Smilies sollen Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit aufmerksam machen.
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Smilies sollen Autofahrer auf ihre Geschwindigkeit aufmerksam machen.

Messung

20 Prozent weniger Autos auf Allings Straßen

Wird in Lockdown-Zeiten nicht nur weniger Auto gefahren, sondern auch langsamer? Diese Vermutung legt eine interessante Statistik nahe, die Bürgermeister Stefan Joachimsthaler dem Gemeinderat nun präsentiert hat.

Alling - Die Zahlen zeigen das Gesamt-Verkehrsaufkommen auf den wichtigsten Durchgangsstraßen der Gemeinde vom 1. Januar bis zum 21. Februar und die durchschnittliche Geschwindigkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer. Dem gegenüber stehen die Daten aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ergebnis: Es gab über 20 Prozent weniger Fahrten als 2020. Auch die von den gemeindlichen Messstellen (in der Regel an den Ortseingängen) registrierte Durchschnittsgeschwindigkeit sank fast überall, wenn auch nur leicht.

Die Hoflacher Straße

Die meisten Fahrzeuge passierten die Anzeige am östlichen Allinger Ortseingang. Mit insgesamt über 117 000 Bewegungen war die Hoflacher Straße die mit Abstand frequentierteste, (die Gilchinger Straße, an der im Vorjahr noch keine Messeinrichtung installiert war, wurde nicht in den Vergleich aufgenommen). Die Anwohner werden die größere Ruhe kaum bemerkt haben, aber täglich kamen im Schnitt nur noch 2250 Autos von der Bundesstraße 2 an ihnen vorbei, nicht mehr 2702 wie zwölf Monate früher.

An zweiter Stelle, und das ist die eigentliche Überraschung, liegt aber nicht mehr eine weitere Berufsverkehrs-Strecke wie die Parsbergstraße mit heuer fast 31 000 Fahrzeugen, sondern eine rein innerörtliche Allinger Verbindung: Die Antonistraße (knapp 35 000). Letztere zeigte auch mit 5,2 Prozent den geringsten Rückgang an Verkehr.

Prozentual am meisten entlastet wurde der Ortsteil Biburg: Auf der Brucker Straße gab es nur halb so viele Kraftfahrzeuge, um mehr als ein Viertel sank die Frequenz auf Ammersee- und Münchner Straße.

Mit 107 Sachen Ortsschild passiert

Die Raser ließen sich freilich weder vom Lockdown noch von einem richtigen Winter aufhalten. Spitzenreiter war ein Fahrer, der mit 107 Stundenkilometern das Ortsschild an der Hoflacher Straße passierte, Tempo 99 wurde einmal in Holzhausen-Ost gemessen. Mit immerhin noch 90 Sachen waren die Eiligsten auf Parsberg- und Münchner Straße unterwegs.

Trotzdem könnte man aus der Statistik einen etwas verhalteneren Fahrstil herleiten. Denn im vergangenen Jahr brach ein offenbar Unzurechnungsfähiger mit 120 über die Hoflacher Straße nach Alling ein, auch Kollegen seiner Art auf der Parsbergstraße und in Holzhausen schafften dreistellige Stundenkilometer-Werte.

Und überall näherte sich das errechnete Durchschnittstempo aller Fahrer etwas mehr der eigentlich vorgeschriebenen Geschwindigkeit an. Eingehalten wurde es nur an der Antonistraße: Dort waren die Autos im Mittel mit 27 Stundenkilometer unterwegs, genauso viel wie im Vorjahr. OLF PASCHEN

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