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Auch Bürgermeister Raith war dabei.

Adelshofen

Alle packen bei der Biotoppflege mit an

Da hat sich der Bürgermeister höchstpersönlich die Gummistiefel geschnappt: Michael Raith half den 14 Burschen der Landwirtschaftsschule dabei, die renaturierte Maisachschleife von Kies und Schlamm zu befreien. Immerhin hat diese eine sehr wichtige Aufgabe.

Adelshofen – „Naturschutz und Landwirtschaft gehen Hand in Hand“, verkündete Bürgermeister Michael Raith stolz. Gemeint ist die gemeinsame Biotoppflege an der renaturierten Maisachschleife mit der Landwirtschaftsschule. Raith ließ es sich nicht nehmen, an der ein oder anderen Stelle mit anzupacken und die 14 Burschen zu unterstützen.

Bereits seit 15 Jahren wird das Wasser durch die künstlich angelegte Maisachschleife nahe Nassenhausen umgeleitet. Seitdem hat die Maisach viel Sand und Kies angeschwemmt, was sich besonders in der Schleife abgelagert hat. Der Schlamm an den Ufern muss daher abgetragen werden und die Äste, die in den Wasserlauf hängen, zugeschnitten werden. Außerdem werden Weidenfaschinen in den Flusslauf gelegt, damit die Maisach wieder richtig fließen kann.

Hier kommen die Burschen der Landwirtschaftsschule ins Spiel. „Diese Zusammenarbeit ist wirklich ein Glücksfall“, freute sich Raith. Als angehende Landwirtschaftsmeister sind sie körperliche Arbeit gewohnt und können mit den entsprechenden Maschinen umgehen. „Es ist uns wichtig, dass wir den Landwirtschaftsschülern auch andere Facetten, wie Biotop- und Landwirtschaftspflege, näher bringen“, erklärte Beate Eder vom Amt für ländliche Entwicklung.

Biotopvernetzung ist schon seit den 80er-Jahren Thema in Adelshofen. 1997 erstellte die Gemeinde auf Anraten von Umweltreferent Eugen Bachhuber einen Gewässerpflegeplan. Ursprünglich wollte Bürgermeister Raith die Schleife auf seinem Privatgrundstück verwirklichen. Die angrenzenden Bewohner waren davon allerdings wenig begeistert. Um das Projekt trotzdem umsetzten zu können, erwarb die Gemeinde ein Stück Land von der Flughafen GmbH.

Johannes Mühlbauer vom Amt für ländliche Entwicklung leitete neben dem gesamten Dorferneuerungsprojekt auch die Anlage der Maisachschleife. Wo früher eine nackte Wiese und ein schnurgerader Wasserlauf waren, ist heute eine dicht bewachsenes Biotop voller Leben.

Die Schleife entschleunigt das Wasser und bewahrt vor Hochwasser. Außerdem sind die insgesamt drei Hektar Land Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten. So leben dort eine Biberfamilie und Vögel wie die Nachtigall oder der Rotmilan. Auch für Fische herrschen optimale Bedingungen. Auf Grund der dichten Bewachsung sind sie vor Jägern aus der Luft geschützt und haben einen ruhigen Platz zum Laichen.

Die Schüler arbeiteten unter Anleitung von Landschaftspfleger Joachim Schmidt, um auch nur so viel zu machen, wie wirklich nötig ist. Allerdings fand laut Schmidt die Aktion etwas zu früh statt. „Eigentlich sind so etwas Herbstarbeiten“, betonte der Fachmann. Ende Oktober hätten die Landwirtschaftsschüler noch weit mehr zuschneiden können. So war es jetzt zum Beispiel nicht möglich die Brennnesselwiese zu mähen, da dort noch der Schilfrohrsänger brütete. Weiterhin würde Schmidt sich wünschen, dass so eine Biotoppflege alle zwei bis drei Jahre stattfinden könnte. Sebastian Gresset, Lehrer an der Landwirtschaftsschule, fand diese Idee nicht schlecht. „Im Rahmen der Blockwoche im Herbst, wäre es schon möglich, diese Aktion zu wiederholen.“ (NATHALIE HRADECKY)

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