Christian Götz (BBV), Andreas Ströhle (Piraten), Florian Weber (parteilos) und die Subkultur-Vorsitzende Aline Pronnet auf der Bühne des Schlachthofs.

Was ist seit letztem Jahr passiert?

Zu Beginn gingen alle noch einmal der Frage nach, warum die 90 000 Euro, die letztes Jahr im Haushalt eingestellt waren, einfach so versackt waren. Nach Tagblatt-Informationen war das Geld größtenteils zur Bestandssicherung des Daches eingeplant und musste nicht eingesetzt werden. Wegen der bald stattfindenden Überplanung des gesamten Areals Auf der Lände/Aumühle wollte die Verwaltung auch lieber auf die neuen Entwürfe warten, anstatt die Gelder für Reparaturen einzusetzen.

Andreas Lohde mutmaßte deswegen, dass sich die Verwaltung wohl nicht so richtig getraut habe, bei den Reparaturen forscher zu agieren – weil nicht wirklich klar sei, wo die Reise hingehe.

OB-Kandidat Georg Stockinger und auch Andreas Ströhle kritisierten aber die abwartende Haltung. Ströhle sagte zum Beispiel: „Wenn der amtierende Bürgermeister Interesse daran hat, dann passiert auch etwas.“ Die Subkultur wolle keinen auf Hochglanz polierten Schlachthof, doch der Betrieb müsse aufrechterhalten werden, sagte Pronnet.

Anstatt auf den Gesamt-Komplex Schlachthof zu blicken, könne man doch Schritt für Schritt kleinere Maßnahmen abarbeiten und das Leben der Subkultur erleichtern, schlug sie vor. Ihr Ziel für 2017: Eine Bestandsaufnahme mit allen Mängeln.

Weiteres Problem für den Mieterverein: „Es fehlt der Ansprechpartner, wenn etwas kaputtgeht“, sagte Pronnet, die aber gleichzeitig betonte: Generell laufe die Kommunikation mit der Stadt jetzt wieder sehr gut.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wie schnell tatsächlich in das Gebäude investiert wird, das ist weiterhin offen. Jan Halbauer (Grüne) hatte im Dezember einen Antrag gestellt. Sein Ziel war es, einen Maßnahmen-Katalog und einen Fahrplan für Sanierungsarbeiten in den Stadtrat zu bekommen. Im selben Antrag forderte er auch eine Anhebung der zulässigen Einlasszahlen. Bisher dürfen pro Veranstaltung nur 99 Leute in den Schlachthof – ein Thema, das auch die Vereinsmitglieder bei der Diskussion ansprachen. Halbauer versprach: „Wir haken da nach.“

Querbeet formulierten alle Kommunalpolitiker eindeutige Bekenntnisse zum Verbleib am Standort. OB-Kandidat Philipp Heimerl und Christian Götz erhoben den Verbleib der Subkultur im Schlachthof und der Fursty Razorbacks auf der Lände zu „Prämissen“ des heuer anlaufenden Ideenwettbewerbs zur Überplanung des Quartiers. „Die weitere Nutzung des Geländes orientiert sich dann daran“, sagte Heimerl. Andreas Lohde, für den die „Eckpunkte“ Subkultur und Razorbacks gesetzt sind, wies auf den langwierigen Prozess der Stadtwerke-Verlagerung hin, der die Überplanung immer wieder verschoben hatte. Lohde, früher selbst Nachbar der Lände-Insel, ist davon überzeugt, dass auch Wohnnutzung in Zukunft dort seinen Platz finden könnte.

Bei solch klaren Aussagen warb Pronnet dafür, dass die Subkultur im nächsten Jahr von der Stadt einen längerfristigen Mietvetrag erhalten solle. Bisher sind diese immer auf ein Jahr befristet. Ein fünfjähriger Kontrakt wäre doch eine schöne Sache, fand sie. (fd)

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