Die Fresken in der Kapelle von Hoflach erinnern an die Schlacht.
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Die Fresken in der Kapelle von Hoflach erinnern an die Schlacht.

Ausstellung und Markt geplant

Alling will an die Schlacht von Hoflach erinnern

598 Jahre nach der Schlacht von Hoflach haben in Alling die Vorbereitungen auf das Jubiläum begonnen.

Alling – Kulturreferentin Simone Stenzer (FW) informierte ihre Gemeinderatskollegen über einen neu gegründeten Arbeitskreis, der im September 2022 an das Gefecht zwischen verfeindeten Bayern-Herzögen erinnern will: mit einer Ausstellung, einer Nachmodellierung und möglicherweise sogar einem Mittelalter-Markt.

Der Gemeinderat sicherte die finanzielle Unterstützung für das Projekt zu. Prinz Luitpold hat ebenfalls seine Hilfe in Aussicht gestellt.

Der bayerische Krieg und die Schlacht bei Hoflach

Am 19. September 1422 war es nördlich von Alling zur Entscheidungsschlacht im „Bayerischen Krieg“ zwischen zwei Wittelsbacher Linien gekommen. Die Truppen von Bayern-Ingolstadt wurden damals von den Streitkräften von Bayern-München vernichtend geschlagen. Seitdem stand (Alt-) Bayern unter einer einheitlichen Führung.

„Alling war Bayerns Zukunft“ wurde im Gemeinderat als Slogan für das Fest-Wochenende vorgeschlagen. Zum Dank für den Sieg – oder für die Errettung des Herzogssohnes – errichteten die Münchner in den Jahren danach eine Votivkapelle am Ort des Geschehens – das heutige Hoflach.

Schlacht bei Hoflach: Vieles bleibt im Dunkel

Wegen der dürftigen Quellenlage ist die eigentliche Schlacht in ziemliches Dunkel getaucht. Ob tatsächlich der Herzogssohn Albrecht, dessen Pferd zusammengebrochen sein soll, aus dem Getümmel gerettet wurde, ist ebenso unbewiesen wie die Behauptung, dass 400 der schwer gepanzerten Ingolstädter – es war wohl eines der letzten Ritter-Gefechte – auf der Flucht im Moor stecken blieben und leicht gefangen genommen werden konnten.

Als ziemlich sicher gilt, dass damals keine Massen von Soldaten aufmarschiert waren. Seriöse Schätzungen schwanken zwischen mehreren Hundert und einigen Tausend Söldnern, jeweils verstärkt durch Bauern und (Münchner) Bürger.

Karl Wörl (Dorfgemeinschaft Biburg) meldete in der Gemeinderatssitzung Zweifel an der Bedeutung des Kampfes an. Es habe sich wohl nur um einen Aufmarsch und ein „kleines Gemetzel“ gehandelt, anschließend seien die Heere wieder abgezogen. Den tatsächlichen Hergang sollte man vor der Feier klären, forderte er.

Wann war die Schlacht bei Hoflach? Gleich in der Früh!

„Dann klär’ das mal“, antworte ihm Simone Stenzer. Vielleicht finde man ja noch jemanden, der damals dabei war, meinte sie ironisch.

Zur Aufhellung (und zur Erheiterung) konnte Andreas Lang (Allinger Bürgervereinigung) beitragen. Dessen Bruder wurde einst im Heimatkunde-Unterricht gefragt, wann die Schlacht von Alling war. „Gleich in der Früh’“, soll der Schüler geantwortet haben. Damit hatte er, nach allem, was man weiß, auf jeden Fall recht.

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